Warum Nachhaltigkeit für Unternehmen immer wichtiger wird

Nachhaltigkeit für Unternehmen ist schon lange ein großes Thema. Denn Kunden kaufen nicht nur bewusster ein, sie bevorzugen auch Unternehmen, die umweltbewusst arbeiten.
Autor: Jacqueline Klein, 20.07.2022 um 12:17 Uhr

Das Thema Nachhaltigkeit zieht immer größere Kreise. Was in Privathaushalten bereits heiß diskutiert wird, hält jetzt auch Einzug in Unternehmen. Egal, welches Produkt ein Unternehmen vertreibt, Kunden legen von der Verarbeitung bis hin zur Logistik großen Wert darauf, dass ihr Konsum den ökologischen Fußabdruck nicht noch zusätzlich vergrößert. Dabei geht es aber nicht nur darum, die hergestellten Produkte umweltbewusst zu verpacken oder lange Lieferwege zu vermeiden. Nein, Kunden möchten auch wissen, dass das Unternehmen per se – sprich vom Geschäftsführer bis zum Reinigungspersonal – sich nachhaltig verhält. Ein schwieriger Weg ist das allemal, aber auch einer, der sich längerfristig betrachtet, lohnen wird. Aus diesem Anlass gibt es hier einige Tipps und Trends für Unternehmen, um mehr Nachhaltigkeit in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Sind nachhaltige Unternehmen erfolgreicher?

Keinen Abfall erzeugen – also eine „Zero Waste“-Unternehmenspolitik –, auf energiesparende Computer, Drucker und Smartphones setzen und eine umweltfreundliche Unternehmenskultur im Sinne von grünem Strom für Büroräume leben: Ja, so einfach könnte ein nachhaltiger Arbeitsplatz entstehen! Ginge es wirklich so einfach und vor allem so schnell, gäbe es wohl bald nur noch klimapositive Unternehmen. Dies wiederum hieße nichts anderes, als dass ein Unternehmen mehr CO2 kompensiert als verursacht.

Die Realität sieht aber natürlich meist anders aus, denn ein Unternehmen von heute auf morgen klimapositiv zu etablieren, wird in den meisten Fällen nicht in einem Schritt zu schaffen sein. Besonders dann nicht, wenn Maßnahmen für ein ganzes Unternehmen umgesetzt werden sollen. Da wäre es logischer, sich dem Ziel „Klimaneutralität“ anzunähern. Das bedeutet: Bei der Produktion sollte das jeweilige Unternehmen weniger CO2 in die Atmosphäre abgeben und so die Umwelt schonen. Das überzeugt auch immer mehr Konsumenten.

 

Mann zeigt auf CO2-Neutral-Zeichen | Credit: iStock.com/NicoElNino

5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz

Klimaneutral oder klimapositiv sein – das klingt nach einem großen Vorhaben, das viel Zeit brauchen wird. Doch schon mit kleinen Schritten im Büroalltag des Unternehmens kann für die Umwelt viel getan werden. Deshalb haben wir fünf Tipps für Unternehmen, wie Büros „grüner“ und der Arbeitsalltag nachhaltiger werden kann:

Tipp 1: Drucken und Kopieren vermeiden

Im Zeitalter von regem E-Mail-Verkehr sollte diese Maßnahme eigentlich bereits umgesetzt sein. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, noch einmal unternehmensintern darüber nachzudenken, wo zusätzlich Papier eingespart werden kann. Es muss nicht jedes Protokoll, jedes Angebot oder jede Rechnung ausgedruckt werden. Sollte es dennoch einmal unumgänglich sein zu drucken, dann druckt man am besten beidseitig. Und Papierreste können als Notizzettel weiterverwendet werden.

Mann steht vor einem Drucker | Credit: iStock.com/A stockphoto

Tipp 2: Nachhaltig einkaufen

Auch bei der Wahl der Lieferanten und bei Bestellungen sollten Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit bewusst ausleben. Am besten bestellt man Büromaterial beispielsweise bei nachhaltigen Anbietern und informiert sich vorab über die Herkunft der Waren, bevor man bestellt. Druckaufträge dürfen gerne an Unternehmen abgegeben werden, die auf Recyclingpapier drucken. Fair-Trade-Kaffee und umweltfreundliche Putzmittel helfen zusätzlich – denn in Sachen Nachhaltigkeit sind der Unternehmens-Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Frau sitzt mit Computer vor ihrem Schreibtisch | Credit: iStock.com/AndreyPopov

Tipp 3: Homeoffice schont die Umwelt

In Zeiten von Corona heißt es vermehrt Homeoffice und keine bzw. weniger Geschäftsreisen. Seit der Pandemie und der vielen Lockdowns mussten Unternehmen bestehende Prozesse neu überdenken und ihre Arbeitsweise teilweise sogar von Grund auf ändern. Was zu Beginn der Corona-Pandemie als aufwendige Umrüstung begonnen hat, hilft mittlerweile der Umwelt und Unternehmen, sich nachhaltig der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und das heißt weniger Berufsverkehr, weniger Dienstreisen und somit auch weniger CO2.

Tipp 4: Kunststoffe verbannen

Viel Wasser trinken ist wichtig! Egal, ob im Sommer oder wenn man arbeitet und sich konzentrieren muss. Und auch hier gibt es für Unternehmen Möglichkeiten, nachhaltig zu sein – und zwar, indem man den Mitarbeitern zum Beispiel Glasflaschen mit dem Firmenlogo und dem eigenen Namen anbietet. Denn PET-Flaschen sollte jeder, wenn möglich, vermeiden; immerhin landen die ungesunden Weichmacher und Schadstoffe des Plastiks im Wasser. Und dass Plastikmüll für die Umwelt und die Menschen schädlich ist, braucht nicht zusätzlich erwähnt werden.

Eine Reihe von grünen Fahrrädern | Credit: iStock.com/Fahroni

Tipp 5: Grüne Unternehmenspolitik klarmachen

Wenn genug Unternehmen einige dieser Tipps umsetzen, ist die Hälfte der Wegstrecke „Nachhaltigkeit für Unternehmen“ bereits erklommen. Trotzdem ist es umso wichtiger, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ in der jeweiligen Unternehmenskultur tief verankert und bewusst danach gehandelt wird. Dazu gehört auch, dass die Unternehmensleitung Mitarbeiter motiviert, nachhaltig zu agieren. Umweltfreundliches und nachhaltiges Handeln darf belohnt werden bzw. sollten Unternehmen dieses auch bewusst ermöglichen, indem sie:

  • Fahrräder für Botengänge oder für die Mittagspause zur Verfügung stellen,
  • Tickets für den öffentlichen Nahverkehr bezuschussen oder
  • auf spritsparende Firmenfahrzeuge bzw. auf E-Mobilität umrüsten!

Fazit: Nachhaltigkeit ist für viele Menschen ein wichtiges Thema, das sie zu Hause bereits ausleben. Deshalb wird es auch immer mehr zur Top-Angelegenheit für Unternehmen.