Alexander Wrabetz: Neuer Job für Ex-ORF-Boss im Rathaus
- Michael Ludwig holt Alexander Wrabetz
- Aufgaben im neuen Amt
- FPÖ übt scharfe Kritik an Ex-ORF-Chef Wrabetz
Der frühere ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz übernimmt eine neue Aufgabe: Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat ihn zum „Bevollmächtigten der Stadt Wien für den Medienstandort im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz“ bestätigt. Die Position ist bei der Wien Holding angesiedelt und soll den Medienstandort Wien in das digitale Zeitalter führen.
Michael Ludwig holt Alexander Wrabetz
Mit dem neuen Artificial Intelligence-Medienkompetenzzentrum (AIMK) bündelt die Stadt Kompetenzen aus Medienhäusern, Digitalwirtschaft und Forschung. Wrabetz übernimmt die Leitung dieser zentralen Stelle.
Die Stadt wolle den Medienstandort strategisch absichern und weiterentwickeln, sagt Bürgermeister Michael Ludwig heute zur neuen Bestellung. „Wien schützt Medienvielfalt als demokratische Infrastruktur“, sagt der SPÖ-Stadtchef. Künstliche Intelligenz verändere Produktion, Finanzierung und Nutzung von Medien grundlegend. Mit einer klaren Strategie will die Stadt Chancen nutzen, ohne demokratische Prinzipien zu gefährden.
Auch Medienstadträtin Barbara Novak spricht von einem „entscheidenden Schritt“, um den digitalen Wandel aktiv zu gestalten. Wrabetz bringe, so Novak, „langjährige Erfahrung im Medienmanagement und in Transformationsprozessen“ mit.
Aufgaben im neuen Amt
Wrabetz soll künftig Innovation und Regulierung im Bereich KI und Medien koordinieren. Zu seinen zentralen Aufgaben gehören:
- Entwicklung eines Rahmens für den Einsatz von KI auf Basis des „Digitalen Humanismus“
- Sicherung von Urheberrechten
- Förderung von Projekten gegen Deepfakes
- Aufbau von Förderprogrammen und Qualifizierungsmaßnahmen
- Zusammenarbeit mit Medienhäusern, Wissenschaft und Start-ups
„Wir wollen sicherstellen, dass es in fünf Jahren noch einen starken, resilienten Medienstandort gibt“, erklärt Wrabetz. Er setzt darauf, Medienunternehmen stärker zur Kooperation zu motivieren – vor allem beim Erkennen und Abwehren von Falschinformationen.
FPÖ übt scharfe Kritik an Ex-ORF-Chef Wrabetz
Die Wiener FPÖ reagiert mit scharfer Kritik. Finanzsprecherin Ulrike Nittmann nennt die Ernennung einen „roten Versorgungsposten in Reinkultur“. Sie wirft der Stadt vor, durch die Ansiedelung in der Wien Holding parlamentarische Kontrolle zu umgehen.
„Offenbar soll durch die Auslagerung in eine stadteigene Holding die Kontrolle der Opposition ausgeschaltet werden“, sagt Nittmann.
Zudem fordert die FPÖ Transparenz über Kosten, Verträge und Nebenleistungen. „Die Wienerinnen und Wiener haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Kosten tatsächlich entstehen“, betont Nittmann. Die Partei will rechtliche Schritte prüfen.