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Benjamin Netanjahu spricht nach der Wahlnacht zu seinen Anhängern
Zitterpartie in Jerusalem: Nach der Israel-Wahl 2026 zeichnet sich keine klare Mehrheit für eines der Lager ab.
Zitterpartie in Jerusalem: Nach der Israel-Wahl 2026 zeichnet sich keine klare Mehrheit für eines der Lager ab.
APA-Images / AFP / JOHN WESSELS

Wahlkrimi in Israel: Netanjahu vor dem Aus?

28.10.2026 um 12:12, Marcel Toifl
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Wer gewinnt die Wahlen in Israel 2026? Die aktuelle Hochrechnung zeigt ein Patt. Alle möglichen Verteilungen, Prognosen und Analysen zum Rennen.

Bei den wegweisenden Wahlen in Israel 2026 zeichnet sich nach der Schließung der Wahllokale ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die erste offizielle Hochrechnung deutet auf eine Pattsituation zwischen dem rechtsreligiösen Lager von Langzeit-Premier Benjamin Netanjahu und dem Oppositionsbündnis um Ex-Militärchef Gadi Eisenkot hin. Bei der historisch hohen Wahlbeteiligung steht das Land vor einer schwierigen Regierungsbildung.

​Pattsituation nach den Wahlen in Israel 2026

Die mit Spannung erwartete Wahl in Israel hat die politische Spaltung des Landes erneut offenbart. Die Prognosen der großen TV-Sender zeigen ein unbarmherziges Rennen, bei dem weder der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu noch sein Herausforderer Gadi Eisenkot die Hürde von 61 Sitzen in der 120 Mandate umfassenden Knesset alleine erreichen können. Bei den Wahlen in Israel 2026 erreichte die Wahlbeteiligung mit 77,7 Prozent den höchsten Wert seit mehr als zwei Jahrzehnten.

​Hochrechnung sieht keinen klaren Sieger im Rennen

Blickt man auf die Verteilung der Sitze, zeichnet die erste Hochrechnung ein komplexes Bild: Netanjahus rechtspopulistischer Likud-Block wird laut den Prognosen zwar mit rund 27 Mandaten als stärkste Einzelpartei aus der Wahl hervorgehen. Zusammen mit seinen rechtsextremen und ultraorthodoxen Koalitionspartnern kommt sein Lager derzeit jedoch nur auf etwa 51 bis 52 Sitze. Die Opposition rund um Eisenkots Mitte-Partei Yashar (21 Sitze) und Partner wie Jair Lapid kommt gemeinsam ebenfalls auf etwa 51 Mandate.

​Eisenkot gegen Netanjahu: Duell um den Führungsanspruch

Trotz der unklaren Mehrheitsverhältnisse erhoben am Wahlabend beide Lager Anspruch auf die Regierungsbildung. Netanjahu betonte vor Anhängern, dass die jüdische Bevölkerung mehrheitlich für ein rechtes Bündnis gestimmt habe und lehnte eine Einbindung arabischer Parteien strikt ab. Sein Herausforderer Gadi Eisenkot sprach hingegen von einem klaren Votum für eine politische Neuausrichtung: „Die Öffentlichkeit hat für eine Veränderung gestimmt“, erklärte der frühere Generalstabschef und forderte das Ende der Ära Netanjahu.

​Die arabischen Parteien als Zünglein an der Waage

Für das endgültige Ergebnis spielen die arabischen Listen eine entscheidende Rolle. Sowohl die islamisch-konservative Ra'am als auch die linksgerichtete Gemeinsame Liste konnten ihre Mandate massiv ausbauen und kommen zusammen auf bis zu 19 Sitze. Sie lehnen Netanjahu entschieden ab und könnten Eisenkot zu einer Mehrheit verhelfen – vorausgesetzt, dieser geht das politische Wagnis ein, sich auf die Stimmen arabischer Abgeordneter zu stützen, was im Oppositionslager wiederum umstritten ist.

​Stimmensplitter und der Faktor der Soldatenstimmen

Das endgültige Ergebnis der Wahlen in Israel steht noch aus. Zwar sind bereits weite Teile der Stimmen aus den Wahllokalen ausgezählt, die Auszählung der sogenannten Doppelumschläge – darunter vor allem die Stimmen von tausenden aktiven Soldatinnen und Soldaten – dauert jedoch noch an. Erfahrungsgemäß tendieren die Soldatenstimmen eher zum rechten Spektrum, weshalb im Lager des Likud noch Hoffnung auf minimale Verschiebung der Mandate herrscht.

​Droht Israel eine erneute politische Dauerkrise?

Gelingt keinem der beiden Anführer in den kommenden Wochen eine tragfähige Koalitionsbildung, droht dem Land eine Wiederholung der politischen Lähmung vergangener Jahre. Staatspräsident Jizchak Herzog wird den Regierungsbildungsauftrag voraussichtlich Anfang November vergeben. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnte den Bürgerinnen und Bürgern im Frühjahr bereits die nächste Parlamentswahl bevorstehen – eine Perspektive, die das Land mitten in einer angespannten sicherheitspolitischen Lage weiter belasten würde.

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