„Keine Affäre“: ORF-Mitarbeiterin widerspricht Weißmann
- ORF-Affäre um Weißmann eskaliert
- „Nie Affäre, nie intimer Kontakt“
- Aussage gegen Aussage
- Vorwürfe: „Verdrehung der Tatsachen“
- Druck und gescheiterte Lösung
- Weißmann geht juristisch vor
Die ORF-Affäre rund um den zurückgetretenen Generaldirektor Roland Weißmann erreicht eine neue Eskalationsstufe.
Auslöser der Causa sind Vorwürfe einer ORF-Mitarbeiterin wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens, die schließlich zum Rücktritt von Roland Weißmann geführt haben. Details zu den konkreten Anschuldigungen sind bislang jedoch nur teilweise öffentlich bekannt.
Während Weißmann mit Strafanzeigen gegen mehrere Personen vorgeht, meldet sich nun erstmals die betroffene ORF-Mitarbeiterin selbst ausführlich zu Wort – und stellt seine Darstellung klar infrage.
ORF-Mitarbeiterin: „Nie Affäre, nie intimer Kontakt“
In einer Stellungnahme über ihren Anwalt, die mehreren Medien vorliegt (u. a. Der Standard und Die Presse), weist die Frau die bisherigen Darstellungen entschieden zurück.
Es habe „zu keinem Zeitpunkt eine Affäre“ gegeben, ebenso wenig sei es zu intimem physischen Kontakt gekommen. Diese Version sei sie bereit, unter Eid zu bestätigen.
Roland Weißmann hatte hingegen erklärt, der Kontakt habe bereits vor seiner Zeit als ORF-Generaldirektor begonnen und sich zu einer persönlichen, einvernehmlichen Beziehung entwickelt – inklusive regelmäßigem Austausch und privaten Treffen.
Aussage gegen Aussage: Zwei völlig unterschiedliche Versionen
Damit stehen sich zwei Darstellungen direkt gegenüber: Während Roland Weißmann von einer freiwilligen, persönlichen Beziehung spricht, bestreitet die Mitarbeiterin jede Form von Intimität oder Beziehung.
Welche konkreten Vorwürfe die Mitarbeiterin im Detail erhebt, ist bislang öffentlich nicht vollständig bekannt.
„Verdrehung der Tatsachen“ und „Ablenkungsmanöver“
In der über ihren Anwalt verbreiteten Stellungnahme zeigt sich die Frau „schockiert“ über die öffentliche Darstellung. Sie spricht von einer „Verdrehung der Tatsachen“ und wirft Roland Weißmann indirekt vor, gezielt Druck aufzubauen.
Die angekündigten rechtlichen Schritte bezeichnet sie als „unangenehm durchsichtiges Ablenkungsmanöver“ und als weiteres Zeichen jenes Verhaltens, das sie in diese Situation gebracht habe.
Druck und gescheiterte Lösung hinter den Kulissen
Laut ihrer Darstellung habe sie mehrfach versucht, die Angelegenheit diskret und auf „respektvollem Niveau“ zu lösen – ein Angebot, auf das Roland Weißmann laut ihrer Aussage nicht eingegangen sei.
Stattdessen sei gezielt Druck aufgebaut worden, dem sie sich nun ausdrücklich verwehre. Die Mitarbeiterin schildert auch persönliche Hintergründe. Sie habe lange gezögert, den Fall öffentlich zu machen, unter anderem aus Angst vor beruflichen Konsequenzen. Letztendlich sei es ihr zum Verhängnis geworden, dass sie keinen sexuellen Kontakt wollte und keine intime Beziehung eingegangen sei.
Erst jetzt habe sie sich entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen – auch um „weitere Unwahrheiten zu verhindern“ und ein klares Bild zu zeichnen. Gleichzeitig wolle sie andere Frauen ermutigen, sich gegen ähnliche Situationen am Arbeitsplatz zu wehren.
Roland Weißmann geht juristisch in die Offensive
Parallel dazu geht Roland Weißmann juristisch vor. Nach einer Prüfung durch seinen Anwalt sieht er den Verdacht strafrechtlich relevanten Verhaltens mehrerer Personen. Eine Strafanzeige soll bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht werden.
Welche Personen konkret betroffen sind und welche Tatbestände im Raum stehen, ist bisher nicht öffentlich bekannt.