Schlaganfall: Diese vier Warnzeichen sollte jeder kennen
Bei einem Schlaganfall kann jede Minute entscheidend sein. Genau darauf macht der Weltschlaganfalltag am 29. Oktober aufmerksam. In Österreich erleiden jedes Jahr rund 25.000 Menschen einen Schlaganfall. Das höchste Risiko haben weiterhin ältere Menschen, doch Fachleute beobachten zunehmend auch jüngere Patienten. Umso wichtiger ist es, typische Warnzeichen zu kennen und im Ernstfall sofort zu handeln.
Immer mehr jüngere Betroffene
Schlaganfälle werden häufig mit hohem Alter verbunden. Tatsächlich liegt das größte Risiko weiterhin bei Menschen über 75 Jahren. Ärzte beobachten allerdings, dass zunehmend auch jüngere Personen behandelt werden müssen.
Christoph Höfer, Leiter der Stroke Unit und der Ambulanz für Schlaganfallnachsorge bei den Barmherzigen Brüdern Linz, nennt, gegenüber dem ORF, unter anderem Rauchen, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung als wichtige beeinflussbare Risikofaktoren.
Ein Schlaganfall entsteht meist, wenn ein Blutgefäß im Gehirn verschlossen wird und ein Bereich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann. Seltener liegt eine Gehirnblutung vor. In beiden Fällen können innerhalb kurzer Zeit Nervenzellen geschädigt werden.
Mit dem FAST-Test Schlaganfall erkennen
Typisch für einen Schlaganfall ist, dass Beschwerden plötzlich auftreten. Mit dem sogenannten FAST-Test können auch medizinische Laien wichtige Warnzeichen schnell überprüfen.
- F wie Face: Die Person soll lächeln. Hängt dabei ein Mundwinkel herunter, kann das auf eine Lähmung hindeuten.
- A wie Arms: Beide Arme sollen nach vorne gehoben werden. Sinkt ein Arm ab oder kann er nicht gehoben werden, ist das ein mögliches Warnsignal.
- S wie Speech: Die Person soll einen einfachen Satz wiederholen. Undeutliche Sprache, falsche Wörter oder Verständnisprobleme können auf einen Schlaganfall hinweisen.
- T wie Time: Bei einem Verdacht darf keine Zeit verloren werden. In Österreich muss sofort die Rettung unter 144 verständigt werden.
Auch plötzliche Sehstörungen, starke Gleichgewichtsprobleme oder ungewöhnlich heftige Kopfschmerzen können Anzeichen sein. Selbst wenn Beschwerden nach kurzer Zeit wieder verschwinden, sollten sie medizinisch abgeklärt werden.
Diese Faktoren erhöhen das Risiko
Neben dem Alter und einer familiären Veranlagung gibt es mehrere beeinflussbare Faktoren. Dazu gehören insbesondere Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Vorhofflimmern und Bewegungsmangel.
Gerade Bluthochdruck gilt als problematisch, weil er über lange Zeit unbemerkt bleiben kann. Fachgesellschaften betonen deshalb die Bedeutung regelmäßiger Kontrollen und einer konsequenten Behandlung bestehender Erkrankungen.
Probleme bei der Nachsorge
Nicht nur die Akutversorgung ist entscheidend. Nach einem Schlaganfall soll eine strukturierte Nachsorge helfen, Folgeschäden zu behandeln und das Risiko eines weiteren Ereignisses zu verringern.
In Oberösterreich sieht Höfer hier Verbesserungspotenzial. Allein bei den Barmherzigen Brüdern Linz werden jährlich rund 800 Schlaganfallpatienten aufgenommen. Nicht einmal zehn Prozent erhalten dort laut seinen Angaben einen Platz in der strukturierten Nachsorge.
Der Weltschlaganfalltag 2026 steht deshalb unter dem internationalen Motto „Every M1nute Counts“. Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Symptome erkennen, nicht abwarten und im Verdachtsfall sofort medizinische Hilfe holen.