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Emanuel Macron und Donald Trump Symbolbild für die diplomatische Eiszeit zwischen Frankreich und den USA nach einem Nachrichtenskandal.
Zwischen Emanuel Macron und Donald Trump herrscht nach der Veröffentlichung privater Nachrichten spürbare Spannung.
Zwischen Emanuel Macron und Donald Trump herrscht nach der Veröffentlichung privater Nachrichten spürbare Spannung.
APA-Images / AFP / THIBAULT CAMUS, ANDREW CABALLERO-REYNOLDS

Emanuel Macron: Donald Trump leakt private Nachricht

20.01.2026 um 16:55, Stefanie Hermann
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Kurz vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Donald Trump private Nachrichten von Emmanuel Macron und Mark Rutte veröffentlicht.

Die Gräben zwischen Europa und den USA werden tiefer. Im Vorfeld des WEF in Davos hat US-Präsident Donald Trump vertrauliche Kurznachrichten von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und NATO-Generalsekretär Mark Rutte veröffentlicht. Der Schritt hat die Spannungen im Grönland-Streit und im transatlantischen Verhältnis weiter befeuert.

Das stand in Macrons Nachricht

Trump hat auf Truth Social Screenshots aus Macrons Privatchat geteilt. „Mein Freund, wir sind auf einer Linie mit Blick auf Syrien. Wir können Großes vollbringen im Iran. Ich verstehe nicht, was du in Grönland tust“, schreibt Macron und schlägt vor: „Ich kann ein G7-Treffen nach Davos in Paris am Donnerstag aufsetzen. Ich kann die Ukrainer, die Dänen und die Syrer und die Russen am Rande dazu einladen. Lass uns ein Dinner haben, bevor du zurückfliegst.“ Die Veröffentlichung hat in Paris und unter den Verbündeten Alarm ausgelöst.

Trump posts what appears to be a private text message sent to him by Macron

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— Aaron Rupar (@atrupar.com) 20. Januar 2026 um 07:12

Paris bestätigt die Echtheit

Der Élysée-Palast hat die Echtheit der Nachrichten mittlerweile bestätigt. Gleichzeitig hat Macron am Dienstag in Davos erklärt, dass für Donnerstag in Paris kein G7-Treffen geplant gewesen sei. Frankreich vertritt öffentlich wie privat dieselbe Linie, ist zudem aus dem Umfeld des Präsidenten zu hören. „Souveränität und territoriale Integrität sind für Frankreich nicht verhandelbar“, so Macron.

Auch Rutte bestätigt Nachricht

Kurz nach dem Macron-Posting hat Trump eine weitere private Nachricht veröffentlicht. Absender diesmal: NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Inhaltlich hat Rutte Anerkennung ausgesprochen und Gesprächsbereitschaft zum Grönland-Dossier signalisiert.

Zitat: „Herr Präsident, lieber Donald – was du in Syrien erreicht hast, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um deine Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, in der Grönland-Frage einen Weg nach vorn zu finden. Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen. Dein Mark.“

Eine Sprecherin der Allianz hat die Authentizität der Rutte-Nachricht bestätigt. Zugleich hat die NATO in der Sache Zurückhaltung gewahrt. Offiziell betont das Bündnis den Dialog mit allen Partnern, es gäbe keine Positionsverschiebung zur Grönland-Frage.

missed this overnight but Trump also posted what looks to be a private text sent to him by NATO Secretary Mark Rutte

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— Aaron Rupar (@atrupar.com) 20. Januar 2026 um 17:07

Trump will Grönland

Trump, der mittlerweile offen territorialen Anspruch auf Grönland anmeldet, hat diesen in den vergangenen Tagen gegenüber europäischen Staaten mit Drohungen untermauert. Erneut stellt Trump die Einführung von Strafzöllen auf europäische Waren in den Raum. Außerdem fühle er sich auch dem Frieden „nicht mehr verpflichtet“, lässt der US-Präsident wissen. Parallel hat Trump manipulierte Bilder zur Grönland-Frage verbreitet und angekündigt, am Rande des WEF Gespräche mit beteiligten Akteuren zu führen.

Europa alarmbereit

In Europa reagiert man alarmiert. Mehrere EU-Länder haben als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Personal für eine Erkundungs- und Ausbildungsmission nach Grönland entsandt. Frankreich hat seinen G7-Vorsitz 2026 als Beitrag zum Dialog präsentiert, hat aber klare rote Linien betont.

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