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Ein Polizeiauto steht nachts vor einer Mauer nahe dem Friedhof Baumgarten in Wien, wo eine 64-jährige Frau getötet wurde. Die festgenommene Verdächtige (14) ist geständig
Friedhof Baumgarten in Wien-Penzing: Nach der tödlichen Messerattacke auf eine 64-Jährige hat die festgenommene Jugendliche die Tat gestanden.
Friedhof Baumgarten in Wien-Penzing: Nach der tödlichen Messerattacke auf eine 64-Jährige hat die festgenommene Jugendliche die Tat gestanden.
APA-Images / APA / MAX SLOVENCIK

Mord am Friedhof: 14-Jährige geständig – Frau war Unbekannte

24.02.2026 um 17:45, Stefanie Hermann
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Nach dem Mord einer 64-Jähriger am Friedhof Baumgarten wurde eine Jugendliche festgenommen. Die 14-Jährige hat die Tat gestanden. Ihr Opfer kannte sie nicht.

Nach der tödlichen Messerattacke auf dem Friedhof Baumgarten in Wien-Penzing hat die festgenommene 14-Jährige die Tat gestanden. Die Hintergründe des Verbrechens sind weiterhin unklar.

Friedhof Baumgarten: Frau bei Grabbesuch attackiert

Die 64-Jährige war am Montagnachmittag gegen 17.30 Uhr im Bereich der Waidhausenstraße von einer Passantin leblos und mit massiven Schnitt- und Stichverletzungen aufgefunden worden. Ein Notarzt versuchte noch, die Frau zu reanimieren, jedoch ohne Erfolg. Der Friedhof Baumgarten wurde großräumig abgesperrt, zahlreiche Einsatzkräfte sicherten Spuren bis in die Abendstunden.

Tatverdächtige rasch ausgeforscht

Rasch wurde die Polizei auf eine Jugendliche aufmerksam. Die 14-Jährige wurde wenig später in einer sozialpsychiatrischen Wohngemeinschaft der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) in unmittelbarer Nähe des Friedhofs festgenommen.

Bei der Festnahme stellten Ermittler ein Taschenmesser als mutmaßliche Tatwaffe sowie Kleidung sicher. „Darauf fanden sich auch Blutspuren“, bestätigte Polizeisprecher Philipp Haßlinger. Auch das Mobiltelefon der Jugendlichen wurde beschlagnahmt. Medienberichte über ein mögliches Video der Tat in sozialen Netzwerken wurden von der Polizei bislang nicht bestätigt. Ob sich auf dem Gerät relevante Aufnahmen befinden, wird derzeit geprüft.

Mord am Friedhof: 14-Jährige gesteht Tat

Im Zuge der Einvernahme legte die Beschuldigte ein Geständnis ab. Zu einem Motiv machte sie laut Polizei keine Angaben. Nach aktuellem Ermittlungsstand kannten sich Opfer und Beschuldigte nicht. Die 64-Jährige dürfte sich für einen Grabbesuch auf dem Friedhof aufgehalten haben.

Ob die tatverdächtige Jugendliche zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol oder Suchtmitteln stand, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen. Ebenso wird ihr psychischer Zustand untersucht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Jugendliche seit November in betreuter Einrichtung

Die 14-Jährige lebte seit November 2025 in einer sozialpsychiatrischen Wohngemeinschaft der MA 11. Zuvor hatte ihre Mutter die Obsorge an die Kinder- und Jugendhilfe übertragen. „Sie sagte, sie schaffe es zu Hause mit ihr nicht mehr und stimmte einer Betreuung in der WG zu“, erklärte MA-11-Sprecherin Ingrid Pöschmann.

Polizeilich sei das Mädchen zuvor nicht wegen Straftaten aufgefallen. „Das Thema bei ihr war ausschließlich eigengefährdendes Verhalten“, so Pöschmann. Mehrfach sei sie ambulant und stationär psychiatrisch behandelt worden und habe Medikamente einnehmen müssen. „Die Kinder in dieser Wohngemeinschaft haben alle psychiatrische Diagnosen.“

In der auf vier Plätze ausgelegten Einrichtung seien täglich vier Erwachsene im Dienst. Man arbeite eng mit dem Psychosozialen Dienst der Stadt Wien sowie mit Kinder- und Jugendpsychiatrien zusammen. Nach der Tat würden Mitbewohner und Personal psychologisch betreut. „Ein Psychologe ist derzeit vor Ort und betreut die Kinder und das Personal“, so Pöschmann.

Sie brauchen Hilfe oder sind in einer psychischen Ausnahmesituation?

Wenn Sie selbst betroffen sind oder sich akut bedroht fühlen, holen Sie sich Unterstützung. In Österreich gibt es rund um die Uhr kostenlose Hilfe:

  • Notruf Polizei: 133
  • Rettung: 144
  • TelefonSeelsorge: 142
  • Rat auf Draht (Kinder und Jugendliche): 147
  • Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555
  • Männernotruf: 0800 246 247

Weitere Hilfsangebote: www.suizid-praevention.gv.at

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