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Karin Kneissl neben Wladimir Putin bei einem offiziellen Termin mit Militär im Hintergrund
Karin Kneissl und Wladimir Putin: Die enge Verbindung der Ex-Außenministerin zum Kreml steht erneut im Fokus.
Karin Kneissl und Wladimir Putin: Die enge Verbindung der Ex-Außenministerin zum Kreml steht erneut im Fokus.
APA-Images / AFP / JOE KLAMAR

Karin Kneissl: Kreml flog sie mit Ponys nach Russland – geheimer Brief enthüllt Details

02.04.2026 um 14:46, Stefanie Hermann
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Ein geleakter Brief zeigt: Karin Kneissl wurde vom Kreml per Militärflug nach Russland gebracht – inklusive Ponys und Unterstützung durch Behörden.

Ein geleakter Brief von Karin Kneissl legt offen, wie eng die ehemalige Außenministerin mit dem russischen Staatsapparat verbunden ist. In dem Schreiben aus dem Jahr 2024 spricht sie der Präsidialverwaltung im Kreml ihren „aufrichtigen Dank“ aus. Der Brief wurde laut DATUM aus westlichen Geheimdienstkreisen zugespielt.

Der Karin-Kneissl-Brief liefert erstmals detaillierte Einblicke in die konkrete Unterstützung durch staatliche Stellen. Der Inhalt des Schreibens deckt sich mit bereits bekannten Berichten über Kneissls privilegierte Behandlung in Russland. 

Militärflug nach Russland: Umzug über syrische Luftwaffenbasis

Zentraler Punkt des Schreibens ist der Ablauf ihres Umzugs nach Russland. Karin Kneissl beschreibt detailliert, wie ihre Übersiedlung aus dem Libanon nach St. Petersburg organisiert worden ist.

„Für die umfassende Unterstützung bei der Organisation meines Umzugs nach St. Petersburg über die Luftwaffenbasis Hmeimim bin ich zutiefst dankbar“, schreibt sie.

Der Transport erfolgte über die russische Militärbasis in Syrien. Gemeinsam mit ihren Ponys reiste sie in einer Militärmaschine vom Typ Iljuschin, die üblicherweise für Truppen und Gerät eingesetzt wird, in ihre neue Heimat. „Meine Tiere und ich wurden dort wie enge Verwandte aufgenommen“, hält Karin Kneissl fest.

Ein solcher Militärflug gilt als außergewöhnlich, da Militärmaschinen üblicherweise nicht für private Zwecke eingesetzt werden. Bereits 2023 war bekannt geworden, dass Karin Kneissl einen russischen Militärflug für ihre Übersiedlung genutzt hat. Kneissl selbst hatte den Transport zuvor als Notlösung aufgrund von Sanktionen und fehlenden Transportmöglichkeiten beschrieben.

Mehrere Kreml-Stellen eingebunden

In den Umzug der ehemaligen österreichischen Außenministerin waren dem Brief nach gleich mehrere Ebenen des russischen Machtapparats eingebunden. So bedankt sich Karin Kneissl ausdrücklich bei der Präsidialverwaltung im Kreml unter Anton Wajno, beim Verteidigungsministerium sowie bei der Führung der Luftwaffenbasis Hmeimim. Auch diplomatische Vertreter und ein russisch-libanesischer Freundschaftsverein werden genannt.

Die Organisation erfolgte koordiniert über politische, militärische und diplomatische Strukturen und deutet auf eine politisch abgestimmte Unterstützung hin. Vergleichbare Unterstützung für ausländische Ex-Politiker ist sonst eher unüblich.

Experten sehen Nähe zu Putin bestätigt

Der im Exil lebende Geheimdienstexperte Andrej Soldatow ordnet den Fall klar ein: „Ich habe den Eindruck, dass das Ganze von Wladimir Putin überwacht wird.“

Auch aus westlichen Nachrichtendiensten kommt eine ähnliche Einschätzung. Demnach steht Karin Kneissl unter dem persönlichen Schutz des russischen Präsidenten. Eine zentrale Steuerung durch einzelne Behörden sei daher nicht notwendig.

Karin Kneissls Nähe zu Putin und dem Kreml

Die Nähe zu Wladimir Putin ist spätestens seit dem sogenannten Knicks von Gamlitz öffentlich sichtbar. Der Auftritt bei ihrer Hochzeit 2018 hat nicht nur in Österreich, sondern auch international für Kritik gesorgt. Seither steht Karin Kneissl regelmäßig wegen ihrer Kreml-Kontakte und -Nähe in der Kritik.

Karin Kneissl knickst im Brautgleid vor Putin, dieser küsst ihr dafür die gereichte Hand.
Bei ihrer Hochzeit in Gamlitz knickste Kneissl vor Putin.

Politischer Bruch mit Österreich und der EU

Nach ihrem Ausscheiden aus der Politik hat sie ihre Beziehungen nach Russland weiter ausgebaut. In dem Schreiben, das DATUM und dem ORF vorliegt, beschreibt Karin Kneissl ihren Weg von Österreich nach Russland. So habe sie Österreich bereits 2020 verlassen und sei 2022 aus der EU gedrängt worden, weil sie Russland nicht verurteilt und weiter mit dem Land gearbeitet habe.

Nach Stationen in Frankreich und im Libanon folgt 2023 die Übersiedlung nach Russland. Seitdem lebt sie dort dauerhaft und tritt regelmäßig mit russlandfreundlichen Positionen auf.

Zeitweise war sie auch im Aufsichtsrat des russischen Ölkonzerns Rosneft tätig. Erst unter politischem Druck im Zuge des Ukraine-Kriegs hat sie diese Funktion aufgegeben.

In Russland leitet sie mittlerweile den in St. Petersburg angesiedelten, staatsnahen Thinktank GORKI, der sich mit geopolitischen Fragen im Nahen und Mittleren Osten beschäftigt.

Fall Kneissl verschärft politische Debatte

Karin Kneissl bezeichnet sich in umstrittenen Aussagen über Österreich als „politischen Flüchtling“ und spricht von einem „de facto Arbeitsverbot“ in Europa. Österreich vermisse sie „jedenfalls nicht“, erklärte sie bereits früher.

Der geleakte Brief verschärft die Kritik an Karin Kneissl erneut. Ihre engen Kontakte zum Kreml und die Unterstützung durch staatliche Stellen werfen auch Fragen zu ihrer Zeit als Außenministerin auf.

Die NEOS fordern bereits Konsequenzen und bringen erneut einen Entzug der Staatsbürgerschaft ins Spiel.

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