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Ein Baby trinkt aus einer Flasche, daneben ein gelbes Warnsymbol mit Totenkopf – Hinweis auf den Rückruf von Babynahrung wegen eines gefährlichen Toxins.
Produktrückruf: Nach dem Fund des Toxins Cereulid wurden mehrere Chargen von Aptamil- und Milupa-Produkten zurückgerufen.
Produktrückruf: Nach dem Fund des Toxins Cereulid wurden mehrere Chargen von Aptamil- und Milupa-Produkten zurückgerufen.
Ivan Kyryk / iStock; undefined / iStock

Achtung, giftig! Toxine in Babynahrung entdeckt, Produktrückruf

05.02.2026 um 16:11, Stefanie Hermann
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Produktrückruf: Nach Nestlé wurde auch in Babynahrung von Aptamil und Milupa (Danone) das gifitge Toxin Cereulid entdeckt. Der Verkauf wurde gestoppt.

In Wien hat das Marktamt den Verkauf mehrerer Chargen von Babynahrung der Marken Aptamil und Milupa gestoppt. Der Auslöser war der Nachweis des Bacillus-Cereus-Toxins Cereulid bei Schwerpunktkontrollen. Das Toxin kann bei Überschreitung bestimmter Werte Erbrechen und Durchfall verursachen, Symptome, die meist innerhalb von sechs Stunden nach der Aufnahme aufgetreten sind.

Rückruf in Wien: Toxin-Fund bei Aptamil und Milupa

Vom Produktrückruf betroffen sind Produkte des Herstellers Danone, die bis zum 11. November 2027 haltbar sind. Auch in Deutschland, der Schweiz und Frankreich haben entsprechende Rückrufe stattgefunden.

So gefährlich ist das Toxin Cereulid

Das von bestimmten Bakterien gebildete Cereulid-Toxin wirkt auf den Magen-Darm-Trakt und kann bereits in geringen Mengen Beschwerden ausgelöst haben. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall, die meist zwischen 30 Minuten und sechs Stunden nach dem Verzehr eingesetzt haben. Besonders gefährdet sind Säuglinge, deren Stoffwechsel empfindlicher auf Giftstoffe reagiert.

Eltern, die vermutet haben, dass ihr Kind belastete Nahrung bekommen hat, sollen das Produkt sofort absetzen und den Kinderarzt oder die Kinderärztin kontaktieren. Bei starkem Erbrechen oder Anzeichen von Austrocknung ist unverzügliche medizinische Hilfe erforderlich.

Sofortige Maßnahmen in Wien

Das Marktamt hat eine sofortige Verkaufs- und Vertriebssperre verhängt. Produkte, deren Unbedenklichkeit nicht zweifelsfrei belegt ist, dürfen vorerst nicht mehr abgegeben werden. „Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass Kindernahrung höchsten Sicherheitsstandards entspricht“, erklärt Wiens Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS). Marktamtsdirektor Andreas Kutheil betont, dass der Schutz der Kinder „oberste Priorität“ habe und die Stadt „konsequent und unverzüglich“ gehandelt hat, sobald ein Risiko bestanden hat.

Eltern können auf den Websites aptaclub.at und milupa.at prüfen, ob ihr Produkt betroffen ist. Der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet.

Danone reagiert auf neue Grenzwerte

Der Rückruf ist in Abstimmung mit der Lebensmittelaufsicht erfolgt und basiert auf den neuen Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Diese hat Anfang Februar 2026 erstmals Höchstwerte für Cereulid in Milchpulver definiert, mit einer zulässigen Tagesdosis von 0,014 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Man habe „die Klarheit der neuen wissenschaftlichen Leitlinie“ begrüßt und „aus Verantwortung gegenüber den jüngsten Konsumenten“ gehandelt, so Danone. Alle Produkte außerhalb der Rückruflisten seien sicher, betont das Unternehmen.

Europaweite Rückrufwelle

Die aktuelle Maßnahme hat sich in eine Serie von Rückrufen seit Dezember 2025 eingereiht. Auch der Konzern Nestlé hat Säuglingsnahrung zurückgenommen. Laut Gesundheitsbehörden werden in mehr als 60 Ländern verunreinigte Chargen geprüft.

In Frankreich sind zwei Todesfälle mit belasteter Babynahrung in Verbindung gebracht worden, in Belgien ist ein Säugling erkrankt. Eine mögliche Quelle für die Verunreinigung ist laut Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit ein ARA-Öl der Firma Cabio Biotech aus Wuhan.

Empfehlung an Eltern

Eltern, die den Verdacht haben, betroffene Produkte verwendet zu haben, sollen ihr Kind beobachten und bei Symptomen sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Danone rät zur direkten Kontaktaufnahme mit den Verbraucherservices unter den österreichischen Hotlines von Aptamil und Milupa.

Weitere Untersuchungsergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.

Quellen und weiterführende Informationen

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