Nicht vergessen! Diese Blumen kann man essen

Essbare Blumen verleihen Salaten, Snacks, Desserts und Limonaden eine ganz besondere Geschmacksnote. Das freut nicht nur den Gaumen, sondern auch die eigene Gesundheit. Probieren Sie's aus!
Autor: Patricia Hainz, 12.12.2022 um 11:00 Uhr

Blumen sind ein absolutes Muss für viele Garten-Fans. Doch was, wenn die bunten Pflanzen noch mehr könnten als nur schön auszusehen? Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Blüten, die nicht nur Augen und Nase betören, sondern auch dem Gaumen schmeicheln. Dabei sind sie universell einsetzbar und verfeinern optisch und kulinarisch nahezu jedes Gericht. Unser Körper wiederum profitiert von den wertvollen Inhaltsstoffen.

Welche Wirkung haben Blumen?

Je nach Pflanze können Sie die Blütenblätter oder sogar ganze Blüten in der Küche verwenden. Mit ihren zuckersüßen bis pfeffrig-scharfen und harmonisch-duftenden Aromen verleihen essbare Blüten Gerichten und Getränken eine besondere Note. Zudem werden sie in der natürlichen Hausapotheke sehr geschätzt. Lavendelblüten als Teeaufguss helfen sowohl bei Magen- und Darmbeschwerden als auch bei Ein- und Durchschlafstörungen. Malvenblättern wird eine hustenstillende Wirkung nachgesagt. Auch die Kamille gilt mittlerweile als Tausendsassa in der Gartenapotheke und wird gerne verwendet, wenn der Magen verstimmt ist.

Woran erkennt man, ob man Blumen essen kann?

Ob Blüten einer bestimmten Pflanze oder Art genießbar sind, ist ihnen leider nicht anzusehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie sich vorab unbedingt genau informieren - dazu gibt es mittlerweile sehr informative und lehrreiche Kräuterwanderungen und Lehrbücher. Im Zweifelsfall: Wenn Sie sich unsicher sind, besser stehen lassen und nicht verwerten, dafür auf Kräuter- und Blütenmischungen aus Apotheken und Reformhäusern zurückgreifen.

Welche Blumen sind genießbar?

Genießbar sind in der Regel die Blüten von:

  • Jasmin
  • Bärlauch
  • Lavendel
  • Borretsch
  • Holunder
  • Kornblume
  • Löwenzahn
  • Buchweizen
  • Gänseblümchen
  • Kapuzinerkresse

Die folgenden Blüten sind sogar ein wahrer Gaumenschmaus:

  • Rosen
  • Zucchini
  • Thymian
  • Veilchen
  • Schafgarbe
  • Schnittlauch
  • Ringelblumen
  • Wilden Stiefmütterchen

Welche Blumen sind nicht genießbar?

Ungenießbar und teilweise sogar giftig sind die Blüten von:

  • Eisenhut
  • Steinklee
  • Fingerhut
  • Goldregen
  • Christrose
  • Schierling
  • Tollkirsche
  • Hahnenfuß
  • Maiglöckchen
  • Herbstzeitlose
  • Engelstrompete
  • Nachtschattengewächse (z.B. Tomaten)

Wozu verwendet man Blumen beim Kochen?

Ob frisch, getrocknet, roh, gegart, zu Sirup oder Gelee verarbeitet oder in Essig und/oder Alkohol eingelegt: Kräuter- und Gemüseblüten verfeinern in der Regel herzhafte Gerichte, Blumenblüten eignen sich insbesondere für süße Speisen und Getränke.

