Russischer Botschafter sorgt für Empörung

Vorwürfe der russischen Diplomaten in Wien und Berlin, das Massaker an Zivilisten in der Stadt Butscha sei eine „Inszenierung“, lässt westliche Regierungen fassungslos zurück.
Autor: Klaus Schobesberger, 04.04.2022 um 13:33 Uhr

Nach den entsetzlichen Bildern aus dem ukrainischen Butscha reagiert der Westen geschockt. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) spricht von „Kriegsverbrechen“, für die sich die russische Armee „zu verantworten“ habe. Empörung macht sich indes über Statements der russischen Botschaften in Wien und Berlin breit. So bestreitet Moskau, an dem Massaker beteiligt gewesen zu sein. Die russische Botschaft in Berlin sprach etwa von einer "Inszenierung des Kiewer Regimes für westliche Medien". Bei den „Fotos und Videos, die angeblich 'Verbrechen' russischer Soldaten in Butscha der Region Kiew bezeugen, handelt es sich um eine weitere Provokation“, teilen Putins Diplomaten in Österreich mit. Was nichts anderes bedeutet, als der monströse Vorwurf, die Ukrainer hätten sich in Butscha selbst massakriert und ermordet.

Propaganda und Fake-News

Der russische Botschafter in Österreich, Dmitrij Ljubinskij, sorgte bereits in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin „profil“ für eine Welle der Entrüstung. Der Diplomat behauptet darin, die Ukrainer sprengten ihre eigenen Krankenhäuser. Der Botschafter hält die Sanktionen gegen Russland zudem für "reine Räuberei" und das Vorgehen der russischen Armee entspreche der UNO-Charta gemäß Artikel 51, der die Selbstverteidigung und Verteidigung von Verbündeten regele. Die Stellungnahmen und Interviews der Russen sorgten im Netz und auf sozialen Medien für Wut, weil Russland-Propaganda und Fake-News des Putin-Regimes System haben und zahlreich als solche entlarvt werden konnten.