Was ist Kratom? Warum die Pflanze anregend und opioidähnlich wirken kann
- Was ist Kratom eigentlich?
- Diese Stoffe sorgen für die Wirkung
- Wie wirkt Kratom?
- Warum nehmen Menschen Kratom?
- Aus Wirkung kann Abhängigkeit werden
- Natürlich heißt bei Kratom nicht harmlos
Kratom wird als Tee getrunken, als Pulver angeboten oder in Kapseln verkauft. Die aus Südostasien stammende Pflanze wird häufig als natürliches Produkt vermarktet. Doch ihre Inhaltsstoffe wirken auf den Körper keineswegs harmlos: Je nach konsumierter Menge kann Kratom anregend oder stark dämpfend und opioidähnlich wirken – und kann lebensgefährlich sein.
Kratom kurz erklärt
- Was ist Kratom? Kratom stammt vom südostasiatischen Baum Mitragyna speciosa.
- Wie wirkt Kratom? Die Wirkung kann stimulierend, beruhigend und opioidähnlich sein.
- Warum wird Kratom genommen? Manche Menschen konsumieren es wegen seiner anregenden oder entspannenden Wirkung, andere wegen Beschwerden wie Schmerzen.
- Kann Kratom abhängig machen? Ja. Bei regelmäßigem Konsum können Abhängigkeit, Toleranzentwicklung und Entzugserscheinungen auftreten.
Was ist Kratom eigentlich?
Kratom stammt vom Baum Mitragyna speciosa, der in Südostasien heimisch ist, unter anderem in Thailand, Malaysia und Indonesien. Dort werden die Blätter bereits seit Jahrhunderten verwendet.
Traditionell wurden die Blätter unter anderem gekaut oder zu einem Getränk verarbeitet. Dabei stand vor allem die stimulierende Wirkung im Vordergrund. Inzwischen hat sich Kratom weit über Südostasien hinaus verbreitet.
In den USA wird Kratom beispielsweise als Pulver, in Kapseln oder als Flüssigkeit angeboten. Entsprechende Produkte sind dort unter anderem in Tankstellen, kleinen Lebensmittelgeschäften und E-Zigaretten-Läden erhältlich.
Auch in Österreich ist Kratom erhältlich. Für den Verkauf gelten allerdings besondere Vorgaben. So darf Mitragyna speciosa nicht zur Herstellung teeähnlicher Erzeugnisse verwendet werden. Was beim Verkauf von Kratom in Österreich erlaubt ist und warum entsprechende Produkte trotzdem angeboten werden, erklären wir hier ausführlich.
Diese Stoffe sorgen für die Wirkung
Für die psychoaktive Wirkung sind verschiedene Alkaloide verantwortlich. Zu den wichtigsten zählen Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin. Sie können unter anderem an Opioidrezeptoren im Körper wirken.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Kratom mit klassischen Opioiden gleichgesetzt werden kann. Die Wirkung der Pflanze ist komplex und hängt unter anderem von der konsumierten Menge und dem jeweiligen Produkt ab.
Gerade Letzteres ist relevant: Pflanzliche Produkte können sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkstoffkonzentration erheblich unterscheiden.
Wie wirkt Kratom?
Eine Besonderheit von Kratom ist die unterschiedliche Wirkung. Bei geringeren Mengen wird vor allem eine stimulierende Wirkung beschrieben. Konsumenten können sich wacher und aktiver fühlen, vergleichbar mit einem Koffein-Kick.
Mit steigender Menge verändert sich das Bild. Dann können stärker sedierende, euphorisierende und opioidähnliche Effekte auftreten. Die Wirkung lässt sich allerdings nicht zuverlässig auf eine bestimmte Menge reduzieren. Konzentration und Zusammensetzung der angebotenen Produkte variieren stark.
Warum nehmen Menschen Kratom?
Die Gründe warum Menschen Kratom konsumieren sind entsprechend unterschiedlich. Kratom wird im Internet unter anderem als Mittel gegen Schmerzen, Angstzustände und Depressionen beworben. Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt bereits davor, Kratom zu medizinischen Zwecken einzusetzen. Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht ausreichend geprüft, keineswegs ist die Substanz als harmlos einzustufen.
