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Zwei Schneepflüge räumen eine schneebedeckte Straße in Kärnten während anhaltendem Schneefall.
Schneechaos: Schneepflüge räumen und streuen Kärntens Hauptverkehrsstraßen.
Schneechaos: Schneepflüge räumen und streuen Kärntens Hauptverkehrsstraßen.
hadot / iStock

Schneechaos: 1.700 Haushalte ohne Strom, Straßen gesperrt

05.02.2026 um 10:29, Stefanie Hermann
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Ein Italientief bringt Kärnten unter massiven Schneeeinfluss. Straßen sind blockiert, 1.700 Haushalte ohne Strom, Lawinenwarnstufe 4 gilt in den Alpen.

Ein Italientief hat Kärnten in der Nacht auf Donnerstag in eine winterliche Ausnahmesituation versetzt. Binnen weniger Stunden fiel in Oberkärnten teils massiver Neuschnee. Besonders betroffen sind das Drautal, das Gailtal und das Lesachtal. Die Folge: gesperrte Straßen, Stromausfälle und wachsende Lawinengefahr.

Winterliche Ausnahmesituation in Kärnten

Die Niederschläge setzen verbreitet ein und summieren sich rasch. In Tallagen wechseln sich Schnee und Regen ab, in höheren Lagen bleibt der Niederschlag durchgehend als Schnee erhalten. Der Verkehr gerät in mehreren Bezirken unter Druck, Priorität haben die Hauptverkehrsachsen.

Drautalstraße blockiert

Auf der Drautalstraße (B100) zwischen Oberdrauburg und Greifenburg ging am Mittwochabend nichts mehr. Mehrere Lkws blieben auf der glatten Fahrbahn hängen, die Straße musste in beide Richtungen gesperrt werden. Jonas Oschlinger vom Winterdienst schilderte die Lage drastisch: „Es ist kein Weiterkommen. Auch Einsatzfahrzeuge tun sich schwer.“ Autofahrer verbrachten bis zu sechs Stunden im Fahrzeug. Die Polizei richtete Umleitungen ein, teilweise mussten Lenker umkehren.

Stromausfälle und erschwerte Reparaturen

Die Schneemassen belasten auch die Infrastruktur. Rund 1.700 Haushalte im Bezirk Villach-Land waren am Donnerstagvormittag ohne Strom. Monteure seien bereits im Einsatz, so Robert Schmaranz von Kärnten Netz. „Der nasse Schnee hat Bäume auf Leitungen gedrückt, die Reparaturen sind schwierig, weil Zufahrten oft blockiert sind.“ Bis zum Nachmittag soll die Versorgung schrittweise wiederhergestellt sein.

Lawinenwarnstufe 4 in den Karnischen Alpen

Der Lawinenwarndienst Kärnten hat am Mittwochabend die Warnstufe auf vier erhöht. In den Karnischen und Gailtaler Alpen besteht oberhalb von 1.800 Metern große Lawinengefahr. Norbert Lanzanasto vom Lawinenwarndienst warnt: „Abseits gesicherter Pisten besteht eine kritische Situation. Skitouren sollten nur in mäßig steilem Gelände erfolgen.“ Auch spontane Abgänge sind möglich, besonders an Nord- und Westhängen.

Schneefall rekordreif

Die Messstation in Kornat im Lesachtal meldete am Donnerstag 43 Zentimeter Neuschnee, in Kötschach-Mauthen 37, in Dellach an der Drau 30. In den Hochlagen sind bis zu 100 Zentimeter Neuschnee möglich. Meteorologe Gerhard Hohenwarter von GeoSphere Austria beschreibt die Lage als „äußerst dynamisch“: „Ein Italientief bringt aus Südosten zunehmend feuchte Luft, wodurch es bis in tiefe Lagen schneit.“

Langsame Entspannung ab Donnerstagabend

Mit nachlassender Niederschlagsintensität entspannt sich die Lage im Lauf des Donnerstags etwas. Auf den Bergen bleibt es winterlich, in den Tälern kann sich wieder Regen dazumischen. Für das Wochenende sind kurze sonnige Abschnitte möglich, allerdings bleibt die Lawinengefahr in den Hochlagen vorerst bestehen.

Quellen und weiterführende Informationen

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