Budget-Alarm: Defizit stärker gewachsen als befürchtet
- Budget-Alarm: Österreichs Defizit bleibt hoch
- Milliardenlücke zwingt Regierung zum Handeln
- Schulden erreichen Höchststand
- Kostenexplosion treibt das Budget
- Unsichere Wirtschaftslage verschärft die Situation
- Ohne Budgetreform keine Entspannung
Das Budget in Österreich bleibt deutlich schlechter als bisher angenommen. Neue Berechnungen des Fiskalrats zeigen: Für 2026 wird ein Budgetdefizit von 4,0 Prozent des BIP, für 2027 sogar 4,1 Prozent erwartet. Damit verfehlt Österreich weiterhin die Maastricht-Grenze von drei Prozent. „Eine nachhaltige und ausreichende Rückführung der Defizitquote bleibt aus“, hält das Fiskalratsbüro fest.
Budget-Alarm: Österreichs Defizit bleibt hoch
Das Budgetdefizit in Österreich bleibt in den kommenden Jahren hoch und liegt klar über den Zielen der Bundesregierung. Zwischen Prognose und politischem Ziel klafft eine erhebliche Lücke. Die Regierung peilt für 2027 ein Defizit von 3,5 Prozent an. Tatsächlich fehlen dafür laut Fiskalrat rund 4,4 Milliarden Euro.
Milliardenlücke zwingt Regierung zum Handeln
Der bisher kommunizierte Konsolidierungsbedarf fällt damit deutlich zu niedrig aus. Während Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) von rund zwei Milliarden Euro ausgeht, sehen Experten fast den doppelten Betrag als notwendig. Der Unterschied erklärt sich durch die Berechnung: Während das Finanzministerium vor allem das Bundesbudget betrachtet, bezieht der Fiskalrat den gesamten Staat inklusive Länder und Sozialversicherungen ein.
Schulden erreichen Höchststand
Parallel zum Defizit wächst der Schuldenstand in Österreich weiter an. Bereits 2025 lag die Schuldenquote bei 81,5 Prozent des BIP, bis 2027 steigt sie laut Prognose auf 85 Prozent.
Damit nähert sich Österreich seinem historischen Höchststand aus dem Jahr 2015. Anders als damals steht den Schulden jedoch kaum Vermögensaufbau gegenüber. Eine automatische Entlastung ist daher nicht zu erwarten.
„Eine Stabilisierung der Schuldenquote – dafür wären Defizite unter 2,5 Prozent nötig – ist derzeit außer Reichweite“, so die Experten.
Kostenexplosion treibt das Budget
Hinter der angespannten Lage steht vor allem ein strukturelles Problem: Die Staatsausgaben steigen weiterhin stark an. Treiber sind vor allem steigende Gesundheitskosten, höhere Pensionsausgaben, zunehmende Arbeitslosenzahlungen sowie steigende Zinskosten und höhere Beiträge an die EU. Zwar steigen auch die Staatseinnahmen weiter an – 2025 etwa um 4,5 Prozent – doch können sie mit dem Ausgabenwachstum nicht Schritt halten.
Erste Sparmaßnahmen wie die Streichung des Klimabonus oder geringere Subventionen reichen nicht aus, um die Dynamik zu bremsen. Das Defizit ist zwar von 4,6 Prozent im Jahr 2024 auf 4,2 Prozent im Jahr 2025 gesunken, bleibt aber weiterhin deutlich über der EU-Vorgabe.
Unsichere Wirtschaftslage verschärft die Situation
Zusätzlich belastet die geopolitische Lage das Budget in Österreich. Die erwartete Konjunkturerholung schwächt sich ab, insbesondere durch die angespannte Situation im Nahen Osten.
Die Auswirkungen sind direkt spürbar, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut WiFo erst kürzlich vorgerechnet hat: Sinkt das Wirtschaftswachstum, verschlechtert sich automatisch auch das Budget. Als Faustregel gilt, dass ein Rückgang des BIP um ein Prozent das Defizit um 0,5 Prozentpunkte erhöht.
Ohne Budgetreform keine Entspannung
Auch mittelfristig zeichnet sich keine Entlastung ab. Faktoren wie die alternde Gesellschaft, steigende Pflegekosten und höhere Finanzierungskosten sorgen für dauerhaft hohen Druck auf das Budget in Österreich. Zudem verschieben einige Maßnahmen die Einsparungen lediglich in die Zukunft, anstatt sie nachhaltig umzusetzen.
Ohne zusätzliche Maßnahmen ist auch mittelfristig keine Entlastung des Budgets zu erwarten. Finzminister Marterbauer hat bereits ein weiteres Sparpaket angekündigt.