378.000 ohne Job: Arbeitslosigkeit steigt weiter an
- Schwache Konjunktur
- Frauen und Ältere betroffen
- Langzeitarbeitslose nehmen zu
- Lehrstellenlücke wächst
- Ministerin fordert Umdenken
- Trendwende nicht in Sicht
Die Zahl der Arbeitslosen in Österreich ist weiter angestiegen. Ende Mai waren insgesamt 301.676 Personen arbeitslos gemeldet, das sind rund 5.500 mehr als im Vorjahr. Auch die Arbeitslosenquote erhöht sich leicht auf 7,1 Prozent. Zählt man Schulungsteilnehmende hinzu, sind bereits über 378.000 Menschen ohne Job registriert.
Schwache Konjunktur belastet den Arbeitsmarkt
Hinter dem Anstieg der Arbeitslosen steht weiterhin die schwache wirtschaftliche Entwicklung. Zwar zeigt sich bei der Beschäftigung ein leichtes Plus von rund 6.000 Jobs, doch eine nachhaltige Entspannung ist nicht in Sicht.
Auch die Zahl der offenen Stellen sinkt deutlich um 5,4 Prozent auf rund 79.000. Gleichzeitig steigt der Zugang neuer Jobs nur minimal. Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt.
Frauen und Ältere besonders betroffen
Auffällig ist die Entwicklung bei den Arbeitslosen nach Gruppen. Während die Arbeitslosigkeit bei Männern leicht zurückgeht, steigt sie bei Frauen deutlich um fünf Prozent.
Besonders betroffen sind ältere Arbeitnehmerinnen: Bei den über 60-Jährigen sind 32 Prozent mehr Frauen arbeitslos als noch vor einem Jahr. Viele kämpfen zusätzlich mit gesundheitlichen Einschränkungen, was den Wiedereinstieg erschwert.
Langzeitarbeitslose nehmen stark zu
Ein zentrales Problem bleibt die steigende Zahl der Langzeitarbeitslosen. Bereits 102.788 Personen sind seit mindestens einem Jahr ohne Job, das entspricht einem Plus von 13 Prozent.
Damit ist mittlerweile mehr als jeder dritte Arbeitslose langfristig betroffen. Diese Entwicklung gilt als besonders kritisch, weil die Chancen auf einen Wiedereinstieg mit der Dauer der Arbeitslosigkeit sinken.
Lehrstellenlücke wächst deutlich
Auch am Lehrstellenmarkt verschärft sich die Situation. Die Zahl der Lehrstellensuchenden steigt um 11,4 Prozent, während gleichzeitig weniger offene Lehrstellen gemeldet sind.
Aktuell ergibt sich eine Lehrstellenlücke von 1.673 Stellen. Das bedeutet: Immer mehr junge Menschen finden keinen Ausbildungsplatz.
Ministerin fordert Umdenken bei Betrieben
Arbeitsministerin Korinna Schumann sieht angesichts der steigenden Arbeitslosen Handlungsbedarf. „Ältere Arbeitssuchende müssen vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben haben“, betont sie.
Gleichzeitig fordert sie ein Umdenken in der Wirtschaft. Unternehmen sollen verstärkt auf die Erfahrung älterer Arbeitnehmer setzen und Arbeitsplätze altersgerecht gestalten.
Trendwende noch nicht in Sicht
Auch wenn einzelne Regionen bereits leichte Verbesserungen zeigen, bleibt die Gesamtlage angespannt. Die steigende Zahl an Arbeitslosen, die wachsende Langzeitarbeitslosigkeit und die schwache Nachfrage nach Arbeitskräften deuten darauf hin, dass eine schnelle Erholung des Arbeitsmarktes derzeit nicht absehbar ist.