ORF-Gehälter: Transparenzbericht deckt Gagen der Topverdiener auf
- ORF Gehälter Transparenzbericht legt Gagen offen
- Top-Gagen im ORF: Wer kassiert am meisten
- Topverdiener im ORF: Die höchsten Gehälter im Überblick
- Nebenverdienste im Fokus: Andi Knoll führt die Liste an
- Kritik an ORF-Gehältern
- Sparkurs und Gehaltspolitik im ORF
- Werbeeinnahmen zeigen klare Unterschiede zwischen Sendern
Der ORF Gehälter Transparenzbericht 2025 zeigt, wer im ORF am meisten verdient. Insgesamt 65 Mitarbeiter verdienen im öffentlich-rechtlichen Sender Gehälter von mehr als 170.000 Euro brutto im Jahr. An der Spitze steht Pius Strobl mit rund 469.000 Euro jährlich, gefolgt von Ex-Generaldirektor Roland Weißmann mit über 427.000 Euro.
ORF Gehälter Transparenzbericht legt Gagen offen
Der öffentlich-rechtliche Sender ist gesetzlich verpflichtet, im jährlichen ORF-Transparenzbericht alle Einkommen über 170.000 Euro offenzulegen. Für das Jahr 2025 betrifft das insgesamt 65 Personen und damit weniger als im Jahr davor. Gründe dafür sind vor allem Pensionierungen und Altersteilzeit.
Besonders auffällig bleibt die Struktur der Spitzengehälter. Während gleich mehrere Männer mehr als 300.000 Euro verdienen, findet sich keine Frau in dieser Kategorie. Insgesamt zeigt sich eine klare Dominanz männlicher Top-Verdiener im ORF.
Top-Gagen im ORF: Wer kassiert am meisten
An der Spitze des aktuellen ORF Gehälter Transparenzbericht steht Pius Strobl mit rund 469.000 Euro brutto jährlich. Dahinter folgen der frühere Generaldirektor Roland Weißmann mit über 427.000 Euro sowie weitere Manager aus dem ORF-Umfeld.
Auch bekannte TV-Gesichter verdienen deutlich über dem Durchschnitt. ZiB-2-Moderator Armin Wolf kommt auf rund 275.000 Euro jährlich und zählt damit zu den bestbezahlten Journalisten des Landes.
Dennoch bleibt ein klarer Abstand zur Chefetage. Die höchsten Gehälter im ORF liegen weiterhin deutlich über jenen der prominentesten Moderatoren.
Topverdiener im ORF: Die höchsten Gehälter im Überblick
| Rang | Name | Funktion | Jahresgehalt (brutto) |
|---|---|---|---|
| 1 | Pius Strobl | Hauptabteilungsleiter, Projektleiter | 468.856 € |
| 2 | Roland Weißmann | Generaldirektor (ehemalig) | 427.500 € |
| 3 | Johannes Aigelsreiter | Hauptabteilungsleiter, Prokurist | 339.824 € |
| 4 | Peter Schöber | Geschäftsführer, Hauptabteilungsleiter | 311.964 € |
| 5 | Kathrin Zierhut-Kunz | Geschäftsführerin Tochtergesellschaft | 285.137 € |
| 6 | Michael Wagenhofer | Geschäftsführer Tochtergesellschaft | 283.028 € |
| 7 | Eva Schindlauer | Kaufmännische Direktorin | 279.972 € |
| 8 | Armin Wolf | Moderator, stellv. Chefredakteur | 275.390 € |
| 9 | Michael Hajek | Geschäftsführer, Hauptabteilungsleiter | 271.871 € |
| 10 | Martin Biedermann | Geschäftsführer, Hauptabteilungsleiter | 270.383 € |
Nebenverdienste im Fokus: Andi Knoll führt die Liste an
Neben den Gehältern rücken im ORF-Transparenzbericht auch die Nebenverdienste zunehmend in den Mittelpunkt. Hier liegt Moderator Andi Knoll mit zusätzlichen 10.350 Euro an der Spitze. Einnahmen stammen etwa aus Moderationen, Events oder weiteren Auftritten.
Auch Armin Wolf erzielt zusätzliche Einkünfte von rund 8.800 Euro, etwa durch Buchprojekte oder gemeinsame Veranstaltungen. Insgesamt zeigt sich, dass viele ORF-Mitarbeiter ihr Einkommen durch Nebentätigkeiten ergänzen.
Kritik an ORF-Gehältern
Politisch sorgt der Bericht für deutliche Reaktionen. Vor allem die Kombination aus hohen Gehältern, Nebenverdiensten und öffentlicher Finanzierung steht in der Kritik. Mehr als 60 Mitarbeiter verdienen über 170.000 Euro jährlich. FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker spricht von „fürstlichen Gehältern“ und kritisiert die hohen Einkommen scharf. Während viele Menschen unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden, seien solche Summen schwer vermittelbar.
Die Forderung: eine gesetzliche Gehaltsdeckelung sowie eine unabhängige Prüfung der gesamten Struktur. Ziel sei ein „schlankerer, transparenterer“ ORF.
Sparkurs und Gehaltspolitik im ORF
Der ORF hingegen betont im ORF-Transparenzbericht seinen strikten Sparkurs. