FPÖ Aschermittwoch: "Hirntot" – Kickl fordert Dritte Republik
- Kickl will Dritte Republik
- Angriff auf Regierung
- Außenministerin Meinl-Reisinger als Zielscheibe
- Haimbuchner lobt Trump
- FPÖ hat „Fernsehen revolutioniert“
- Haimbuchner spart Stelzer aus
- Keine Gegendemo, aber Gegenveranstaltungen
Beim traditionellen Aschermittwoch der FPÖ in Ried im Innkreis hat FPÖ-Bundesparteichef Herbert Kickl seinen „Phönix“-Plan als Weg „zurück zur Insel der Seligen“ skizziert und zum erwarteten verbalen Angriff auf die Bundesregierung ausgeholt. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger bot er der Ukraine als „Sachspende“ an. Der oberösterreichische Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner, der 2027 Landeshauptmann werden will, verzichtete weitgehend auf Vorwahlkampftöne.
Kickl will Dritte Republik
Die vom blauen Bundesparteichef propagierte Dritte Republik sei „eine Redemokratisierung und keine Abschaffung der Demokratie, wie es uns immer unterstellt wird“, betonte Kickl, der vor rund 2.000 Anhängern in der Jahnturnhalle die „gute alte Zeit“ beschwor. Wenn die Politik die Grundbedürfnisse der Menschen nicht mehr erfüllen könne, brauche es einen Systemwechsel, den er gleich skizzierte: „keine neuen Steuern“, Steuererhöhungen „verboten“, ein „Staatsbegräbnis“ für den Green Deal, der Bau der „Festung Österreich“, ein Verbotsgesetz für den politischen Islam, Asylstopp und „natürlich brauchen wir Remigration“.
Angriff auf Regierung: „Brutstätte des Unvermögens“
Nicht fehlen durfte dennoch der Rundumschlag auf den politischen Mitbewerb, den er als „Einheitspartei“ sieht. Die Bundesregierung sei eine „Brutstätte des Unvermögens“, ein Hirntoter, „der gerade noch von den Herz-Lungen-Maschinen der Systemmedien am Leben gehalten“ werde, so Kickl. Jede Straßenbahngarnitur habe mehr Anhänger als Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und bei der ÖVP erwarte er demnächst eine Geschlechtsumänderung von Klubobmann August Wöginger. Denn wenn dieser nach seinem Prozess nicht mehr tragbar sei, werde er wahrscheinlich als „Augustine Wöginger“ weitermachen, vermutet Kickl. „Die machen alles, um an der Macht zu bleiben.“
Rieder Aschermittwoch 2026 mit Herbert Kickl & Manfred Haimbuchner
Der Rieder Aschermittwoch der FPÖ ist mittlerweile zu einer echten Tradition geworden. Auch 2026 wird die politische Konkurrenz nicht geschont – GARANTIERT! Sei dabei – hier gibt es für Euch die komplette Veranstaltung direkt aus der Rieder Jahnturnhalle!
Gepostet von Herbert Kickl am Mittwoch, 18. Februar 2026
Außenministerin Meinl-Reisinger als Zielscheibe
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) bezeichnete er – wie Haimbuchner vor ihm – als „NATO-Beate“. Dass sie sich als Außenministerin eines neutralen Landes einen Orden eines „kriegsführenden Landes umhängen lässt, das ist, wie wenn der Papst eine Auszeichnung von einem Puff entgegennimmt.“ Den Ukrainern empfahl er: „Bürgert sie ein, wir geben sie euch als Sachspende.“
Haimbuchner lobt Trump
Der oberösterreichische Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner streute US-Präsident Donald Trump Rosen: „Trump hat die konservative Wende und das Ende der Herrschaft der woken Gesellschaft eingeläutet und den Europäern ihr eigenes Unvermögen vor Augen geführt.“
Davor hatte auch er kräftig gegen die Bundespolitik ausgeholt: Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hoffe jeden Tag, „dass niemand draufkommt, dass er Kanzler ist“, während Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) „als Bürgermeister von Traiskirchen an einem Ort gescheitert ist, der kleiner ist als die Jahnturnhalle“, und Meinl-Reisinger, die sich „fremden Mächten an den Hals“ werfe.
FPÖ hat „Fernsehen revolutioniert“
Es folgte der obligatorische Angriff auf die Medien, die „Marxisten in den Redaktionsstuben, die bis heute keine Krawatte binden können und glauben, Sakko ist ein japanisches Getränk“. Aber die FPÖ – „Wir alle können den Gigi D'Agostino ganz gut leiden“ – habe nun „das Fernsehen revolutioniert und sind auch dabei, das mit dem Radio zu machen“, kündigte Haimbuchner an.
Haimbuchner spart Stelzer aus
Auffällig war, dass er entgegen allen Erwartungen die Landespolitiker – speziell seinen Regierungspartner Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) – in seiner 32-minütigen Rede nicht erwähnte. Das übernahm dann Bundesparteichef Herbert Kickl, der in Haimbuchner schon den nächsten Landeshauptmann sieht. „Dem Stelzer schlottern jetzt schon die Knie“, vermutet er, weil die Leute nicht vergessen hätten, dass er ihnen „diese Verliererampel federführend mit eingebrockt hat“. „Er war mittendrin beim größten Wählerverrat“, den es in der Zweiten Republik gab, so Kickl.
Keine Gegendemo, aber Gegenveranstaltungen
Gegendemonstration gab es heuer keine, allerdings zwei Gegenveranstaltungen: Rund 20 Organisationen, darunter die Hauptveranstalter kuli – Kultur.Land.Impulse, das OÖ Netzwerk gegen Rechtsextremismus und Rassismus, die Omas gegen Rechts und die KUPF Oberösterreich organisierten in Ried einen „Kulturpolitischen Aschermittwoch“ mit dem Rechtsextremismusexperten Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands. Tradition hat auch schon eine Gegenveranstaltung der Welser Antifa im Bildungshaus Schloss Puchberg.