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Jubel bei der AfD nach dem Wahlsieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent.
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Die AfD hat mit 43,8 Prozent einen deutlichen Wahlsieg erzielt.
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Die AfD hat mit 43,8 Prozent einen deutlichen Wahlsieg erzielt.
APA-Images / dpa / Michael Kappeler

AfD-Erdrutschsieg: Sachsen-Anhalt erlebt historische Wahl

07.09.2026 um 09:17, Stefanie Hermann
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Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent. Die CDU stürzt ab. Das deutsche Bundesland steht vor einer schwierigen Regierungsbildung.

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Abstand gewonnen und ihr bisher stärkstes Ergebnis erzielt. Laut vorläufigem Endergebnis kommt die Partei auf 43,8 Prozent. Die CDU stürzt auf 17,2 Prozent ab. Für eine absolute Mehrheit reicht es für die AfD dennoch nicht.

AfD gewinnt Wahl in Sachsen-Anhalt klar

Der Abstand zwischen den beiden stärksten Parteien ist gewaltig. Die AfD erreicht 43,8 Prozent und liegt damit mehr als 26 Prozentpunkte vor der CDU. Gegenüber der Landtagswahl 2021 hat die Partei ihren Stimmenanteil ungefähr verdoppelt.

Die CDU erlebt dagegen einen historischen Absturz. Sie erreicht nur noch 17,2 Prozent. 2021 ist sie mit 37,1 Prozent noch klar stärkste Kraft geworden. Damit hat sie binnen einer Legislaturperiode mehr als die Hälfte ihres damaligen Stimmenanteils verloren.

SPD bleibt unter zehn Prozent

Hinter AfD und CDU folgen die übrigen Parteien mit großem Abstand. Die SPD erreicht 9,3 Prozent und verbessert sich gegenüber 2021 leicht. Die Grünen kommen auf 8,9 Prozent, die Linke auf 8,6 Prozent.

Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht schafft mit 5,3 Prozent den Einzug in den Landtag. Die FDP scheitert mit 2,6 Prozent deutlich an der Fünfprozenthürde.

Im neuen Landtag verfügt die AfD über 39 Mandate. Zur absoluten Mehrheit fehlen ihr drei Sitze. Damit ist sie zwar mit Abstand stärkste Kraft, kann aber nicht alleine regieren.

Wahlgrafik zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 mit AfD bei 43,8 Prozent und CDU bei 17,2 Prozent.
Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent deutlich. Die CDU folgt mit 17,2 Prozent auf Platz zwei.

AfD dominiert fast ganz Sachsen-Anhalt

Wie deutlich der Wahlsieg ausfällt, zeigt ein Blick auf die Gemeinden. In 217 von 218 Gemeinden liegt die AfD bei den Zweitstimmen vorne. In zahlreichen Orten erreicht sie mehr als 50 Prozent, in einzelnen Gemeinden sogar mehr als 60 Prozent.

Zu den stärksten AfD-Gemeinden zählt Schnaudertal. Dort stimmen rund 65 Prozent für die Partei. Eine der auffälligsten Ausnahmen findet sich dagegen in Halle. Im Wahlkreis Halle III kommen die Grünen auf 33,7 Prozent, während die AfD mit 18,3 Prozent ihr schwächstes Ergebnis im Land erzielt.

Rekord bei der Wahlbeteiligung

Gleichzeitig haben sich so viele Menschen an der Wahl beteiligt wie seit der deutschen Wiedervereinigung bei keiner Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 77,8 Prozent. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 1998 hat bei 71,5 Prozent gelegen.

Von der hohen Mobilisierung profitiert besonders die AfD. Zahlreiche Menschen, die bei der vergangenen Landtagswahl nicht abgestimmt haben, geben diesmal der Partei ihre Stimme.

Siegmund spricht von Regierungsauftrag

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wertet das Ergebnis als Auftrag zur Regierungsbildung. Die Partei will nun Gespräche mit den anderen politischen Kräften führen. AfD-Bundeschef Tino Chrupalla spricht ebenfalls von einem „ganz klaren Regierungsauftrag“ und kündigt Gesprächsangebote an alle Parteien an.

Einfach wird die Regierungsbildung dennoch nicht. Die anderen etablierten Parteien haben eine Koalition mit der AfD bislang ausgeschlossen. Ohne Partner verfügt die Partei nicht über die notwendige Mehrheit im Landtag.

CDU steht nach Wahldebakel unter Druck

Besonders schwer wiegt das Ergebnis für die CDU. Ministerpräsident Sven Schulze verliert nicht nur die Wahl, sondern auch sein Direktmandat im Wahlkreis Magdeburg III. Über die Landesliste zieht er dennoch in den Landtag ein.

Auch außerhalb Sachsen-Anhalts sorgt das Ergebnis für Diskussionen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert seine Partei auf, nach der Niederlage nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen. Die Politik müsse sich stärker damit beschäftigen, was die Menschen bewege und warum sie so wählten.

Schwierige Regierungsbildung steht bevor

Trotz ihres Erdrutschsieges ist damit noch offen, ob die AfD künftig tatsächlich die Regierung in Sachsen-Anhalt stellt. Sie ist auf Unterstützung aus anderen Parteien oder von einzelnen Abgeordneten angewiesen.

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