Immer mehr gefälschte Impfpässe im Umlauf

Das Geschäft mit falschen Impfnachweisen boomt. Die Betrüger gefährden uns alle.
Autor: Andrea Schröder, 16.08.2021 um 11:44 Uhr

Impfung nein Danke, alle Vorteile des Impfzertifikats trotzdem voll ausschöpfen: So muss man sich wohl die Denkweise derjenigen vorstellen, die gefälschte Impfpässe kaufen. Tausende sollen schon im Umlauf sein, ein beängstigender Gedanke. Denn nicht nur, dass sowohl die Geschäftemacher als auch die Nutzer der Fakes Urkundenfälschung begehen, Strafmaß: bis zu ein Jahr Haft. Sie gefährden auch die Gesundheit all jener, die mit ihnen etwa im Theater oder Restaurant sitzen - im Glauben, dass alle Anwesenden die 3 G-Regel befolgen.

Leicht zu haben

Ohne  hier eine Anleitung zu liefern: Impfpässe zu besorgen ist nicht wesentlich schwieriger als ein Buch online zu bestellen. Auf der Social Media-Plattform Telegram (vergleichbar mit facebook) tummeln sich zahlreiche Anbieter. Die Preise sind  sogar schon gesunken: Musste man im April noch um die 100 Euro für ein Impfzertifikat mit Stempel, Unterschrift und Chargenaufkleber berappen, ist es heute schon um 60 Euro zu haben.

Ein aufgeblätterter Impfpass mit Enträgen, ein Stift verdeckt die Einträge

Bezahlt wird die Ware ebenfalls ganz bequem mit Paypal oder, falls verfügbar, mit Bitcoins. Auch an den QR-Code für das Handy wird selbstverständlich gedacht, er ist im Paket enthalten.

Wie ist das möglich?

Social Media hat den Betrug im großen Stil sehr einfach gemacht. Vor lauter Freude über ihre Immunisierung haben zahlreiche Geimpfte Fotos ihrer Impfpässe auf Facebook, Twitter und Instagram geteilt. Darauf häufig deutlich zu erkennen: Impfzentrum, Unterschrift und Chargennummer. Leer Impfpässe lassen sich easy beschaffen, etwa über Amazon. Dann müssen nur noch die Daten aus den geposteten Pässen übernommen werden - fertig.