Fleisch und Milch: ÖVP-Bauernbund kritisiert "Schleuderpreise"
Der ÖVP-Bauernbund hat am Mittwoch vor einer weiteren Zuspitzung beim Preisdruck auf bäuerliche Produkte gewarnt - abseits des dort kritisierten Mercosur-Handelspakts. Besonders bei Milch, Schweinefleisch, Getreide, Erdäpfeln und Zucker seien die derzeitigen Erzeugerpreise "existenzgefährdend niedrig", verwies der Bauernbund auch auf zuletzt "drastische Preisrückgänge" im Lebensmittelhandel bei einigen dieser Produkte und fordert einen "Österreich-Bonus" für hiesige Produkte.
Kritik an Schleuderpreisen im Handel
"Ein Viertelkilo Butter wird im Flugblatt eines Diskonters mittlerweile um 96 Cent angeboten", kritisierte Bauernbund-Chef und ÖVP-Parlamentarier Georg Strasser in einer Aussendung. Heimisches Schweinskarree, aus dem beispielsweise gerne Schnitzerln geklopft werden, gebe es im Großhandel um 4,39 Euro pro Kilo, Semmeln um 25 Cent: "Zu solchen Schleuderpreisen können unsere Bäuerinnen und Bauern keine Lebensmittel produzieren", so Strasser.
Forderung nach Österreich-Bonus
Strasser sieht "akuten Handlungsbedarf auf allen Ebenen". Heimische Lebensmittel brauchten einen "'Österreich-Bonus', der sicherstellt, dass ein fairer Anteil vom Preis im Supermarktregal bei den Bäuerinnen und Bauern ankommt", sagte der Agrarier. Wie ein solcher "Bonus" genau ausgestaltet sein könne, blieb vorerst offen, es geht den Bauern jedenfalls um ihren Platz in der Wertschöpfungskette. Der "Preiskampf" dürfe "nicht länger auf dem Rücken der Bauern ausgetragen werden". Während sich Konsumenten bei der Supermarkt-Kassa nur "wenige Cent" ersparen würden, gehe es für die Landwirte um Existenzen, so Strasser.