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OeNB-Gouverneur Martin Kocher spricht bei einer Pressekonferenz über die Prognose zum wirtschaftlichen Wachstum in Österreich und warnt vor den Folgen des Iran-Kriegs auf die Konjunktur
OeNB-Gouverneur Martin Kocher warnt: Der Iran-Krieg bremst das wirtschaftliche Wachstum in Österreich deutlich.
OeNB-Gouverneur Martin Kocher warnt: Der Iran-Krieg bremst das wirtschaftliche Wachstum in Österreich deutlich.
APA-Images / APA / HARALD SCHNEIDER

Iran-Krieg trifft Österreich: OeNB senkt Wachstum deutlich auf 0,5 Prozent

24.03.2026 um 11:50, Stefanie Hermann
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Die OeNB senkt die Prognose: Der Iran-Krieg drückt das wirtschaftliche Wachstum in Österreich auf 0,5 Prozent und treibt die Inflation an.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Prognose für das wirtschaftliche Wachstum deutlich nach unten korrigiert. Für 2026 erwartet sie nur noch ein Plus von 0,5 Prozent. Grund ist der Krieg im Nahen Osten und die dadurch gestiegenen Energiepreise.

OeNB senkt Prognose deutlich

Der Krieg im Nahen Osten bremst die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich stärker als erwartet. Die Prognose für 2026 wurde um 0,3 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Damit bleibt das wirtschaftliche Wachstum deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Schwaches Wachstum nach Rezession

Nach zwei Jahren Rezession hätte 2026 eigentlich ein stärkerer Aufschwung einsetzen sollen. Stattdessen bleibt das Wachstum schwach. OeNB-Gouverneur Martin Kocher warnt vor den Auswirkungen der geopolitischen Lage: „Der am 28. Februar ausgebrochene Krieg im Nahen und Mittleren Osten und die in der Folge deutlich gestiegenen Energiepreise bringen jedoch erneut große Unsicherheit mit sich und trüben die weiteren wirtschaftlichen Aussichten signifikant“.

Energiepreise belasten Wirtschaft

Die gestiegenen Energiepreise treffen Unternehmen und Haushalte gleichermaßen. Betriebe kämpfen mit höheren Kosten, während die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt. Gleichzeitig steigt die Inflation 2026 auf 2,7 Prozent. Der Krieg trägt laut OeNB rund 0,6 Prozentpunkte dazu bei.

Risiko Szenarien für Österreich

Die weitere Entwicklung bleibt unsicher. Die OeNB rechnet auch mit deutlich schlechteren Szenarien: „Die weitere Entwicklung des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten und seine Auswirkungen auf die Energiepreise, die Finanzmärkte und das Vertrauen der Wirtschaftsakteure sind aktuell höchst unsicher“.

Bei dauerhaft hohen Energiepreisen könnte das wirtschaftliche Wachstum 2026 auf nur 0,2 Prozent sinken, während die Inflation auf 3,8 Prozent steigt. Im Extremfall droht sogar eine Rezession mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent und einer Inflation von bis zu 4,2 Prozent.

Wirtschaftliche Erholung verschiebt sich

Erst ab 2027 erwartet die OeNB wieder ein Wachstum von rund 1 Prozent. Ob diese Erholung eintritt, hängt jedoch stark von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten und den Energiepreisen ab. Damit bleibt das wirtschaftliche Wachstum in Österreich stark von globalen Krisen abhängig.

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