#schnapptshorty: Kripo-Chef will Anti-Kurz Buch verbieten

Das Aufdeckerbuch "Kurz. Ein Regime" von Peter Pilz soll eingezogen werden.
Autor: Stefanie Hermann, 30.09.2021 um 07:14 Uhr

Der Leiter des Bundeskriminalamts Andreas Holzer und Novomatic-Aufsichtsratschef Bernd Oswald reicht's. Sie gehen jetzt rechtlich gegen das Buch "Kurz. Ein Regime" von Ex-Politiker Peter Pilz vor. Das Werk soll gerichtlich beschlagnahmt werden. Das versucht Holzers Anwalt Peter Zöchbauer, der auch die Novomatic und das Fellner-Medienimperium vertrat, per Klage gegen den Verlag Kremayr&Scheriau zu erwirken. Holzer bestreitet, Anwalt Ramin M., einem Dratzieher des Ibiza-Videos, von Straftaten Heinz-Christian Straches erzählt, diese aber nicht verfolgt zu haben.

Holzers Rolle

Holzer kommt im Buch unter anderem vor, weil er eine Telefonüberwachung an den ehemaligen ÖVP-Kabinettschef im Innenministerium, Michael Kloibmüller, verraten haben soll. Pilz geht noch weiter: Er beschreibt Holzer neben dem gestürzten Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek als zweite Schlüsselperson im türkisen Sicherheitsnetz. Pilz schildert, wie Holzer als Chef der SOKO Ibiza die Ermittlungen der WKStA von Schreddergate bis zum Schmid-Handy behindert und die Angriffe des Bundeskanzlers auf die Staatsanwaltschaft unterstützt haben soll. Dass das dem Kripo-Chef sauer aufstößt, ist nachvollziehbar.

Pilz: Kurz hat Panik

Pilz lässt das Vorgehen unterdessen einigermaßen kalt. "Wenn ich jemanden angreife, dann stecken dahinter lange Recherchen und damit bin ich zu jedem Wahrheitsbeweis bereit.“, sagt ZackZack-Herausgeber Peter Pilz zu der Klage Holzers. Und er fügt hinzu: „Beim Kurz-Regime bricht jetzt Panik aus.“ Eines ist jedenfalls gewiss: Als Werbung für das Buch ist Holzers Vorgehen unbezahlbar.

#schnapptshorty

Unterdessen trendet der Hashtag schnapptshorty auf Twitter. Der Wirbel um das Pilz-Buch ist nur ein kleiner Baustein. Aktuell muss sich die ÖVP Fragen zu zweifelhaften Rechnungen, fragwürdigen Pressekonferenzen zu Hausdurchsuchungen bei der ÖVP und die Razzia bei Hygiene Austria gefallen lassen.