Im Brennpunkt: ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz im Portrait

Vom Aula-Redakteur zum Balkan-Experten: Der gebürtige Grazer legte eine beeindruckende Karriere hin.
Autor: Patrick Deutsch, 28.02.2022 um 14:03 Uhr

Nach seiner Matura am BG/BRG Kirchengasse 1980 begann Wehrschütz in Graz ein Studium der Rechtswissenschaften, das er 1985 abschloss. In dieser Zeit studierte er auch Slawistik, schloss das Studium aber nicht ab. Nach eigenen Angaben spricht Wehrschütz acht Sprachen (Englisch, Russisch, Ukrainisch, Serbisch, Französisch, Slowenisch, Mazedonisch und Albanisch). Der Major der Miliz ist außerdem Militärdolmetscher für Russisch und Ukrainisch.

Von der Aula zum ORF

Seine journalistische Tätigkeit begann Wehrschütz bei der rechtsextremen Monatszeitschrift „Die Aula“, wo er bis ins Jahr 1983 tätig war. 1987 wurde er zum Chefredakteur der Wochenzeitung „Neue Freie Zeitung“ der FPÖ bestellt trat als Autor bei verschiedenen Zeitschriften auf. Bevor Wehrschütz 1991 für ein Jahr in die Teletext-Redaktion des ORF wechselte und danach sieben Jahre im aktuellen Dienst des ORF-Radio arbeitete, absolvierte er 1988 ein Volontariat bei der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), für die er einige Jahre lang Rezensionen in der Rubrik „Das politische Buch“ schrieb. Bis heute schreibt er regelmäßig für die „Kleine Zeitung“ über den Balkan.

ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz

An vorderster Linie

Nach einigen Monaten als Korrespondent in Brüssel wurde Wehrschütz 1999 vorläufig zum Leiter des ORF-Büros in Belgrad (Bestellung zum Korrespondenten 2000) ernannt und war damit für die Berichterstattung über Serbien, Montenegro, Mazedonien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Slowenien, das Kosovo und Albanien verantwortlich. 2014 wurde er nach dem Sondereinsatz zu den Unruhen in der Ukraine zum ersten Korrespondenten des ORF für die Ukraine ernannt.

ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz

Mehrfach ausgezeichnet

Wehrschütz wurde für seine Arbeit mit dem „Staatspreis für publizistische Leistungen im Interesse der Geistigen Landesverteidigung“ (2000), dem „Leopold-Kunschak-Pressepreis“ (2007) und dem „Journalist des Jahres“ (2014) der Fachzeitschrift „Der Österreichische Journalist“ ausgezeichnet.

Bewerbung als ORF-General

2011 kandidierte Christian Wehrschütz, der der FPÖ zugerechnet wurde, als ORF-Generaldirektor. Seine Mitgliedschaft in der FPÖ beendete er allerdings schon 2002. Als Grund nannte er, dass die FPÖ seine Erwartungen nicht erfüllt habe.

Steckbrief

  • Name: Christian Ferdinand Wehrschütz
  • Geboren am: 9. Oktober 1961 in Graz
  • Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften in Graz
  • Beruf: Journalist und Jurist
  • Familienstand: verheiratet
  • Kinder: zwei Töchter
  • Homepage von Chrisian Wehrschütz