Resetarits-Tod: Nehammer erntet Shitstorm

Die Politik zeigt sich betroffen vom plötzlichen Tod Willi Resetarits'. Ein bekannter Sänger wirft Nehammer deswegen Heuchelei vor.
Autor: Stefanie Hermann, 25.04.2022 um 11:26 Uhr

Durch die Bank äußern  Musiklieber, Weggefährten und Politker ihre Betroffenheit zum plötzlichen Tod von Willi Resetarits. "Wohlüberlegt, in Ruhe und oft mit Humor verpackt, berührte er sein Publikum und die Öffentlichkeit. Ein Wächter des Guten", so NEOS-Kultursprecherin Julia Seidl. "Willi wird unfassbar fehlen.“

Politische Reaktionen

 „Willi Resetarits war nicht nur einer der vielseitigsten österreichischen Rockkünstler, sondern auch ein unermüdlicher Kämpfer für Toleranz und Mitmenschlichkeit", erinnert SPÖ-Kultursprecherin Gabriele Heinisch-Hosek. "Er stand für Solidarität mit jenen, denen es nicht so gut geht – in seinen Texten, aber auch konkret in seiner humanitären Arbeit, u.a. als Mitbegründer von Asyl in Not und SOS Mitmensch."

Nicht grün mit Schwarz-Blau

Resetarits hat sich Zeit seines Lebens stark politisch engagiert. Das Thema Integration war für ihn Herzenssache. Im Visier hatte er immer wieder die Asylpolitik der FPÖ. Auch daraus, dass es zwischen ihm und der ÖVP gelinde gesagt wenig Schnittstellen gab, machte er keinen Hehl. In den sozialen Medien muss Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) für seine Beileidsbekundungen deswegen heftige Kritik einstecken.

Shitstorm für Nehammer

Zahlreiche User werfen dem Kanzler Heuchelei vor. "Ich würde diesen Tweet wieder löschen; Willi Resetarits stand Zeit seines Lebens stabil gegen alles wofür ihr und eure Partie seid", so ein User.

Besonders scharf wird er von Ex-Alkbottle-Frontmann Roman Gregory attackiert: "Ich weiß aus persönlicher Erfahrung dass Willi die menschenverachtende Politik ihrer Partei zutiefst verachtet hat", richtet Gregory via Twitter aus und empfiehlt: "Stecken sie sich ihre heuchlerischen Betroffenheitsbekundungen sonst wohin."