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Junge erwachsene Frau mit blonden Haaren betrachtet nachdenklich ihr Spiegelbild. Symbolbild zum weltweiten Anstieg von Essstörungen.
Essstörungen nehmen weltweit zu. Laut einer neuen Studie sind besonders junge Menschen von Magersucht und Bulimie betroffen.
Essstörungen nehmen weltweit zu. Laut einer neuen Studie sind besonders junge Menschen von Magersucht und Bulimie betroffen.
KI-generiert / ChatGPT / Stefanie Hermann

Essstörungen: Neue Studie zeigt erschreckenden Anstieg

29.10.2026 um 12:54, Stefanie Hermann
min read
Weltweit leiden 18,1 Millionen Menschen an Magersucht oder Bulimie. Eine neue Studie zeigt, welche Altersgruppe besonders betroffen ist und was dahintersteckt.

Essstörungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Laut einer neuen Studie waren 2023 rund 18,1 Millionen Menschen von Magersucht oder Bulimie betroffen. Besonders häufig erkranken Frauen und junge Menschen. Forschende rechnen bis 2050 mit einem weiteren Anstieg.

Essstörungen weltweit: Die wichtigsten Zahlen

  • 18,1 Millionen: Menschen waren 2023 von Magersucht oder Bulimie betroffen.
  • 71 Prozent: Um diesen Wert stieg die absolute Zahl der Betroffenen seit 1990.
  • 41,2 Prozent: So viele Betroffene waren zwischen zehn und 24 Jahre alt.
  • 21,8 Millionen: So viele Betroffene prognostizieren Forschende für 2050.

Quelle: JAMA Psychiatry. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Magersucht und Bulimie.

​18,1 Millionen Menschen weltweit betroffen

Für die im Fachjournal JAMA Psychiatry veröffentlichte Untersuchung werteten Forschende Daten aus 204 Ländern und Gebieten aus. Demnach lebten 2023 weltweit rund 18,1 Millionen Menschen mit Magersucht oder Bulimie. Davon entfielen etwa 14,2 Millionen Fälle auf Bulimie und 3,9 Millionen auf Magersucht.

Zwischen 1990 und 2023 stieg die absolute Zahl der Betroffenen um 71 Prozent. Die altersstandardisierte Erkrankungshäufigkeit nahm im selben Zeitraum um 20,6 Prozent zu. Damit lässt sich der Anstieg nicht allein durch das Wachstum der Weltbevölkerung erklären.

​Frauen und junge Menschen besonders gefährdet

Rund 12,6 Millionen Betroffene waren weiblich, etwa 5,5 Millionen männlich. Frauen machten damit knapp 70 Prozent aller erfassten Fälle aus. Besonders auffällig ist das Alter: 41,2 Prozent der Erkrankten waren zwischen zehn und 24 Jahre alt.

„Essstörungen sind ernstzunehmende psychische Störungen, die häufig bereits in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter beginnen und erhebliche körperliche, psychische und soziale Folgen haben können“, erklärt der Münsteraner Psychologe Timo Brockmeyer.

​In diesen Regionen steigen die Zahlen besonders stark

Die höchsten Erkrankungsraten verzeichneten die Forschenden in Australasien und Westeuropa. Besonders deutlich stieg die altersstandardisierte Häufigkeit jedoch in Asien. In Ostasien betrug der Zuwachs 61,5 Prozent, in Südasien 48,5 Prozent und in Südostasien 44,2 Prozent.

Welche Essstörungen gibt es?

Magersucht (Anorexie): Betroffene schränken ihre Nahrungsaufnahme stark ein. Häufig bestehen eine ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme und eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers.

Bulimie: Wiederkehrende Essanfälle gehen mit gegensteuernden Verhaltensweisen einher, etwa selbst herbeigeführtem Erbrechen oder übermäßigem Sport.

Binge-Eating-Störung: Betroffene erleben wiederkehrende Essanfälle mit Kontrollverlust, ohne regelmäßig gegensteuernde Maßnahmen wie bei Bulimie einzusetzen.

Wichtig: Die aktuelle Studie erfasste ausschließlich Magersucht und Bulimie. Die Binge-Eating-Störung wurde nicht berücksichtigt.

​Welche Rolle spielen soziale Medien?

Als mögliche Einflussfaktoren gelten gesellschaftliche Schönheitsideale, Gewichtsstigmatisierung und der Druck, einem bestimmten Körperbild zu entsprechen. Auch soziale Medien stehen im Fokus. Ein direkter ursächlicher Zusammenhang lässt sich aus der Studie allerdings nicht ableiten.

​Prognose bis 2050: Zahl der Erkrankten steigt weiter

Die Forschenden erwarten bis 2050 weltweit rund 21,8 Millionen Betroffene. Das entspräche einem weiteren Anstieg um etwa 20 Prozent gegenüber 2023.

Die tatsächliche Belastung könnte jedoch größer sein. Die Untersuchung erfasste ausschließlich Magersucht und Bulimie, nicht aber andere Essstörungen wie die Binge-Eating-Störung.

Essstörungen erkennen: Diese Warnsignale gibt es

  • Starke Beschäftigung mit Gewicht, Kalorien oder Körperform
  • Auffällige Veränderungen des Essverhaltens oder strenge Essensregeln
  • Rückzug von gemeinsamen Mahlzeiten
  • Heimliches Essen oder wiederkehrende Essanfälle
  • Ausgeprägte Angst vor einer Gewichtszunahme

Wichtig: Einzelne Anzeichen bedeuten nicht automatisch eine Essstörung. Treten mehrere Warnsignale über längere Zeit auf, ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung sinnvoll. Essstörungen können auch ohne auffälliges Untergewicht bestehen.

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