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Elektroauto wird an Ladestation geladen, daneben ein trauriges Sparschwein als Symbol für steigende Kosten durch den neuen Sachbezug bei E-Dienstwagen
E-Auto an der Ladestation: Der neue Sachbezug sorgt für steigende Kosten und wachsenden Unmut bei Beschäftigten und Unternehmen.
E-Auto an der Ladestation: Der neue Sachbezug sorgt für steigende Kosten und wachsenden Unmut bei Beschäftigten und Unternehmen.
KI-generiert / dall.e / Stefanie Hermann

Sachbezug verärgert: Massive Kritik an E-Auto-Steuer – Petition gestartet

06.05.2026 um 06:59, Stefanie Hermann
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Der neue Sachbezug für E-Autos sorgt für Ärger in Österreich. Eine Petition wurde gestartet, während Kritik aus Wirtschaft und Politik weiter zunimmt.

Der geplante Sachbezug für Elektro-Dienstwagen sorgt in Österreich für wachsenden Unmut. Nachdem die Bundesregierung angekündigt hat, die bisherige Steuerbefreiung bei der Privatnutzung abzuschaffen, regt sich nun breiter Widerstand. Immer mehr Stimmen aus Wirtschaft und Praxis warnen vor den Folgen – und erstmals formiert sich auch öffentlicher Protest.

Petition gegen neuen Sachbezug gestartet

Mit einer Petition will der Unternehmer und Biogena-Gründer Albert Schmidbauer die Einführung des Sachbezugs für E-Autos in der aktuellen Form stoppen. Besonders kritisch sieht er die Auswirkungen auf Beschäftigte: „Über 100.000 Arbeitnehmer:innen betroffen. 100–200 € netto weniger im Monat.“

Für viele sei das Elektroauto längst Teil des Gehaltsmodells geworden. Entsprechend hart treffe die Änderung jene, die sich bewusst für klimafreundliche Mobilität entschieden haben.

Sachbezug wird zur Vertrauensfrage

Im Zentrum der Kritik steht weniger die Steuer selbst als deren Zeitpunkt. Schmidbauer bringt es auf den Punkt: „Es geht nicht um Steuern. Es geht um Vertrauen.“

Viele Unternehmen hätten ihre Fuhrparks in den vergangenen Jahren gezielt elektrifiziert, Ladeinfrastruktur aufgebaut und langfristige Verträge abgeschlossen. Die geplante Änderung greife nun nachträglich in diese Entscheidungen ein – ein Punkt, der von vielen als Bruch der Planungssicherheit gesehen wird.

Wirtschaft warnt vor Folgen für Standort

Auch aus der Wirtschaft kommt deutliche Kritik. Vertreter der Wirtschaftskammer sprechen von einem „schweren Verstoß gegen den Vertrauensgrundsatz“. Die Maßnahme bedeute nicht nur höhere Kosten für Beschäftigte, sondern auch steigende Lohnnebenkosten für Unternehmen.

Darüber hinaus sehen Branchenvertreter die Gefahr, dass der Sachbezug einen zentralen Anreiz für den Umstieg auf Elektromobilität schwächt. Firmenflotten gelten als wichtiger Treiber der Transformation, hier könnte die neue Regelung bremsend wirken.

Sachbezug trifft Gehaltsmodelle direkt

Für viele Beschäftigte ist das E-Dienstauto fixer Bestandteil der Vergütung. Wird der Sachbezug eingeführt, bedeutet das für Betroffene spürbar weniger Netto vom Brutto.

Je nach Fahrzeug und Einkommen kann die monatliche Belastung deutlich steigen. Gleichzeitig bleibt vielen keine kurzfristige Ausweichmöglichkeit, da bestehende Leasing- oder Nutzungsverträge oft über mehrere Jahre laufen.

Regierung hält an Plänen fest

Trotz der wachsenden Kritik hält die Bundesregierung am Kurs fest. Der neue Sachbezug ist Teil des Sparpakets im Rahmen des Doppelbudgets und soll bereits ab 2027 zusätzliche Einnahmen bringen.

Ob und in welcher Form die Regelung noch angepasst wird, ist derzeit offen. 

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