Im Gegenteil.
Aus Wirkung kann Abhängigkeit werden
Gerade die opioidähnlichen Eigenschaften bergen Risiken. Bei regelmäßigem Konsum kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln. Auch Entzugserscheinungen sind ausreichend dokumentiert.
Hinzu kommt eine mögliche Toleranzentwicklung. Dabei werden zunehmend größere Mengen benötigt, um eine vergleichbare Wirkung zu erzielen. Auch Kratom-Konsum kann damit zu einer klassischen Suchtspirale führe, die Beziehungen, Beruf und Finanzen beeinträchtigt.
Hilfe bei problematischem Kratom-Konsum
Wenn Sie merken, dass Sie Kratom oder andere psychoaktive Substanzen nicht mehr gut kontrollieren können, holen Sie sich Unterstützung. In Österreich gibt es anonyme und professionelle Beratungsangebote.
- Österreichischer Suchthilfekompass: Übersicht über ambulante und stationäre Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten in allen Bundesländern.
- Gesundheitsberatung: 1450
- Vergiftungsinformationszentrale: 01 406 43 43
- Rettung: 144
Natürlich heißt bei Kratom nicht harmlos
Kratom ist also alles andere als ein harmloser oder gewöhnlicher Kräutertee.
Wie schwer mögliche Folgen sein können, zeigte zuletzt auch ein Fall aus Österreich. Ein ansonsten gesunder 22-Jähriger erlitt nach dem Konsum von Kratom-Tee zwei Herzstillstände. Innsbrucker Ärzte fanden 500 Mikrogramm Mitragynin pro Liter Blutplasma und bezeichneten eine Mitragyninvergiftung als wahrscheinlichste Ursache.
Der Mann überlebte und konnte nach zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen werden.
FAQ: Kratom, Wirkung und Konsum
Was ist Kratom?
Kratom bezeichnet Produkte aus den Blättern des südostasiatischen Baums Mitragyna speciosa. Die Pflanze enthält psychoaktive Alkaloide wie Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin.
Wie wirkt Kratom?
Die Wirkung kann unterschiedlich ausfallen. Geringere Mengen werden eher mit stimulierenden Effekten verbunden, während stärkere Wirkungen beruhigend, euphorisierend und opioidähnlich sein können.
Warum nehmen Menschen Kratom?
Manche Menschen konsumieren Kratom wegen der anregenden oder entspannenden Wirkung. Andere verwenden es in der Hoffnung auf eine Linderung von Schmerzen oder psychischen Beschwerden. Eine ausreichende wissenschaftliche Grundlage für eine medizinische Anwendung besteht jedoch nicht.
Kann Kratom abhängig machen?
Ja. Bei regelmäßigem Konsum kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln. Auch Toleranzentwicklung und Entzugserscheinungen sind beschrieben.
Ist Kratom ein Opioid?
Kratom ist eine Pflanze und kein klassisches Opioid. Einige ihrer Wirkstoffe können jedoch an Opioidrezeptoren wirken und insbesondere stärkere opioidähnliche Effekte hervorrufen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Verbraucherzentrale: Kratom – Erhebliches Risiko
Informationen zu Wirkung, Abhängigkeit, Nebenwirkungen und rechtlicher Einordnung von Kratom. - AOK: Heilpflanze Kratom – vollmundige Versprechen mit hohem Risiko
Überblick über Inhaltsstoffe, Wirkung, Konsumformen sowie mögliche gesundheitliche Risiken. - Journal of Analytical Toxicology: Todesfälle mit Mitragynin und O-Desmethyltramadol
Wissenschaftlicher Fallbericht zu tödlichen Vergiftungen im Zusammenhang mit Mitragynin. - Journal of Analytical Toxicology: Todesfall mit Mitragynin und Propylhexedrin
Toxikologischer Fallbericht zu einem Todesfall unter Beteiligung von Mitragynin.