Keine Lust auf Wolf? ÖVP sagt “ZiB2“-Interview ab

Traditionell lädt die ZiB2 die Klubobleute der Parlamentsparteien zu einem Bilanz-Interview vor der Sommerpause. Die ÖVP verzichtete in diesem Jahr darauf, einen Vertreter zu schicken.
Autor: Patrick Deutsch, 05.07.2022 um 09:11 Uhr

Eigentlich wollte sich Armin Wolf mit Klubobmann August Wöginger über die aktuelle Situation der ÖVP unterhalten. Stattdessen saß dem ZiB2-Moderator Politikanalytiker Thomas Hofer gegenüber. Der Grund: Wöginger sagte vergangene Woche seine Teilnahme ab. „Diese (Interview-)Serie hatten wir seit Wochen geplant und für Montagabend auch eine fixe Zusage von August Wöginger. Doch letzte Woche hat die ÖVP das Interview abgesagt, andere Terminvorschläge hat sie nicht akzeptiert, eine Vertretung für Wöginger wollte sie auch nicht nominieren. Begründung: keine“, erklärt Wolf die Situation.

Polaschek-Interview als Grund?

Wolf könne sich nicht erinnern, dass je eine Regierungspartei nicht gekommen wäre. „Es ist nicht gescheit. Nicht erscheinen ist nie die beste Lösung“, analysiert Hofer die Absage von Wöginger. Man würde dadurch weder einen Bericht, noch eine Diskussion verhindern. Aus Sicht der ÖVP könne man für ein Nichterscheinen aber ins Treffen führen, dass „Interviews, wie jenes mit dem Bildungsminister und Ihnen vergangene Woche“, die die Situation in einigen Bereichen sogar verschlimmert hätte.

 

Auch Kern „schwänzte“ Interview

Einen Tag später muss Wolf seine Aussage, dass noch keine Regierungspartei ein Bilanz-Interview verweigert hätte, richtigstellen. Auf Twitter erklärte Wolf, dass auch der damalige SPÖ-Kanzler, Christian Kern, 2017 nicht in die ZiB2 kam. Er hätte „die seltsame ,Strafaktion' von @KernChri 2017 vergessen, der nach einem ,Bürgerforum' sauer“ auf den ORF war.