Iran-Krieg erreicht Österreichs Wirtschaft: WIFO sieht erste Folgen
- Energiepreise treiben Inflation nach oben
- Wirtschaft schwächelt: Wachstum verliert an Dynamik
- Unternehmen und Konsumenten werden pessimistischer
- Arbeitsmarkt gerät unter Druck
- Iran-Krieg belastet Konjunkturerholung
Der Iran-Krieg trifft Österreichs Wirtschaft bereits spürbar: Die Inflation steigt, das Wachstum schwächelt, die Konjunktur gerät unter Druck. Laut aktuellem WIFO-Konjunkturbericht zeigen sich die Auswirkungen deutlich in steigender Inflation, schwächerem Wachstum und wachsender Unsicherheit. Nach einer Phase kräftiger globaler Expansion verliert die Konjunktur spürbar an Dynamik.
Energiepreise treiben Inflation nach oben
Auslöser der Entwicklung ist vor allem der starke Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Die faktische Blockade der Straße von Hormus sorgt für hohe Preise bei Rohöl und Erdgas. Im März und April lag der Ölpreis bei rund 100 Dollar je Barrel, Gas bei etwa 50 Euro je Megawattstunde.
Die Folgen sind bereits sichtbar: Die Inflation ist zuletzt auf 3,3 Prozent gestiegen. Energie kostet aktuell rund elf Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Terminmarkt-Notierungen dürften die Energiepreise auch in den kommenden Monaten auf einem ähnlichen Niveau bleiben.
„Rohöl wird laut den Markterwartungen in den kommenden Monaten etwas teurer sein als im Hauptszenario der letzten WIFO-Konjunkturprognose angenommen, Erdgas etwas billiger“, erklärt WIFO-Ökonom Stefan Ederer. „Die Preiserwartungen sind aber weiterhin deutlich niedriger als im pessimistischen Szenario unterstellt.“
Wirtschaft schwächelt: Wachstum verliert an Dynamik
Auch die Wirtschaft in Österreich schwächt sich ab. Im ersten Quartal 2026 ist das Bruttoinlandsprodukt nur noch moderat um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Exporte stagnieren, die Industrie schwächelt.
Vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs ist die Weltwirtschaft noch deutlich gewachsen. Auch Welthandel und Industrieproduktion sind zuletzt deutlich ausgeweitet worden. Mittlerweile belasten steigende Kosten und Unsicherheit die wirtschaftliche Entwicklung zunehmend.
Unternehmen und Konsumenten werden pessimistischer
Die wirtschaftliche Stimmung und jene im Dienstleistungssektor haben sich seit Kriegsbeginn spürbar verschlechtert. Laut WIFO-Konjunkturtest sind sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Erwartungen der Unternehmen deutlich ins Negative gerutscht. Die WIFO-Konjunkturampel steht wieder auf Rot.
Gleichzeitig hat sich das Verbrauchervertrauen eingetrübt. Hohe Preise und unsichere Perspektiven führen dazu, dass Haushalte vorsichtiger werden und Ausgaben zurückstellen.
Arbeitsmarkt gerät unter Druck
Am Arbeitsmarkt zeigt sich die Entwicklung ebenfalls. Zwar ist die Beschäftigung zuletzt um 0,8 Prozent gestiegen, gleichzeitig nimmt aber auch die Arbeitslosigkeit zu.
Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei rund 7,5 Prozent. Die Dynamik am Arbeitsmarkt reicht damit nicht aus, um eine Entspannung zu erreichen.
Iran-Krieg belastet Konjunkturerholung
Das WIFO sieht die wirtschaftliche Erholung zunehmend gefährdet. „Der Iran-Krieg gefährdet die Konjunkturerholung“, heißt es im aktuellen Bericht.
Die weitere Entwicklung hängt laut WIFO vor allem vom Verlauf des Konflikts und der Entwicklung der Energiepreise ab.