Benko-Beben: Jetzt ist auch Vermögensspeicher pleite
Die René Benkos Vermögen steht vor dem finanziellen Kollaps. Die Laura Privatstiftung mit Sitz in Innsbruck hat am Mittwoch einen Eigenantrag auf Insolvenzeröffnung gestellt. Hintergrund sind massive Zahlungsverpflichtungen aus zwei internationalen Schiedssprüchen, die die Stiftung nicht mehr erfüllen kann.
Das Landesgericht Innsbruck hat den Eingang des Antrags der Laura Privatstiftung bestätigt. Nun wird geprüft, ob die Voraussetzungen für ein Insolvenzverfahren erfüllt sind. Für das weit verzweigte Geflecht rund um den gefallenen Signa-Gründer René Benko ist der Schritt ein weiterer schwerer Rückschlag.
Milliardenforderungen bringen Benko Privatstiftung zu Fall
Auslöser für den Insolvenzantrag sind zwei Schiedssprüche des Internationalen Schiedsgerichts (ICC) in der Schweiz. Aus diesen Entscheidungen ergeben sich laut Berichten Zahlungsverpflichtungen von rund einer Milliarde Euro.
Der Stiftungsvorstand der Laura Privatstiftung sieht keine realistische Möglichkeit, diese Entscheidungen anzufechten. „Die vom Stiftungsvorstand veranlassten Prüfungen haben ergeben, dass gegen diese Schiedssprüche keine ausreichenden Erfolgschancen eines Rechtsmittels bestehen“, so der Stiftungsvorstand via Aussendung.
Die Verpflichtungen dürften aus Vereinbarungen mit dem arabischen Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi stammen, die frühere Verantwortliche der Stiftung eingegangen waren.
Zentraler Vermögensbaustein im Benko-Imperium
Die Laura Privatstiftung galt jahrelang als zentraler österreichischer Vermögensspeicher der Familie Benko. In ihr waren zuletzt Vermögenswerte von rund 300 Millionen Euro gebündelt.
Zum Portfolio der Stiftung zählen mehrere Immobilien und Beteiligungen, darunter:
- Zinshäuser in Ostdeutschland
- Liegenschaften rund um Innsbruck
- die luxuriöse Villa N in Innsbruck-Igls
- das Chalet N in Oberlech am Arlberg
Vor allem die Villa N in Innsbruck-Igls galt als Symbol des einstigen Signa-Reichtums. Der Wert der Immobilie wird auf 60 bis 80 Millionen Euro geschätzt. René Benko lebte dort bis zu seiner Inhaftierung Ende Jänner 2024. Mobiliar und Einrichtungsgegenstände wurden mittlerweile versteigert.
Causa Benko: Stiftung im Fokus der Ermittlungen rund um Signa
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ordnet die Stiftung dem Signa-Gründer René Benko zu. In den laufenden Ermittlungen rund um den Signa-Komplex spielt sie eine zentrale Rolle.
René Benko, der Privatinsolvenz anmelden musste, selbst weist die Zuordnung allerdings zurück. Dennoch gilt die Laura Privatstiftung für Ermittler als wichtiger Baustein im Netzwerk aus Gesellschaften, Beteiligungen und Immobilien, das über Jahre rund um die Signa-Gruppe aufgebaut wurde.
Die Insolvenz der Laura Privatstiftung könnte daher auch Auswirkungen auf die laufenden Untersuchungen haben. Bereits vor einem Jahr musste die Familie Benko Privatstiftung Insolvenz anmelden.
Weiteres Kapitel im Zusammenbruch des Benko-Imperiums
Der Insolvenzantrag der Benko Privatstiftung markiert einen weiteren Einschnitt im Niedergang des einstigen Signa-Imperiums. Nach dem Zusammenbruch mehrerer Signa-Gesellschaften trifft die Krise nun auch den Bereich, der lange als „eiserne Reserve der Familie Benko“ galt.
Sollte das Gericht das Insolvenzverfahren eröffnen, wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der die Vermögenswerte der Stiftung prüft und verwertet.