  • Mit den frisch gezupften Blüten von Kapuzinerkresse, Kornblume, Borretsch, Rucola und Gänseblümchen können Sie beispielsweise grüne Salate aufpeppen
  • Fein gehackt verwandeln sie Kräuterquark, Dips und Butter in farbenfrohe Hingucker, die wahlweise auf Brot und Baguette geschmiert oder zu Pellkartoffeln, gedünstetem Gemüse und auch Grillfleisch gereicht werden können
  • Wenn Sie einen süßen Gaumen haben, können Sie mit kandierten Rosenblättern oder Veilchen Desserts und Torten verzieren
  • Selbst gemachte Pralinen oder auch zartschmelzende Schokolade werden mit getrockneten Blüten von Lavendel, Rose, Ringelblume und Kornblume zu einem echten kulinarischen Vergnügen
  • Zudem verleihen essbare Blüten Kräutersalz und Keksen eine besondere Note, wodurch sie auch als Mitbringsel auf einer Party sehr willkommen sind

Die beliebtesten genießbaren Blumen

Haben Sie Lust auf einen kleinen Vorgeschmack? Hier kommen die beliebtesten Vertreter der Blumenküche.

Süße Versuchung: Die Schlüsselblume

Mit ihrem feinen Duft und den wunderschönen Blüten verzaubert die Schlüsselblume (Primula Veris) alle. Gleichzeitig sind die Blüten der Blume mit ihrem leicht süßlichen Geschmack ein wahres kulinarisches Erlebnis. Jedoch sollte sie nur in Maßen verzehrt werden, da sie magenreizende Saponine enthalten kann.

Der Schlüsselblume werden schleim- und krampflösende, entzündungshemmende, schmerz- und blutstillende sowie stoffwechselanregende und beruhigende Eigenschaften nachgesagt. Aus diesem Grund wird die Schlüsselblume gerne bei Erkrankungen der Atemwege und Gelenke wie Rheuma, aber auch bei Kopf- und Zahnschmerzen, Herzschwäche und Verstopfung eingesetzt.

Schlüsselblumen auf der Wiese | Credit: iStock.com/Peter Buchacher

Ein blaues Wunder: Die Kornblume

Strahlend blau und wunderschön! Die Kornblume (Centaurea Cyanus) zählt für viele zu den spektakulärsten Wildblumen. Doch nicht nur im Garten sind die leuchtenden Blüten ein atemberaubender Anblick, auch als Dekor für Speisen ist die Kornblume ein toller Hingucker.

Geschmacklich sind die Blüten hingegen nicht so aufregend: leicht würzig und ein wenig bitter - die Kornblume ist keine Delikatesse, aber trotzdem wunderschön anzusehen. Auch gesundheitlich helfen die enthaltenen Bitterstoffe unter anderem bei Verdauungsproblemen, Erkältungen, Entzündungen im Mundraum sowie bei Hauterkrankungen.

Kornblumen auf der Wiese | Credit: iStock.com/OttoKrause

Gesunder Gaumenschmaus: Salbei

Salbei (Salvia) ist in fast jedem Kräutergarten oder -beet zu finden, aber nur wenige wissen, wie viel die Pflanze eigentlich zu bieten hat: Tatsächlich sind nicht nur die Blätter der Pflanze essbar, auch die Blüten lassen sich hervorragend in der Küche einsetzen. Je nach Salbei-Gattung kann der Geschmack der Blüte dabei ganz unterschiedlich ausfallen: von bitter bis sauer oder sogar leicht süßlich ist alles dabei.

Als Tee genossen hat Salbei eine positive Wirkung bei leichten Verdauungsproblemen. So löst er Magenkrämpfe und wirkt gegen Sodbrennen, Völlegefühl und Blähungen. Des Weiteren finden Salbeiblätter auch Anwendung bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie des Zahnfleisches. Das Gurgeln mit Salbeisud kann Schluckbeschwerden und Halsschmerzen bereits im Anfangsstadium lindern und ist daher besonders in der kalten Jahreszeit sehr beliebt.

