Direkt zum Inhalt
Ernst Hausleitner in Kitzbühel mit Melissa Naschenweng
Emotionaler Einblick: ORF-Stimme Ernst Hausleitner spricht offen über Vaterschaft, Trauer und Neuanfang.
Emotionaler Einblick: ORF-Stimme Ernst Hausleitner spricht offen über Vaterschaft, Trauer und Neuanfang.
APA-Images / Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger

ORF-Star über dunkelste Zeit: „Plötzlich auf mich alleine gestellt“

06.09.2026 um 16:37, Marcel Toifl
min read
ORF-Formel-1-Kommentator Ernst Hausleitner spricht im Podcast über den Verlust seiner Mutter, das Ehe-Aus und den Kampf um Sohn Felix.

ORF-Formel-1-Stimme Ernst Hausleitner zeigt sich so privat und verletzlich wie nie zuvor: Im „Mind Games Podcast“ spricht der beliebte Sportreporter offen über die schwerste Phase seines Lebens. Der zeitgleiche Verlust seiner Mutter und das Scheidungsdrama brachten den Kult-Kommentator an seine Grenzen. Heute definiert er seinen Lebenserfolg nicht mehr über die Karriere, sondern über die Beziehung zu seinem Sohn Felix.

Doppelkrise: Ehe-Aus und der Tod der Mutter

Im Gespräch gewährt der ORF-Moderator tiefere Einblicke in eine Phase, in der zwei schwere Schicksalsschläge zeitgleich über ihn hineinbrachen: das Ende seiner Ehe und die Krankheit sowie der spätere Tod seiner geliebten Mutter. „Meine Mama ist mir weggefallen als höchste Instanz in meinem Leben und ich war plötzlich sehr auf mich alleine gestellt“, beschreibt Hausleitner die emotionale Ausnahmesituation. Halt fand der Sportjournalist in dieser Zeit vor allem in der Natur: Um den Kopf frei zu bekommen und den enormen Druck zu verarbeiten, flüchtete er regelrecht in die Berge: „Ich bin immer mit weniger Problemen vom Berg runtergekommen, als ich raufgegangen bin.“

Kampf um Sohn Felix: „Die größte Leistung meines Lebens“

Nach der Trennung begann für den späten Vater – Hausleitner wurde mit 47 bzw. 48 Jahren Vater – ein emotionaler Kampf um den regelmäßigen Kontakt zu seinem Sohn Felix. Die Sorge, die Verbindung zu seinem Kind zu verlieren, hat den ORF-Star tief geprägt.

  • Prioritätenverschiebung: „Ich wollte mal der beste Sportreporter des Landes sein. Jetzt möchte ich der beste Papa sein“, betont Hausleitner im Podcast.
  • Kritik am System: Er übt deutliche Kritik an den rechtlichen Rahmenbedingungen bei Scheidungen in Österreich und prangert eine Schieflage bei den Väterrechten an.
  • Größter Erfolg: Den Kontakt zu Felix trotz aller Hürden aufrechtgehalten zu haben, bezeichnet er rückblickend als seine mit Abstand größte Lebensleistung.

Empathie und der Blick hinter die Kulissen der Formel 1

Durch die eigenen Krisen habe sich auch seine Sicht auf Menschen geändert. Hausleitner betont, heute deutlich nachdenklicher und empathischer durch die Welt zu gehen und niemanden mehr zu verurteilen, der im Leben den Boden unter den Füßen verliert.

Die Formel-1-Übertragungen an der Seite von Alex Wurz dienen ihm dabei nach wie vor als Leidenschaft und Kraftquelle. Den Medienzirkus sieht er inzwischen jedoch mit gelassener Distanz: „Wenn du dort bist, merkst du: Die kochen alle nur mit Wasser.“

more