Neue Banknoten: EZB startet Abstimmung – alle können über Euro mitentscheiden
- Zwei Serien zur Auswahl
- Mehr Sicherheit geplant
- 350 Millionen Menschen entscheiden
- Einführung ab 2028
- Kritik am Design
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine öffentliche Abstimmung über neue Euro-Banknoten gestartet. Bürgerinnen und Bürger im Euroraum können ab sofort online ihre Meinung zu den künftigen Designs abgeben. Die Umfrage läuft bis zum 21. September 2026. Der EZB-Rat will die Ergebnisse in seine Entscheidung einbeziehen, die voraussichtlich Ende 2026 fällt.
Hintergrund ist die Weiterentwicklung von Fälschungstechniken sowie veränderte Anforderungen an Bargeld. Notenbanken erneuern ihre Banknoten regelmäßig, um Sicherheit und Funktionalität anzupassen. Es ist die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Scheine seit ihrer Einführung im Jahr 2002.
Jetzt abstimmen: Die Europäische Zentralbank lässt Bürgerinnen und Bürger über die neuen Euro-Banknoten mitentscheiden. Geben Sie Ihre Meinung zu den Designs ab und gestalten Sie die Zukunft des Euro mit. Zur EZB-Umfrage
Abstimmung zu Euroscheinen: Zwei Serien stehen zur Auswahl
Die Entwürfe stammen aus einem europaweiten Wettbewerb. Mehr als 1.200 Designerinnen und Designer hatten sich beworben, zehn Vorschläge wurden in die engere Auswahl aufgenommen. Für die neuen Banknoten stehen zwei Themen zur Wahl: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“.
Zwei Designrichtungen im Überblick:
- Europäische Kultur: Persönlichkeiten und Kulturräume Europas
- Flüsse und Vögel: Naturmotive kombiniert mit europäischen Institutionen
Die Kultur-Serie zeigt bekannte Persönlichkeiten wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie oder Leonardo da Vinci. Ergänzt werden sie durch Darstellungen europäischer Kulturräume.
Die zweite Serie setzt auf Naturmotive. Sie kombiniert Flüsse und Landschaften mit europäischen Vogelarten. Auf den Rückseiten sind Institutionen wie das Europäische Parlament oder die Europäische Kommission vorgesehen.
Eine feste Zuordnung der Motive zu einzelnen Banknoten gibt es derzeit noch nicht. Für beide Design-Serien wurden jeweils fünf Entwürfe entwickelt, die den bestehenden Stückelungen von fünf bis 200 Euro entsprechen. An der grundlegenden Gestaltung der Banknoten soll sich jedoch wenig ändern. Die Farben und Stückelungen bleiben voraussichtlich erhalten. So bleibt der Fünf-Euro-Schein grau, der Zehner rot und der 20-Euro-Schein blau.
Mehr Sicherheit und bessere Erkennbarkeit geplant
Ein zentrales Ziel der Neugestaltung ist aber, Fälschungen durch moderne Sicherheitsmerkmale weiter zu erschweren. Zudem sollen die Banknoten leichter erkennbar sein und auch für Menschen mit Einschränkungen besser nutzbar werden. Auch die Umweltbilanz der Produktion soll verbessert werden.
350 Millionen Menschen können mitentscheiden
Der Euro ist die gemeinsame Währung von rund 358 Millionen Menschen in 21 EU-Staaten. Sie können sich an der EZB-Umfrage zu den neuen Banknoten beteiligen. Ziel ist es, die gemeinsame Identität und die Vielfalt Europas stärker auf den Banknoten abzubilden.
„Nach 20 Jahren ist es an der Zeit, mit einem neuen Design sicherzustellen, dass sich alle Europäerinnen und Europäer noch stärker mit den Euro-Banknoten identifizieren können“, sagt EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Die finale Entscheidung über das Design trifft der EZB-Rat nach Auswertung der Umfrage sowie technischer Bewertungen und Jury-Ergebnisse.
Einführung frühestens ab 2028
Nach der Entscheidung des EZB-Rats für ein Design beginnt die technische Umsetzung der neuen Serie. Dazu zählen Tests, Entwicklung und Produktion der Scheine. Die neuen Euro-Banknoten dürften frühestens ab 2028 schrittweise ausgegeben werden.
An den bestehenden Stückelungen ändert sich nichts. Die Serie umfasst weiterhin Banknoten von fünf bis 200 Euro. Die bestehenden Euro bleiben weiterhin gültig und werden parallel zur neuen Serie im Umlauf bleiben.
Kritik an konkreten Motiven
Die geplante Neugestaltung stößt aber nicht nur auf Wohlwollen. Der österreichische Grafiker Robert Kalina, der die aktuellen Euro-Banknoten entworfen hat, zeigt sich skeptisch.
Kalina hatte die aktuellen Euro-Scheine bewusst ohne reale Motive gestaltet. Statt konkreter Gebäude zeigt die Serie fiktive Fenster, Tore und Brücken aus verschiedenen Architekturepochen. Ziel war es, kein Land zu bevorzugen und politische Spannungen zu vermeiden.
Genau darin sieht er nun ein Risiko bei den neuen Entwürfen. Besonders kritisch äußert er sich zur Natur-Serie: „Vögel und Flüsse gehören auf eine Briefmarke und nicht auf die wichtigste Währung des Kontinents."
FAQ: Neue Euro-Banknoten und EZB-Abstimmung
Bis wann kann man über die neuen Euro-Banknoten abstimmen?
Die Abstimmung der Europäischen Zentralbank läuft bis zum 21. September 2026. In diesem Zeitraum können Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zu den Designs abgeben.
Wann werden die neuen Euro-Banknoten eingeführt?
Die Entscheidung über das Design fällt voraussichtlich Ende 2026. Die Einführung der neuen Banknoten ist frühestens ab 2028 geplant.
Welche Motive stehen zur Auswahl?
Zur Auswahl stehen die Themen „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Beide Serien zeigen unterschiedliche Ansätze für die Gestaltung der Euro-Banknoten.
Bleiben die aktuellen Euro-Scheine gültig?
Ja, die bestehenden Euro-Banknoten bleiben gültig und werden parallel zur neuen Serie im Umlauf bleiben.
Wo kann ich an der EZB-Abstimmung teilnehmen?
Die Teilnahme ist online möglich unter EZB-Umfrage.