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Kratom-Tee, Kratom-Pulver und Kapseln neben Blättern der Kratom-Pflanze.
Kratom wird unter anderem als Pulver, Kapseln oder Tee angeboten. In Österreich gelten für die Pflanze besondere lebensmittelrechtliche Vorgaben.
Kratom wird unter anderem als Pulver, Kapseln oder Tee angeboten. In Österreich gelten für die Pflanze besondere lebensmittelrechtliche Vorgaben.
KI-generiert / dall.e / Stefanie Hermann

Kratom ist in Österreich legal und erhältlich – aber nicht als Tee

28.09.2026 um 15:53, Stefanie Hermann
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Kratom ist auch in Österreich erhältlich. Doch darf es legal verkauft und konsumiert werden? Was bei Kratom-Tee und anderen Produkten gilt.

Nach dem Herzstillstand eines 22-Jährigen rückt Kratom auch in Österreich in den Fokus. Dabei stellt sich eine naheliegende Frage: Ist Kratom in Österreich legal? Kratom ist nicht einfach mit einer verbotenen Droge gleichzusetzen, als Tee oder anderes Lebensmittel darf die Pflanze aber nicht ohne Weiteres verkauft werden.

Ist Kratom in Österreich legal?

Kratom ist in Österreich nicht einfach als verbotene Droge einzustufen. Als Tee beziehungsweise teeähnliches Erzeugnis darf Mitragyna speciosa laut Österreichischem Lebensmittelbuch jedoch nicht verwendet werden. Dass Kratom-Produkte im Internet erhältlich sind, bedeutet daher nicht automatisch, dass sie als Lebensmittel verkauft werden dürfen.

​Kratom steht auf Österreichs Liste für ungeeignete Teepflanzen

Besonders eindeutig ist die Situation bei Kratom-Tee. Im Österreichischen Lebensmittelbuch findet sich Mitragyna speciosa, der Kratombaum, ausdrücklich auf der offenen Liste jener Pflanzen und Pflanzenteile, die nicht zur Herstellung teeähnlicher Erzeugnisse verwendet werden. Grund sind die enthaltenen Indolalkaloide.

Wie gefährlich diese sein können, zeigt sich in einem aktuellen Fall. Ein ansonsten gesunder 22-Jähriger hatte nach eigenen Angaben Kratom-Tee konsumiert und erlitt anschließend zwei Herzstillstände. Innsbrucker Ärzte fanden eine stark erhöhte Konzentration des Kratom-Wirkstoffs Mitragynin und bezeichneten eine Mitragyninvergiftung als wahrscheinlichste Ursache.

​Warum Kratom trotzdem angeboten wird

Trotzdem lassen sich Kratom-Produkte auch in Österreich finden, werden von Anbietern jedoch teilweise ausdrücklich nicht als Lebensmittel und nicht für den menschlichen Verzehr angeboten. Österreichische Händler bezeichnen ihre Produkte etwa als botanische oder ethnobotanische Ware.

Dass eine Pflanze nicht wie ein gewöhnliches Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden darf, bedeutet nicht automatisch, dass sie deshalb unter das österreichische Suchtmittelrecht fällt.

​Legal bedeutet nicht automatisch als Lebensmittel erlaubt

Das österreichische Suchtmittelgesetz unterscheidet insbesondere zwischen Suchtgiften und psychotropen Stoffen. Welche Stoffe diesen strengen Regeln unterliegen, wird über die entsprechenden Verordnungen festgelegt. Für erfasste Suchtmittel sind unter anderem Erwerb, Besitz, Erzeugung sowie Ein- und Ausfuhr stark eingeschränkt.

Bei Kratom muss davon getrennt die lebensmittelrechtliche Frage betrachtet werden. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel und unterliegen in Österreich unter anderem dem Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz sowie den einschlägigen EU-Vorschriften. Dass ein Produkt im Internet erhältlich ist, bedeutet daher nicht automatisch, dass es als Lebensmittel verkehrsfähig ist.

​Internetverkauf macht die Sache nicht automatisch legal

Gerade bei Produkten aus dem Internet lohnt sich diese Unterscheidung. Die AGES kontrollierte gemeinsam mit dem Bundesamt für Verbrauchergesundheit und dem Zoll Nahrungsergänzungsmittel, die aus Drittstaaten nach Österreich geschickt wurden. Von 50 kontrollierten Sendungen wurden 21 Produkte als illegal und eines als gesundheitsschädlich beanstandet. Bei einem Teil spielten Verstöße gegen die europäischen Novel-Food-Regeln eine Rolle. Die Untersuchung bezog sich nicht speziell auf Kratom, zeigt aber, dass die bloße Bestellbarkeit eines Produkts nichts über dessen lebensmittelrechtliche Zulässigkeit aussagt.

Auch auf europäischer Ebene tauchte Kratom bereits bei Lebensmittelkontrollen auf. In Berichten des europäischen Agri-Food Fraud Network wurden Kratom-Produkte beziehungsweise Lebensmittel mit Mitragyna speciosa als auffällige Fälle erfasst.

FAQ: Kratom in Österreich

Ist Kratom in Österreich legal?

Kratom ist in Österreich nicht einfach mit einem verbotenen Suchtmittel gleichzusetzen. Davon getrennt gelten jedoch lebensmittelrechtliche Vorschriften. Insbesondere darf Mitragyna speciosa laut Österreichischem Lebensmittelbuch nicht zur Herstellung teeähnlicher Erzeugnisse verwendet werden.

Darf Kratom in Österreich als Tee verkauft werden?

Als Kratom-Tee ist die Situation klarer: Mitragyna speciosa steht im Österreichischen Lebensmittelbuch auf der Liste jener Pflanzen und Pflanzenteile, die nicht zur Herstellung teeähnlicher Erzeugnisse verwendet werden. Als Grund werden die enthaltenen Indolalkaloide angeführt.

Warum kann man Kratom trotzdem im Internet finden?

Kratom-Produkte werden teilweise ausdrücklich nicht als Lebensmittel und nicht für den menschlichen Verzehr angeboten. Die bloße Verfügbarkeit eines Produkts im Internet bedeutet nicht, dass es deshalb in Österreich als Tee, Nahrungsergänzungsmittel oder anderes Lebensmittel verkauft werden darf.

Ist Kratom in Österreich als Nahrungsergänzungsmittel erlaubt?

Nahrungsergänzungsmittel gelten rechtlich als Lebensmittel. Für Kratom ist daher entscheidend, ob das konkrete Produkt die lebensmittelrechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Die Bezeichnung als pflanzliches oder natürliches Produkt allein macht es nicht zu einem zulässigen Nahrungsergänzungsmittel.

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