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Junge fröhliche Frau vor einer Almhütte bei winterlichen Temperaturen | Credit: iStock.com/CandyBoxImages
Gute Gene senken das Erkältungsrisiko
Gute Gene senken das Erkältungsrisiko
iStock.com/CandyBoxImages

Ohne Erkältung durchs Jahr mit diesen Tipps

25.02.2022 um 13:14, Patricia Hainz
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Erkältungen keine Chance lassen: Was Sie beachten sollten, damit Sie Husten, Schnupfen und Heiserkeit schnell wieder loswerden oder am besten aber gar nicht erst bekommen.

Jedes Jahr gegen Ende des Winters erreichen - nicht erst seit Corona - die viralen Infektionen ihren letzten Höhepunkt vor dem Frühjahr. Der Hals kratzt, die Nase läuft, der Kopf tut weh: Eine Erkältung ist im Anmarsch. War es bisher schon sehr wichtig, sich ausreichend zu schützen, sollte man gerade in der letzten Infektionswelle nicht leichtsinnig werden - ganz gleich, ob geimpft, getestet, genesen oder einfach nur genervt.

Wie kann man eine Ansteckung am besten verhindern?

Noch nie gab es so wenige Erkältungen wie in der Zeit der Corona-Pandemie. Das bedeutet: Masken schützen. Abstand halten ebenso. Eigentlich wäre es auch für die Zukunft eine feine und einfache Maßnahme, dass jeder, der eine Erkältung hat, eine Maske trüge - so wie es beispielsweise in Asien üblich ist. Ansonsten helfen natürlich ein starkes Immunsystem und intakte, gut befeuchtete Schleimhäute, um den Viren den Weg in den Körper zu erschweren.

Frau mit Maske, unterwegs in einem Autobus | Credit: iStock.com/dragana991
Masken - guter Schutz vor Erkältungen

Kann man sich verkühlen?

Nein - der Begriff Erkältung ist etwas irreführend, denn ohne Viren gibt es keine Infektion, daher kann man sich im Grunde genommen auch nicht verkühlen. Denn es sind an sich nicht die kalten Temperaturen, die eine Erkältung auslösen, sondern die unterschiedlichsten Erreger – bei einer Erkältung vor allem Rhinoviren. Richtig ist, dass Kälte - vor allem, wenn man friert - die Immunabwehr schwächen kann. Jene Krankheitserreger, die Erkältungen hervorrufen, haben dann ein leichteres Spiel, in den Körper zu gelangen, da sich die Gefäße in Nasen- und Rachenschleimhaut bei Kälte verengen. Aus diesem Grund ist es auch ungünstig, mit nassen Haaren nach draußen zu gehen oder sich ohne Kissen auf eine kalte Unterlage zu setzen.

Kann man eine Erkältung ausschwitzen?

Eher nicht! So gut regelmäßige Kälte- und Wärmereize - besonders zur kalten Jahreszeit - auch sind, so ungünstig ist die Schwitzkur, wenn man schon erkältet ist. Fakt ist: Saunieren bringt den Stoffwechsel in Schwung, fördert die Durchblutung und stärkt die Abwehrkräfte. Aber: Wenn es einen bereits erwischt hat, sollte man sich von der Sauna fernhalten. Der Körper ist gerade zu Beginn einer Erkältung stark mit der Abwehr der Krankheitserreger beschäftigt - die hohen Temperaturen beim Saunieren würden das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten und dem ohnehin schon geschwächten Organismus weiter zusetzen. Zudem lieben Viren warme Temperaturen, um sich zu vermehren. Besser wäre die wohltuende Wärme eines Erkältungsbads mit ätherischen Ölen wie Thymian, Eukalyptus oder Salbei. Doch bei Fieber sind auch heiße Vollbäder keine gute Idee.

Eine in Decken gehüllte, erkältete Frau putzt sich die Nase | Credit: iStock.com/cyano66
Wärme lindert Erkältungssymptome

Kann Zink die Dauer einer Erkältung verkürzen?

Ja und zudem kann es sogar die Symptome deutlich lindern. Studien zeigen, dass hochdosierte Zink-Präparate, zu Beginn einer Erkältung eingenommen, zu einer deutlichen Verbesserung führen und die Krankheitsdauer um einen Tag verkürzen können. Dies liegt daran, dass Zink ein für den Menschen notwendiges Spurenelement ist und an vielen Vorgängen im Körper beteiligt ist. Man weiß beispielsweise, dass Zink an der Bildung und Aktivierung von Abwehrzellen beteiligt ist - so aktiviert es das Immunsystem, um Krankheitserreger abzuwehren.

Damit Ihr Immunsystem optimal von Zink profitieren kann, sollten Sie auf eine ausgewogene und regelmäßige Zufuhr mit diesem Mineralstoff achten. Gute Quellen für Zink sind Rind-, Geflügel- und Schweinefleisch, verschiedenste Meerestiere, Austern und Seefische, aber auch Hartkäse, Milchprodukte sowie Eier. Weiters enthalten auch einige pflanzliche Lebensmittel reichlich Zink. Besonders hervorzuheben sind Bohnen und Linsen, Nüsse, Samen und Kerne sowie Vollkornprodukte.

Zinkhaltige Lebensmittel | Credit: iStock.com/piotr_malczyk
Reich an Zink: Fisch und Käse

Hilft es, die Erkältung mit viel Flüssigkeit "wegzutrinken"?

Trinken, trinken, trinken - so lautet ein gut gemeinter Ratschlag bei Erkältungen und diversen Infekten, um die Viren schneller aus dem Körper zu befördern. Leider verschwindet eine Erkältung dadurch nicht schneller, aber Erkältungssymptome wie ein kratzender Hals oder Hustenreiz werden gelindert. Ob Hühnersuppe, heiße Milch mit Honig, Ingwertee oder ein Aufguss mit Kamille - ihre Wärme tut Rachen und Körper gut. Bei Husten empfiehlt sich beispielsweise ein Thymian- oder auch Eibisch-Sud, der den Schleim löst. Bei Fieber hat sich ein temperatursenkender Aufguss mit Lindenblüten oder Holunder bewährt.

Hühnersuppe | Credit: iStock.com/iko636
Lindert Hustenreiz und Halskratzen: Hühnersuppe

Hat eine vegane Gemüsebrühe dieselbe Wirkung wie eine Hühnerbrühe?

Durchaus! Gerade eine asiatisch angehauchte Tom-Yam-Suppe kann mit den darin enthaltenen Kräutern und Gewürzen das Abklingen der Symptome begünstigen. Durch Ingwer und Zitronengras wirkt diese Brühe antibiotisch sowie antibakteriell und beugt inneren Entzündungen vor. Gegen Viren und Bakterien hilft der enthaltene Knoblauch, während Zwiebel zusätzlich festsitzenden Schleim löst. Chili schützt den Organismus mit antioxidativen, entzündungshemmenden und immunstärkenden Eigenschaften und regt durch die natürliche Schärfe die Durchblutung an – das belebt den Kreislauf, und Viren werden schneller aus dem Körper transportiert!

Welche Vitamine und Mineralstoffe stärken das Immunsystem?

Fest steht: Vitamine und Spurenelemente können keine Wunder vollbringen, denn wie stark die eigenen Abwehrkräfte gegen Viren und Bakterien sind, hängt zu großen Teilen von den Genen und dem angeborenen Immunsystem ab. Bestimmte Nährstoffe holen jedoch das Beste aus dem Immunsystem heraus, indem sie als Radikalfänger wirken, die körpereigenen Killerzellen aktivieren, Zellen schützen oder an Abwehrreaktionen beteiligt sind.

Besonders wichtig sind B-Vitamine - diese sind quasi die Detektive des Immunsystems. Das liegt daran, dass das Abwehrsystem mit den Jahren lernt, feindlich gesinnte Viren, Bakterien und andere unerwünschte Eindringlinge als Krankheitserreger zu entlarven. Genau hier unterstützen B-Vitamine das Wiedererkennen der körperfremden Stoffe. Vitamin B2 wappnet gegen oxidativen Stress und trägt zusammen mit Vitamin B3 zum Erhalt von gesunden Schleimhäuten bei - essentiell im Kampf gegen Schnupfnasen. Wichtige Quellen sind Getreide und Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Käse.

Das Anti-Erkältungsvitamin schlechthin: Vitamin C – der Immun-Booster. Als Antioxidans schützt es die Membranen der Abwehrzellen vor oxidativen Stress durch freie Radikale. Haben es die Erkältungsviren bereits bis zu den Schleimhäuten geschafft, schaltet Vitamin C in den Alarmmodus und wird an verschiedenen Stellen aktiv, wodurch es beispielsweise die Bildung von Leukozyten veranlasst. Als Blutpolizei machen diese weißen Blutkörperchen Krankheitserreger unschädlich und schützen den Körper vor Infektionen. Neben Zitrusfrüchten gibt es auch viele heimische, saisonale Vitamin C-Lieferanten. So steckt der Power-Stoff etwa in Brokkoli, rotem Paprika, Kraut und Kohl. Vor allem Sauerkraut, Petersilie und Grünkohl enthalten reichlich Vitamin C.

Hervorzuheben ist noch das Sonnenvitamin Vitamin D. Als eines der Schlüsselhormone für ein funktionierendes Immunsystem aktiviert es die Abwehrzellen und reguliert das Immunsystem. Vitamin D stärkt aber nicht nur die Abwehrkräfte, sondern soll auch positiv auf jene Gene einwirken, die mit der Entstehung von Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang stehen. Mit der Hilfe der UV-Strahlung der Sonne kann der Körper das Hormon selbst herstellen, zudem befindet es sich in Käse, fettreichem Fisch und Meeresfrüchten sowie in Eiern und Pilzen – wobei die Ernährung nur einen sehr geringen Beitrag zur optimalen Versorgung beiträgt.

Ballaststoffreiche Lebensmittel | Credit: iStock.com/artisteer
Ballaststoffe halten das Immunsystem und die Verdauung in Schwung

Zur Autorin

Alltagstaugliche Tipps, um das persönliche Wohlbefinden nachhaltig zu steigern - ein Herzensanliegen von Passion Author Patricia Hainz. Die Enährungswissenschaftlerin, diplomierte Gesundheitstrainerin & Fastenbegleiterin teilt ihr Wissen rund um Bewegung und Ernährung mit den Leserinnen und Lesern von www.weekend.at.

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