Wildwachsender Salbei | Credit: iStock.com/Imladris01

Die Wundheilerin: Die Ringelblume

Die strahlend schöne Ringelblume (Calendula Officinalis) ist in vielen Gärten ein willkommener Gast. Meist einjährig kultiviert, bezaubert sie mit ihrer enormen Blühfreude und ihrer leuchtend gelb-orangen Farbe. Zusätzlich ist die Ringelblume vielen auch als Arzneipflanze bekannt, die bei diversen Hautverletzungen eingesetzt wird. Man kann ihre Blüten aber auch problemlos als Tee kochen oder essen. Zwar haben diese keinen starken Eigengeschmack, bilden aber einen tollen, leuchtenden Hingucker in Salaten und anderen Speisen.

Besonders beliebt ist die Ringelblume zur äußerlichen Anwendung: Wunden, Narben und Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenbereich klingen durch die entzündungshemmenden Eigenschaften der Ringelblume schneller ab, wodurch eine Ringelblumensalbe zu jeder Hausapotheke gehören sollte.

Ringelblumen auf der Wiese | Credit: iStock.com/vencavolrab

Geschmackliche Erfrischung: Jasmin

Mit seinem intensiven, süßen Duft und den wunderschönen Blüten ist der Jasmin (Jasminum Officinale) eine beliebte Pflanze, auch wenn es ihm in Österreich meist zu kalt ist. Seine tollen Blüten sind nicht nur ein schöner Anblick, sondern auch in der Küche heiß begehrt. Frisch oder getrocknet werden die Blüten traditionell zu Tee oder in Desserts verarbeitet, aber auch als Limonade oder in Eiscreme sind die süßen Blüten beliebt und äußerst schmackhaft.

Spitzenreiter ist Jasmin-Tee. Dieser riecht und schmeckt nicht nur gut, sondern hat viele positive Effekte auf unsere Gesundheit. Das Immunsystem wird aufgrund seiner antioxidativen Inhaltsstoffe unterstützt, und die enthaltenen Catechine spielen eine wichtige Rolle für die Herzgesundheit, sorgen dabei für einen normalen Blutdruck und ausgeglichenen Fettstoffwechsel. Zudem kann ein Aufguss aus Jasminblüten bei Ängsten und Stress sowie zur begleitenden Behandlung von Depressionen und nervöser Erschöpfung helfen.

Jasmin | Credit: iStock.com/PhotoIris2021

Lila Freuden: Lavendel

Wer dem Lavendel ein Zuhause bietet, kann sich über zahlreiche Vorteile der Pflanze freuen: So ist er nicht nur ein wunderbarer Blickfang, sondern wegen seines betörenden Geruchs auch als heilende Duftpflanze bekannt. Gleichzeitig gilt der Lavendel als die Pflanze gegen Insekten aller Art und hat sich zudem als starke Heilpflanze bewährt.

Als wäre das nicht schon genug, lassen sich Lavendelblüten auch noch hervorragend in der Küche verwenden: Mit seinem intensiven Aroma ergänzen sie besonders herzhafte Fleisch- und Fischgerichte, lassen sich aber auch toll zu süßen Nachspeisen verarbeiten – probieren Sie einmal ein Schokoladenmousse mit Lavendelblüten.

Für den Verzehr eignet sich vor allem der Echte Lavendel (Lavandula Angustifolia). Dieser bietet auch die meisten gesundheitlichen Vorteile und gilt als natürliches Heilmittel bei innerer Unruhe und Stress sowie nervösen Erschöpfungszuständen, Einschlaf- und Angststörungen. Ein frischer Lavendeltee wirkt zudem fiebersenkend und kann bei Verdauungsproblemen Abhilfe schaffen.

Lavendel auf der Wiese | Credit: iStock.com/megakunstfoto

Strahlender Sonnenschein: Die Sonnenblume

Die Sonnenblume (Helianthus Annuus) ist wohl eine der beeindrucktesten Herbstblumen überhaupt. Mit einer durchschnittlichen Höhe von ein bis zwei Meter und den goldgelben Blüten ist die imposante Blume aber auch ein unübersehbarer Blickfang. Doch die Sonnenblume ist nicht nur schön anzusehen, sondern eignet sich auch ideal für den kleinen Hunger zwischendurch.

