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Donald Trump Blick ernst Nahaufnahme US-Präsident unzurechnungsfähig Ärzte BMJ Kritik mentale Gesundheit
30 US-Ärzte erklären Donald Trump im British Medical Journal für unzurechnungsfähig und fordern politische Konsequenzen.
30 US-Ärzte erklären Donald Trump im British Medical Journal für unzurechnungsfähig und fordern politische Konsequenzen.
APA-Images / AP / Mark Schiefelbein

Trump unzurechnungsfähig: US-Ärzte fordern Amtsenthebung

18.05.2026 um 15:19, Stefanie Hermann
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Ist Trump unzurechnungsfähig? 30 US-Ärzte schlagen Alarm und fordern seine Amtsenthebung. Ein BMJ-Bericht nennt den US-Präsident eine Gefahr für die Sicherheit.

Dreißig renommierte US-Psychiater und weitere Fachärzte schlagen Alarm: Laut einer im British Medical Journal veröffentlichten Erklärung halten sie den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump für unzurechnungsfähig. Die Experten sehen in Trumps psychischer Verfassung nicht nur ein medizinisches Problem, sondern eine konkrete Gefahr für die nationale und internationale Sicherheit.

Deutliche kognitive Verschlechterung als Hauptkritik

Die Einschätzung basiere auf „objektiv beobachtbaren Anzeichen schwerwiegender medizinischer Probleme“. Als zentrale Belege führen die Ärzte eine Reihe von Auffälligkeiten an. Sie sprechen von einer „deutlichen Verschlechterung der kognitiven Funktionen“ sowie von „Episoden offensichtlicher Schläfrigkeit während wichtiger öffentlicher Anlässe“.

Darüber hinaus orten sie ein „stark beeinträchtigtes Urteilsvermögen und Impulskontrolle“ sowie einen „erheblichen Verlust der Selbstbeherrschung“. Aus medizinischer Sicht stelle diese Kombination ein ernstzunehmendes Risiko dar.

Vorwürfe von Größenwahn und Realitätsverlust

Damit aber nicht genug attestieren die Experten dem Präsidenten „größenwahnsinnige und wahnhafte Überzeugungen“. Konkret wird auf Aussagen und Darstellungen verwiesen, in denen sich Trump als unfehlbar inszeniert oder mit religiösen Figuren wie dem Papst oder Jesus in Verbindung bringt. Wie die Unterzeichner ausführen, seien das Hinweise auf eine gestörte Wahrnehmung der Realität.

KI-Bilder von Trump heizen Debatte an

Zusätzlichen Zündstoff dazu liefert eine aktuelle Serie von KI-generierten Bildern, die Trump selbst auf seiner Plattform Truth Social veröffentlicht hat. Darin inszeniert sich der US-Präsident etwa als Anführer einer Weltraum-Armee, umgeben von Robotern oder in militärischen Szenarien mit globalen Konflikten im Hintergrund.

Ärzte fordern Amtsenthebung

In ihrer gemeinsamen Stellungnahme kommen die Mediziner zu einem drastischen Urteil. Donald Trump sei eine „eindeutige und unmittelbare Gefahr“ und „geistig nicht in der Lage, das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten auszuüben“. Die Fachleute fordern daher offen seine Amtsenthebung.

Ein Amtsenthebungsverfahren gegen einen US-Präsidenten – das sogenannte Impeachment – ist ein klar geregelter politischer Prozess. Zunächst muss das Repräsentantenhaus mit einfacher Mehrheit Anklagepunkte beschließen. Erst danach kommt es zu einem Verfahren im Senat, der als Gericht fungiert. Für eine tatsächliche Amtsenthebung ist dort eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Ohne breite politische Unterstützung ist ein solcher Schritt daher kaum durchsetzbar.

Trump weist Kritik an seiner Gesundheit zurück

Donald Trump selbst hat Vorwürfe zu seinem geistigen Zustand in der Vergangenheit wiederholt zurückgewiesen. Der Präsident verwies dabei mehrfach auf absolvierte kognitive Tests, die er als besonders anspruchsvoll bezeichnete und als Beleg für seine Leistungsfähigkeit darstellte. Tatsächlich handelt es sich dabei u sogenannte MoCA-Tests, die zur Früherkennung von Demenz dienen und keine Aussage über die Intelligenz zulassen. 

Eine direkte Reaktion aus dem Weißen Haus auf die aktuelle Erklärung der Ärzte liegt bislang nicht vor.

Goldwater Rule: Ist Trump unzurechnungsfähig?

Die öffentliche Einschätzung des mentalen Zustands von Politikern ist unter Medizinern umstritten. Hintergrund ist die sogenannte Goldwater Rule, eine ethische Richtlinie der American Psychiatric Association, die besagt, dass Psychiater keine Ferndiagnosen über Personen stellen sollen, die sie nicht persönlich untersucht haben und für die keine Zustimmung vorliegt. Kritiker sehen in solchen Stellungnahmen daher einen Verstoß gegen medizinische Standards.

Quellen und Einordnung

Die Einschätzungen zur mentalen Verfassung von Donald Trump stammen aus einer im British Medical Journal (BMJ) veröffentlichten Stellungnahme von 30 US-Fachärzten. Das BMJ zählt zu den weltweit führenden medizinischen Fachjournalen und veröffentlicht in diesem Fall die Bewertung externer Experten, ohne selbst eine Diagnose zu stellen. Die Aussagen basieren auf öffentlich beobachtbarem Verhalten und sind Teil einer fachlichen sowie ethischen Debatte über die Rolle von Medizinern in der politischen Öffentlichkeit.

FAQ: Trump unzurechnungsfähig – Ärzte, Amtsenthebung und Kritik

Warum wird Trump als unzurechnungsfähig bezeichnet?

30 US-Psychiater haben in einer im British Medical Journal veröffentlichten Erklärung auf „objektiv beobachtbare Anzeichen“ hingewiesen, darunter kognitive Probleme, Impulskontrollverlust und auffälliges Verhalten.

Ist Trump offiziell medizinisch diagnostiziert?

Nein. Es handelt sich um eine öffentliche Einschätzung von Fachärzten, nicht um eine offizielle Diagnose. Die Ärzte haben Trump nicht persönlich untersucht.

Was bedeutet eine Amtsenthebung in den USA?

Ein sogenanntes Impeachment beginnt im Repräsentantenhaus. Für eine tatsächliche Absetzung ist jedoch eine Zweidrittelmehrheit im Senat notwendig, was politisch sehr schwer durchzusetzen ist.

Was ist die Goldwater Rule?

Die Goldwater Rule ist eine ethische Richtlinie, die Psychiatern verbietet, Ferndiagnosen über öffentliche Personen ohne Untersuchung und Zustimmung abzugeben.

Wie reagiert Trump auf die Vorwürfe?

Trump hat Kritik an seiner mentalen Gesundheit in der Vergangenheit zurückgewiesen und auf absolvierte kognitive Tests verwiesen. Eine direkte Reaktion auf die aktuelle Erklärung liegt nicht vor.

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