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August Wöginger spricht nach seinem Rücktritt als ÖVP-Klubobmann im Gerichtssaal mit Journalisten nach dem Schuldspruch, Rücktritt als Klubobmann
August Wöginger ist nach dem Schuldspruch im Postenschacher-Prozess als ÖVP-Klubobmann zurückgetreten
August Wöginger ist nach dem Schuldspruch im Postenschacher-Prozess als ÖVP-Klubobmann zurückgetreten
FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUM

Paukenschlag: August Wöginger tritt mit sofort zurück

04.05.2026 um 15:09, Stefanie Hermann
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Rücktritt: Nach dem Schuldspruch im Postenschacher-Prozess legt August Wöginger seine Funktion als ÖVP-Klubobmann mit sofort zurückt. Er bleibt Abgeordneter.

August Wöginger ist zurückgetreten: Nur Minuten nach dem Schuldspruch im Postenschacher-Prozess hat der ÖVP-Klubobmann am Montag seine Funktion mit sofortiger Wirkung zurückgelegt. Den Rücktritt begründet Wöginger mit der enormen Belastung durch das Verfahren. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Begründung: „An persönliche Grenzen gekommen“

„Die letzten Wochen haben mich an meine persönlichen Grenzen gebracht“, erklärt der 51-Jährige nach der Urteilsverkündung. Das Verfahren habe ihn nicht nur politisch, sondern auch persönlich stark gefordert. Sein Amt als Klubobmann legt Wöginger deshalb mit sofortiger Wirkung zurück.

Der Oberösterreicher bleibt jedoch weiterhin Abgeordneter zum Nationalrat und will sich künftig auf seine Rolle als Sozialsprecher konzentrieren.

Wöginger hält an Unschuld fest

Trotz des Schuldspruchs weist August Wöginger die Vorwürfe weiterhin zurück. Er betont, stets die Wahrheit gesagt zu haben und keinen rechtswidrigen Einfluss ausgeübt zu haben. „Ich habe Thomas Schmid sicher nicht gesagt, dass er rechtswidrig Einfluss auf ein Besetzungsverfahren nehmen soll“, so Wöginger. Das Urteil will er so nicht hinnehmen. Sein Anwalt hat bereits eine Nichtigkeitsbeschwerde sowie eine Berufung gegen die Strafhöhe eingebracht. „Ich bin überzeugt, dass am Ende ein rechtskräftiger Freispruch für mich steht“, erklärt Wöginger.

Politische Reaktionen auf den Rücktritt

Der Rücktritt sorgt für deutliche Reaktionen in der Politik. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti spricht Wöginger weiterhin das Vertrauen aus und verweist darauf, dass das Urteil erstinstanzlich sei.

Auch Bundeskanzler Christian Stocker bezeichnet die Entscheidung als „sehr hart“ und erklärt, er hätte sich einen Freispruch gewünscht. Gleichzeitig zeigt er Verständnis für Wögingers Rücktritt. "Ich habe aber immer betont, dass sich an meinem persönlichen Verhältnis zu August Wöginger nichts ändern wird", so der ÖVP-Parteiobmann. Für seine langjährige, erfolgreiche Tätigkeit als Klubobmann danke ich ihm im Namen der Österreichischen Volkspartei.“

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