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Nato-Flagge weht vor blauem Himmel – Nato erhöht Alarmbereitschaft im Iran-Krieg nach Angriffen bis zur Türkei.
Nach Raketenangriffen im Iran-Krieg bis zur Türkei erhöht die Nato ihre Alarmbereitschaft.
Nach Raketenangriffen im Iran-Krieg bis zur Türkei erhöht die Nato ihre Alarmbereitschaft.
Michele Ursi / iStock

Iran-Krieg erreicht Türkei: NATO erhöht Alarmbereitschaft

06.03.2026 um 14:55, Stefanie Hermann
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Nach iranischen Raketenangriffen bis zur Türkei erhöht die Nato ihre Alarmbereitschaft. Der Iran-Krieg weitet sich aus, während USA und Israel weiter angreifen.

Der Iran-Krieg erreicht eine neue Eskalationsstufe. Nach iranischen Raketenangriffen, die erstmals auch das Nato-Mitglied Türkei erreicht haben, hat die Nato ihre Alarmbereitschaft deutlich erhöht. Das Militärbündnis aktiviert zusätzliche Einsatzbereitschaft für seine ballistischen Raketenabwehrsysteme. Laut Nato bleibt die erhöhte Einsatzbereitschaft bestehen, solange die Bedrohung durch iranische Angriffe in der Region anhält.

Parallel dazu setzen USA und Israel ihre militärischen Operationen gegen Ziele im Iran fort. Die Sicherheitslage im Nahen Osten gilt damit weiterhin als äußerst angespannt.

USA: Irans Militär massiv geschwächt

Nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump ist ein Großteil der militärischen Infrastruktur des Irans bereits zerstört. „Sie haben also keine Luftwaffe mehr, sie haben keine Luftabwehr mehr. Alle ihre Flugzeuge sind weg“, so Trump.

Auch das iranische Raketenarsenal sei schwer getroffen worden. Laut Trump wurden 60 Prozent der iranischen Raketen sowie 64 Prozent der Abschussvorrichtungen vernichtet. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.

Iranische Raketenangriffe gehen deutlich zurück

Seit Beginn des Iran-Kriegs hat Teheran nach eigenen Angaben mehr als 500 ballistische Raketen und Marschflugkörper abgefeuert.

Der zuständige US-Kommandeur Admiral Brad Cooper berichtet jedoch von einem deutlichen Rückgang der Angriffe. Demnach sind die Raketenattacken im Vergleich zum Beginn des Konflikts um rund 90 Prozent zurückgegangen. Auch Drohnenangriffe seien mittlerweile deutlich seltener.

Zudem meldet das US-Militär schwere Verluste für die iranische Marine. Mehr als 30 Schiffe wurden zerstört oder versenkt, darunter auch ein großer Drohnenträger.

Saudi-Arabien meldet abgefangene Raketen

Der Iran-Krieg betrifft inzwischen große Teile des Nahen Ostens. Saudi-Arabien erklärte, seine Luftabwehr habe drei ballistische Raketen abgefangen, die auf die Prince-Sultan-Luftwaffenbasis zielten. In mehreren Staaten der Region befinden sich wichtige US-Militärbasen, die zunehmend ins Visier geraten.

Auch der internationale Handel spürt die Folgen des Konflikts. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt, ist laut US-Beobachtern um rund 90 Prozent zurückgegangen.

Nato reagiert auf Angriff bis zur Türkei

Besonders brisant für die Nato ist ein iranischer Raketenangriff auf die Türkei. Als Mitglied des Militärbündnisses besitzt die Türkei eine besondere sicherheitspolitische Bedeutung.

Zusätzlich wurde ein britischer Militärstützpunkt auf Zypern Ziel eines Drohnenangriffs. Die Nato erklärte, ihre erhöhte Alarmbereitschaft werde so lange aufrechterhalten, bis die Bedrohung durch iranische Angriffe deutlich nachlasse.

Israel startet neue Angriffswelle im Iran

Währenddessen intensiviert Israel seine Luftangriffe im Iran. In der Nacht griff die israelische Luftwaffe erneut Ziele in der Hauptstadt Teheran an. Die Armee sprach von einer „großangelegten Angriffswelle gegen die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“.

Armeechef Ejal Zamir kündigt unterdessen eine neue Phase der Operation an. „In dieser Phase werden wir das Regime und seine militärischen Kapazitäten weiter zerschlagen“, sagt Zamir. Weitere militärische Schritte seien bereits vorbereitet.

Hisbollah droht Israel – Evakuierungsaufruf im Norden

Auch im Libanon verschärft sich die Lage. Israel griff erneut Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz in Vororten der Hauptstadt Beirut an. Einwohner berichteten von mehreren Explosionen.

Die Miliz reagierte mit einer ungewöhnlichen Warnung: Bewohner im Norden Israels sollen alle Siedlungen bis fünf Kilometer von der Grenze entfernt räumen. Es ist die erste Evakuierungswarnung dieser Art seit Beginn der aktuellen Eskalation.

Mehr als 1.200 Tote im Iran

Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe wurden laut iranischen Medien mehr als 1.200 Menschen im Iran getötet. Auch bei iranischen Gegenschlägen in mehreren Ländern der Region gab es Tote.

Zusätzlich verschärft der Tod von Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei die politische Lage. Ein provisorischer Führungsrat hat inzwischen weitreichende Befugnisse übernommen, darunter Entscheidungen über Krieg und Frieden.

FAQ: Iran-Krieg und Nato-Alarmbereitschaft

Warum erhöht die Nato im Iran-Krieg ihre Alarmbereitschaft?

Die Nato hat ihre Alarmbereitschaft erhöht, nachdem iranische Raketenangriffe erstmals auch die Türkei erreicht haben. Als Nato-Mitglied gilt ein Angriff auf türkisches Gebiet als sicherheitspolitisch besonders brisant.

Hat der Iran tatsächlich Nato-Territorium angegriffen?

Nach aktuellen Berichten ist eine iranische Rakete nahe der türkischen Grenze eingeschlagen. Die Nato reagiert darauf mit erhöhter Einsatzbereitschaft ihrer Raketenabwehrsysteme.

Wie stark ist das iranische Militär derzeit?

Laut US-Angaben wurden große Teile der iranischen Luftabwehr, Marine und Raketenarsenale zerstört. Experten gehen jedoch davon aus, dass Iran weiterhin über Drohnen und Raketen verfügt.

Welche Rolle spielt die Straße von Hormus im Iran-Krieg?

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Durch den Iran-Krieg ist der Schiffsverkehr laut US-Beobachtern zeitweise um rund 90 Prozent zurückgegangen.

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