Bekannt sind vor allem die Sonnenblumenkerne, die auch bei Wildtieren sehr beliebt sind – und das nicht ohne Grund: Knackig und gesund verhilft der regelmäßige Genuss von Sonnenblumenkernen zu schönem Haar, festen Finger- und Zehennägeln und einem starken Nervenkostüm.

Doch auch die Blütenblätter der Pflanze sind genießbar und lassen sich in diversen Salaten verarbeiten. Dabei punkten die Sonnenblumenblüten zwar nicht mit einem intensiven Geschmack, dafür sorgt ihre intensive Farbe für das gewisse Etwas. Die Blüten und Stiele der Sonnenblume helfen bei Erkrankungen der Harnwege, Erkältungen, Magenschmerzen und Kopfschmerzen.

Sonnenblumen auf dem Feld | Credit: iStock.com/KseniaBazarova

Würzig-scharf: Die Kapuzinerkresse

Eine Pflanze, die mit ihren sommerlich leuchtenden Farben alle Blicke auf sich zieht, ist die Kapuzinerkresse (Tropaeolum). Doch nicht nur im Garten sorgen die bunten Blüten für gute Laune, auch in der Küche kann man von der Kapuzinerkresse profitieren: Mit ihrem würzig-scharfen Geschmack eignen sich die Blüten perfekt für Salat oder als Brotbelag, der nicht nur schmeckt, sondern auch gut aussieht und sehr gesund ist. Gerne wird die Kapuzinerkresse auch als Kapern-Ersatz verwendet: Kocht man die geschlossenen Knospen in einer Brühe aus Essig, Wasser und Salz ein, können sich die "falschen Kapern" sogar monatelang halten.

In der Naturheilkunde gilt die Kapuzinerkresse als natürliches Antibiotikum und hilft bei verschiedenen Beschwerden wie Harnwegsentzündungen, Bronchitis und Schnupfen. Zudem kurbeln sie auch eine träge Verdauung an und können bei Verstopfung helfen.

Kapuzinerkresse in der Schale | Credit: iStock.com/Geo-grafika

Gesundes Unkraut: Der Löwenzahn

Leider von vielen immer noch als lästiges Unkraut betrachtet wir der Löwenzahn (Taraxacum). In Wirklichkeit ist das Unkraut nicht nur essbar und äußerst schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Die Blätter der Pflanze eignen sich wunderbar als Salat und zur Zubereitung einer Suppe. Aber auch die gelbe Blüte des Löwenzahns eignet sich hervorragend für den Verzehr - mit ihrem süßlichen Geschmack ist sie eine tolle Dekoration für Kuchen und Torten und lässt sich zu Gelee und Marmelade verarbeiten.

Gleichzeitig ist der Löwenzahn ein wahres Gesundheitskraut! Die Vielfalt der Wirkstoffe macht ihn zu einer Heilpflanze mit breiten Anwendungsmöglichkeiten im Magen-, Darm-, Gallen- und Nierenbereich. So schafft er Abhilfe bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden, wie Völlegefühl und Blähungen, hat aber auch positive Wirkungen bei Störungen des Gallenflusses und Gallensteinen. Durch die stoffwechselanregende Wirkung findet der Löwenzahn Anwendung bei rheumatischen sowie stoffwechselbedingten Erkrankungen und Hautproblemen bzw. regt auf natürliche Weise die Nierenaktivität an.

Löwenzahnblüten auf dem Tisch neben einem Glas Honig | Credit: iStock.com/egal

Zur Autorin

Alltagstaugliche Tipps, um das persönliche Wohlbefinden nachhaltig zu steigern - ein Herzensanliegen von Passion Author Patricia Hainz. Die Enährungswissenschaftlerin, diplomierte Gesundheitstrainerin & Fastenbegleiterin teilt ihr Wissen rund um Bewegung und Ernährung mit den Leserinnen und Lesern von www.weekend.at.