Weißmann packt aus: So lief sein Verhältnis zur ORF-Mitarbeiterin
- Nach Rücktritt: Weißmann äußert sich erstmals
- Weißmann kritisiert Vorgehen des ORF
- So begann das Verhältnis
- Wie sich die Beziehung entwickelte
- Warum Weißmann trotz allem zurücktrat
- Wie es jetzt im ORF weitergeht
Am Sonntag ist Roland Weißmann überraschend als ORF-Generaldirektor zurückgetreten. Jetzt äußert sich der 57-Jährige erstmals ausführlich zu den Vorwürfen gegen ihn – und bestätigt dabei auch eine private Beziehung zu einer ORF-Mitarbeiterin.
Den Vorwurf eines Fehlverhaltens weist Weißmann jedoch entschieden zurück. Über seinen Anwalt stellt er klar, dass es sich um eine einvernehmliche Beziehung gehandelt habe. Gleichzeitig zeichnet der frühere ORF-Chef ein völlig anderes Bild der Ereignisse rund um die Weißmann-Affäre.
Nach Rücktritt: Roland Weißmann äußert sich erstmals
Bislang habe sich Roland Weißmann bewusst nicht öffentlich geäußert. Der Grund sei laut seinem Anwalt der Schutz der Privatsphäre gewesen. Erst nachdem im ORF-Stiftungsrat eine Stellungnahme der Mitarbeiterin vorgelesen wurde, sehe sich Weißmann nun gezwungen, seine Sicht der Dinge in einer ausführlichen Stellungnahme via OTS darzustellen.
Roland Weißmann kritisiert Vorgehen des ORF
Besonders scharf kritisiert Weißmann das Vorgehen des ORF. Nach Angaben seines Anwalts habe der ehemalige Generaldirektor bis heute keinen vollständigen Überblick über das vorgelegte Material. Zwar seien im Stiftungsrat Ton-, Bild- und Videomaterial präsentiert worden, Weißmann selbst habe diese Unterlagen jedoch weder einsehen noch entgegennehmen können. Zudem sei das Material laut seiner Darstellung bislang nicht auf Authentizität überprüft worden.
Aus Sicht des Ex-ORF-Chefs sei sein Fall öffentlich bereits als Beispiel für Machtmissbrauch dargestellt worden, ohne dass seine Seite zuvor angehört worden sei.
Roland Weißmann: So schildert er das Verhältnis
In seiner Stellungnahme schildert Roland Weißmann nun auch erstmals, wie die Beziehung zu der ORF-Mitarbeiterin begonnen haben soll. Demnach habe der Kontakt bereits Ende 2019 begonnen. Zu diesem Zeitpunkt sei Weißmann noch nicht Generaldirektor gewesen und auch kein Vorgesetzter der Frau gewesen.
Emotionale Affäre: So begann die Beziehung
Laut Roland Weißmann begann der Kontakt mit der beteiligten ORF-Mitarbeiterin bereits Ende 2019. Zu diesem Zeitpunkt sei er weder ORF-Generaldirektor gewesen noch ihr Vorgesetzter. Zwischen beiden habe sich zunächst eine persönliche Beziehung entwickelt, die Weißmann später als eine Art „emotionale Affäre“ beschreibt.
Annäherung und intensiver Kontakt
In der Anfangsphase habe es laut Weißmann mehrere Treffen gegeben. Dazu hätten gemeinsame Essen, Laufausflüge und Besuche zu Hause gehört. Parallel dazu habe es einen intensiven Austausch über Telefon und Chat gegeben. Dabei seien auch persönliche und intime Nachrichten ausgetauscht worden – laut Weißmann einvernehmlich und von beiden Seiten initiiert.
Romantisches Treffen und physischer Kontakt
Im Oktober 2022 habe die Mitarbeiterin laut Weißmann erneut den Kontakt gesucht und ihm Werbefotos geschickt. Sie habe ihn gebeten, das schönste Bild auszuwählen und ihn anschließend zu einem „romantischen Essen“ eingeladen. Bei diesem Treffen habe sie ihm mitgeteilt, dass ihre Ehe am Ende sei und Interesse an einer Beziehung signalisiert. Laut Weißmann kam es dabei auch zu einvernehmlichem physischem Kontakt.
Plötzlicher Rückzug
Kurz nach diesem Treffen habe sich die Frau jedoch wieder zurückgezogen. In mehreren Nachrichten und Telefonaten habe sie Weißmann darüber informiert, dass sie den Kontakt reduzieren wolle. Diese Gespräche seien laut Weißmann offenbar ohne seine Zustimmung aufgezeichnet worden.
Scheidung und neuer Lebensgefährte
Ende 2022 hätten sich beide noch einmal zu einem gemeinsamen Laufausflug getroffen. Im Sommer 2023 habe die Mitarbeiterin Weißmann schließlich in ihr neu gebautes Haus eingeladen. Dort habe sie ihm mitgeteilt, dass sie inzwischen geschieden sei, aber bereits einen neuen Lebensgefährten habe. Weißmann erklärte, er habe sich daraufhin vollständig aus dem Kontakt zurückgezogen.
Berufliche Rolle laut Weißmann nie Thema
Die Tätigkeit der Frau beim ORF sei laut Weißmann während der gesamten Beziehung nie Gesprächsthema gewesen. Auch seine spätere Rolle als ORF-Generaldirektor habe er nach eigener Darstellung nie mit der privaten Beziehung in Verbindung gebracht. Es habe zu keinem Zeitpunkt Druck, Einflussnahme oder Machtmissbrauch gegeben.
Warum Weißmann trotz allem zurücktrat
Trotz seiner Darstellung entschied sich Roland Weißmann schließlich zum Rücktritt. Laut seinem Anwalt sei dieser Schritt unter erheblichem Druck aus dem Stiftungsratspräsidium des ORF auf die Vorwürfe erfolgt.
Demnach sei ihm in Gesprächen mitgeteilt worden, dass bereits der Verdacht ausreiche, um Konsequenzen zu ziehen. Schließlich habe sich Weißmann zum Rücktritt entschlossen, um weiteren Schaden vom ORF abzuwenden.
Wie es jetzt im ORF weitergeht
Nach dem Rücktritt von Roland Weißmann hat Ingrid Thurnher interimistisch die Führung des ORF übernommen. Sie kündigte bereits an, die Vorgänge rund um die Vorwürfe umfassend aufklären zu lassen.
Auch Weißmann selbst will die Ereignisse nun rechtlich prüfen lassen. Damit dürfte die Weißmann-Affäre den ORF noch länger beschäftigen.
Quellen
- OTS: Rechtsvertreter von Mag. Roland Weißmann äußert sich zu Vorwürfen und weist laufende Vorverurteilung zurück
- OTS: Causa Weißmann – Anlassbezogene Richtigstellung zu Aussagen von Stiftungsratsvorsitzendem Lederer
- OTS: ORF-Generaldirektor Roland Weißmann tritt mit sofortiger Wirkung zurück
- OTS: ORF-Stiftungsrat betraut Ingrid Thurnher mit der Geschäftsführung des ORF