Iran-Krieg belastet Haushalte: So viel mehr kostet das Leben in Österreich
- Energiepreise steigen
- Lebensmittel werden teurer
- Kaufkraft sinkt
- So viel mehr muss jeder zahlen
- Haushalte sparen mehr
Der Iran-Krieg wirkt sich direkt auf den Alltag in Österreich aus, vor allem durch die steigenden Energiepreise. Rohöl und Erdgas haben sich deutlich verteuert, was sich früher oder später bei Strom- und Heizkosten bemerkbar macht. Im pessimistischen Szenario steigt der Erdgaspreis auf bis zu 70 Euro je Megawattstunde. Zum Vergleich: Vor der Eskalation lag er deutlich darunter. Für Haushalte bedeutet das: Heizen und Strom bleiben spürbar teurer als noch vor wenigen Jahren.
Auch der Ölpreis steigt im Krisenszenario deutlich und kann zeitweise auf bis zu 120 Dollar je Barrel klettern.
Energiepreise treiben Kosten
„Die Entwicklung der Rohöl- und Erdgaspreise ist sowohl für die Inflationsprognose als auch für den von den Unternehmen erwarteten Kostendruck entscheidend“, erklärt WIFO-Ökonom Marcus Scheiblecker. Entscheidend sei vor allem die Entwicklung der Energiepreise, die direkt auf die Kosten der Haushalte durchschlagen.
Für Haushalte bedeutet das konkret: Energie bleibt teuer – und eine rasche Entspannung ist nicht in Sicht. Bereits kleine Preissteigerungen haben große Auswirkungen: Steigen die Energiekosten eines Haushalts nur um wenige Prozent, kann sich das im Jahr schnell auf mehrere hundert Euro Mehrbelastung belaufen.
Teurere Lebensmittel im Supermarkt
Die höheren Energiepreise wirken sich nicht nur direkt aus, sondern treiben auch viele andere Kosten nach oben. Transport, Produktion und Lagerung werden teurer – und das schlägt sich letztlich im Supermarkt nieder.
Die Folge: Lebensmittelpreise steigen weiter oder bleiben auf hohem Niveau. Besonders stark betroffen sind energieintensive Produkte wie Brot, Fleisch oder Milchprodukte, deren Herstellung und Transport stark von Energiepreisen abhängen. Bei Grundnahrungsmitteln spüren viele Haushalte die Belastung bereits deutlich.
Weniger Geld im Börsel: Kaufkraft sinkt spürbar
Gleichzeitig sinken die real verfügbaren Einkommen. Das bedeutet: Obwohl viele Menschen gleich viel oder etwas mehr verdienen, können sie sich weniger leisten.
Für das gleiche Einkommen müssen Haushalte mehr für Energie und Grundbedürfnisse ausgeben – für andere Ausgaben bleibt weniger übrig.
Der Grund ist die weiterhin hohe Inflation. Sie frisst einen Teil des Einkommens auf – und sorgt dafür, dass die Kaufkraft spürbar zurückgeht. Im Hauptszenario liegt die Inflation 2026 bei rund 2,7 Prozent, im schlechtesten Fall kann sie sogar wieder auf über 4 Prozent steigen. Erst 2027 wird wieder mit einer spürbaren Entspannung gerechnet.
So viel mehr muss jeder zahlen
Die Werte sind Durchschnitts- und Näherungswerte. Je nach Anbieter, Region und Produkt können die tatsächlichen Preise variieren. Quelle: Statistik Austria (VPI), AK Preismonitor, E-Control sowie aktuelle Marktbeobachtungen.
So haben sich wichtige Preise in Österreich entwickelt
Wie stark sich das im Alltag bemerkbar macht, zeigt ein Blick auf konkrete Preisentwicklungen.
Die Werte sind Durchschnitts- und Näherungswerte. Je nach Anbieter, Region und Produkt können die tatsächlichen Preise variieren. Quelle: Statistik Austria (VPI), AK Preismonitor, E-Control sowie aktuelle Marktbeobachtungen.
| Produkt / Kosten | 2024/2025 (Ø) | 2026 (aktuell) | Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Milch (1 Liter) | ca. 1,20 – 1,30 € | ca. 1,40 – 1,50 € | +10 % |
| Butter (250 g) | ca. 2,00 – 2,30 € | ca. 2,50 – 3,00 € | +15 bis +30 % |
| Eier (10 Stück) | ca. 2,50 – 2,80 € | ca. 2,90 – 3,30 € | +10 bis +20 % |
| Strom (Haushalt, kWh) | ca. 25 – 30 Cent | ca. 30 – 40 Cent | +15 bis +30 % |
| Gas (Haushalt) | Indexbasis 2024/25 | deutlich höher | +20 bis +50 % (je nach Tarif) |
| Sprit (Diesel/Benzin) | ca. 1,50 – 1,70 € | ca. 1,70 – 2,00 € | +10 bis +20 % |
In Summe ergibt sich für einen durchschnittlichen Haushalt je nach Energieverbrauch und Lebensstil eine Mehrbelastung von rund 450 bis über 1.000 Euro pro Jahr.
Mehr Unsicherheit: Haushalte sparen wieder stärker
Die unsichere Lage führt dazu, dass viele Menschen vorsichtiger werden. Größere Anschaffungen werden verschoben, Geld wird zurückgelegt.
Im Krisenszenario steigt die Sparquote wieder an – ein klassisches Krisensignal, weil Haushalte mit unsicheren Zeiten rechnen.
„Da der Iran-Krieg nicht prognostizierbare Preissprünge auslöst, hat sich das WIFO entschlossen, von unterschiedlichen Preisszenarien auszugehen“, so Scheiblecker.
Der Iran-Krieg trifft jeden indirekt im Alltag
Auch wenn der Konflikt geografisch weit entfernt ist, sind die Auswirkungen in Österreich klar spürbar. Höhere Energiepreise, steigende Lebensmittelkosten und sinkende Kaufkraft treffen Haushalte direkt. Besonders problematisch ist, dass viele dieser Kosten gleichzeitig steigen und sich gegenseitig verstärken. Energie, Lebensmittel und alltägliche Ausgaben verteuern sich parallel.
Wie stark die Belastung letztlich ausfällt, hängt vor allem davon ab, wie lange der Krieg dauert – und wie stark die Preise weiter steigen. Schon jetzt zeigt sich: Selbst moderate Preissteigerungen summieren sich für viele Haushalte auf spürbare Zusatzkosten im Alltag.