Flexibles Arbeiten – Mit alternativen Arbeitsmodellen zum Erfolg

Die Arbeitswelt entwickelt sich immer mehr in Richtung flexibles Arbeiten. Dieses Arbeitsmodell können Unternehmen nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Autor: Jacqueline Klein, 25.07.2022 um 08:56 Uhr

Die Digitalisierungswelle hat auch am Arbeitsplatz einige Erleichterungen wie etwa mehr Freiheit und Flexibilität gebracht. Da ist es nur logisch, dass beide Komponenten auch in das individuelle Arbeitsverhalten eingegliedert werden. So tritt das Arbeitsmodell „flexibles Arbeiten“ immer stärker zutage. Flexibles Arbeiten ermöglicht Angestellten mehr Freiheit – und Zufriedenheit –, indem sie ihren Arbeitsalltag den persönlichen Bedürfnissen anpassen können. Statt jede Woche zu einer fixen Zeitspanne im Büro zu sitzen, schalten Arbeitnehmer ihren Laptop im heimischen Arbeitszimmer an oder sie erledigen ihre Arbeit unterwegs im Zug. Doch wie funktionieren flexible Arbeitszeitmodelle und welche Möglichkeiten haben Arbeitnehmer und -geber? In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Unternehmen zum Thema „flexibles Arbeiten“ wissen sollten.

Was bedeutet flexibles Arbeiten?

Grundsätzlich kann die Arbeit in Sachen Zeiteinteilung und Standort flexibel sein. Das traditionelle Modell ist dazu die Gleitzeit. Hier kann ein Arbeitnehmer selbst bestimmen, wann er seinen Arbeitstag beginnt und wann er ihn beendet. Doch gibt es nicht nur den flexiblen Arbeitsbeginn, sondern auch flexible Arbeitstage und sogar die flexible Arbeitswoche. Dabei verteilt der Arbeitnehmer die wöchentlichen Arbeitsstunden selbstständig auf vier bis fünf Arbeitstage – und kann sich sogar einen Tag freischaufeln.

Wie bereits erwähnt, bedeutet flexibles Arbeiten auch den Standort – also, den Ort, an dem man arbeitet – flexibel wählen zu können. So ist es möglich, auch aus dem Homeoffice oder von verschiedenen anderen Standorten aus zu arbeiten, die man selbst wählt wie etwa einen Nebenwohnsitz. Mittlerweile bieten viele Unternehmen auch eine Mischung aus Büro und Homeoffice an. Das Konzept „flexibles Arbeiten“ zielt darauf ab, die Arbeitszufriedenheit der Angestellten sowie die Produktivität im Unternehmen zu fördern.

Frau sitzt am Küchentisch und arbeitet | Credit: iStock.com/kkshepel

Flexibles Arbeiten – Die Voraussetzungen

Viele Unternehmen setzen auf das Modell „flexibles Arbeiten“, weil sie so den Mitarbeitern zeigen, dass ihr Wohl und ihre Bedürfnisse an oberster Stelle stehen. Jedoch müssen beim flexiblen Arbeiten gewisse Voraussetzungen bei Arbeitgebern und -nehmern vorhanden sein bzw. bestimmte Regeln klar festgelegt werden, damit beide Seiten zufrieden sind:

  • Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmern vertrauen.
  • Die Rahmenbedingungen sollten eindeutig definiert sein.
  • Mitarbeiter sollten selbst entscheiden, in welchem Umfang sie im Büro arbeiten.
  • Kriterien für die Leistungsmessung müssen vorab festgelegt und schriftlich dokumentiert werden.
  • Auch Mitarbeiter, die nicht physisch anwesend sind, benötigen Führung. Feedback sollte dennoch nicht nur über Mails erfolgen.
  • Arbeiten Teams online, muss die Führungskraft umso stärker darauf achten, dass das Gemeinschaftsgefühl erhalten bleibt.
  • Team-Meetings sollten weiterhin zu fixen Zeiten online stattfinden.
  • Auch in einem virtuellen Team brauchen neue Mitarbeiter eine umfassende Betreuung, damit sie sich gut integrieren können.
Mitarbeiter sitzen gemeinsam am Bürotisch | Credit: iStock.com/jacoblund

Flexibles Arbeiten – 5 Vorteile für Unternehmen

Flexibles Arbeiten wird von immer mehr Arbeitgebern angeboten. Der Grund dafür liegt klar auf der Hand: Arbeitnehmer bevorzugen eine solche Option gegenüber klassischen Arbeitsmodellen, weil dadurch mehr Freiheit gewährleistet wird. Aber nicht nur Angestellte profitieren von den alternativen Arbeitskonzepten, auch Arbeitgeber können sie für gesteigerte Produktivität und Erfolgserlebnisse im Unternehmen nutzen – doch sind das nicht die einzigen Vorteile:

