RKI: RSV-Welle für Kinder lebensbedrohlich
- Frühindikatoren zeigen steigende Fallzahlen
- Kliniken bereiten sich auf steigende Belastung vor
- Lage in Österreich
- Säuglinge und Ältere besonders gefährdet
- Einfache Schutzmaßnahmen bleiben entscheidend
- Antikörper und Impfempfehlungen
Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt aktuell vor einer neuen RSV-Welle in Deutschland. Die neuesten Daten aus der dritten Kalenderwoche 2026 zeigen, dass sich das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) wieder deutlich verbreitet. Nach Einschätzung des Instituts befindet sich die Bevölkerung in einer frühen Phase der anrollenden RSV-Saison. Typischerweise folgt das Virus der Grippewelle zeitversetzt, ein Muster, das sich auch aktuell wieder deutlich abzeichnet.
Frühindikatoren zeigen steigende Fallzahlen
In der ambulanten und stationären Überwachung macht RSV derzeit rund vier Prozent der nachgewiesenen Erreger aus. Das gilt als deutliches Frühzeichen für eine bevorstehende Infektionswelle. Parallel dazu dominiert die Influenza weiterhin das Infektionsgeschehen. Etwa 60 Prozent der getesteten Atemwegsproben enthalten Grippeviren, während SARS-CoV-2 nur eine Nebenrolle spielt.
Kliniken bereiten sich auf steigende Belastung vor
In Krankenhäusern und Kinderkliniken wächst die Alarmbereitschaft. RSV gilt unter Ärztinnen und Ärzten als klassischer „Kinderklinik-Füller“. Sobald sich das Virus stärker verbreitet, steigen die stationären Aufnahmen bei Säuglingen erfahrungsgemäß sprunghaft an. Auch ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen entwickeln häufiger schwere Verläufe. Die Kliniken bereiten sich daher bereits jetzt auf eine mögliche Zunahme der Fälle vor.
RSV-Lage in Österreich
Auch in Österreich ist das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) derzeit aktiv. Laut Daten des Österreichischen RSV-Netzwerks und der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zeigt sich seit Beginn des Jahres eine moderate, aber stabile Viruszirkulation. Besonders betroffen sind wie gewohnt Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen.
Während die Grippewelle das Infektionsgeschehen dominiert, bleibt RSV sowohl in Laborproben als auch im österreichweiten Abwassermonitoring konstant nachweisbar. Die MedUni Wien bestätigt regelmäßige RSV-Nachweise im Rahmen des Sentinella-Systems. Eine außergewöhnlich starke Welle ist bislang nicht zu beobachten, Fachleute rechnen aber mit einem möglichen Anstieg im Februar, wenn die RSV-Saison hierzulande ihren Höhepunkt erreicht.
Um schwere Verläufe zu verhindern, wird in Österreich die passive Immunisierung für Neugeborene sowie die Impfung für Personen ab 60 Jahren empfohlen.
Erkältungen sicher vorbeugen
Säuglinge und Ältere besonders gefährdet
Das Virus ist insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder und Menschen höheren Alters eine ernste Gefahr. Bei kleinen Kindern kann eine Infektion zu Bronchiolitis oder Lungenentzündung führen. Bei älteren Menschen erhöht eine nachlassende Immunabwehr das Risiko schwerer Erkrankungen.
Einfache Schutzmaßnahmen bleiben entscheidend
Regelmäßiges Händewaschen, gründliches Lüften und das Meiden enger Kontakte bei Erkältungssymptomen helfen, die Verbreitung zu bremsen. In der kalten Jahreszeit steigt das Risiko in Innenräumen, weil sich Atemwegserreger in der Luft anreichern, wenn Erkrankte anwesend sind.
Antikörper und Impfempfehlungen
Für die jüngsten Kinder stehen inzwischen monoklonale Antikörper zur Verfügung, die schweren Krankheitsverläufen vorbeugen. Präparate wie Nirsevimab und Palivizumab werden vor oder zu Beginn der RSV-Saison verabreicht und senken das Risiko für eine Hospitalisierung deutlich.
Für Erwachsene gibt es seit 2024 zugelassene RSV-Impfstoffe. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine einmalige Impfung für alle Personen ab 75 Jahren sowie für 60- bis 74-Jährige mit schweren Grunderkrankungen oder in Pflegeeinrichtungen. Ideal ist eine Impfung im Spätsommer oder Herbst, oft gemeinsam mit der Grippeimpfung.