  1. Zugriff auf einen größeren Talent-Pool
  2. Kostensenkung im Unternehmen
  3. Gesteigerte Mitarbeitermotivation
  4. Stressreduzierung bei Mitarbeitern
  5. Weniger Fehlzeiten

Flexibles Arbeiten – Die beliebtesten Arbeitsmodelle

Flexible Arbeitszeitmodelle sind Alternativen zum klassischen Büro-Arbeitstag von 9 bis 17 Uhr. Sie unterscheiden sich häufig durch zeitliche oder räumliche Veränderungen. Das Ziel dabei ist es, auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen, um effektive Arbeitsweisen und optimale Ergebnisse zu erzielen – was bei jungen Arbeitnehmern mit Familie gerne angenommen wird. Außerdem kann sich jedes Unternehmen mit alternativen Arbeitsmodellen von der Konkurrenz am Arbeitsmarkt abheben:

Gleitzeit

Gleitzeit ist ein bekanntes Arbeitsmodell, was in den meisten Unternehmen schon lange an der Tagesordnung steht. Wer in Gleitzeit arbeitet, kann seinen Anfangs- und Endzeitpunkt des Arbeitstages selbst bestimmen. Hierbei wird nicht darauf geachtet, wann die Arbeitnehmer anwesend sind, sondern ob die Gesamtzahl der gearbeiteten Stunden eingehalten wurden. Um das zu gewährleisten, wird oftmals die elektronische Arbeitszeiterfassung angewendet.

Eine Uhr steht vor einem Laptop | Credit: iStock.com/kieferpix

Homeoffice

Homeoffice ist in den letzten Jahren immer wichtiger in Sachen „flexibles Arbeiten“ geworden. Arbeitnehmer behalten bei diesem Arbeitsmodell ihre Arbeitszeiten bei, erledigen jedoch alle Aufgaben von zu Hause aus. Für diese Form des Arbeitens stellen Arbeitgeber normalerweise das nötige Equipment zur Verfügung. Dazu gehören je nach Branche meist Laptops, Headsets, Mobiltelefone und Co.

Mobiles Arbeiten

Im Zuge des flexiblen Arbeitens spricht man oft auch vom „mobilen Arbeiten“. Es ist eine besondere Form des ortsunabhängigen Arbeitens. Mitarbeiter, die das mobile Arbeitsmodell bevorzugen, arbeiten weder im Büro noch zu Hause. Sie haben keinen festen Arbeitsplatz. So können sie in einem Café oder einem Park arbeiten – und das zu flexiblen Arbeitszeiten.

Mitarbeiter schlagen Fäuste aneinander | Credit: iStock.com/Deagreez

Vertrauensarbeit

Arbeitgeber vertrauen bei diesem flexiblen Arbeitsmodell besonders auf Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Arbeitnehmer werden dazu seltener kontrolliert und müssen den Arbeitsbeginn und das -ende im Büro nicht täglich dokumentieren. Mitarbeiter haben dadurch die Möglichkeit, ihre Freizeit individueller zu gestalten, weil sie sich weniger nach vorgegebenen Arbeitszeiten richten müssen.

Sabbatical

Das flexible Arbeitsmodell Sabbatical bedeutet so viel wie Sabbatjahr. Es ermöglicht, sich über einen längeren Zeitraum hinweg Urlaub zu nehmen. Wer mehrere Monate oder sogar ein ganzes Jahr lang nicht arbeiten möchte, kann diese Option mit dem Arbeitgeber besprechen. Häufig wird das Gehalt in den Monaten vor der Auszeit entsprechend verkürzt, sodass auch währenddessen ein regelmäßiges Einkommen ermöglicht werden kann.

Hände halten Work- und Life-Bausteine | Credit: iStock.com/AndreyPopov

Flexibles Arbeiten und Work-Life-Balance

Flexibilität bzw. „flexibles Arbeiten“ betrifft Arbeitgeber wie -nehmer. Da Fachkräfte am Arbeitsmarkt immer weniger und dadurch schneller von der Konkurrenz abgeworben werden, ermöglicht dieses Arbeitsmodell, besser auf die Wünsche zukünftiger Mitarbeiter einzugehen. Ein Unternehmen steigert dadurch nicht nur seine Wettbewerbsfähigkeit, sondern erreicht auf langer Sicht hin Ziele schneller und effizienter. Und warum? Weil zufriedene Mitarbeiter nicht nur produktiver sind, sondern sich auch dem Unternehmen zugehöriger fühlen und so am Erfolg des Unternehmens aktiv mitarbeiten möchten.

Fazit: Flexibles Arbeiten ist auch für die Work-Life-Balance ein wichtiges Instrument. Und Unternehmen können so das Potenzial ihrer Mitarbeiter voll ausschöpfen.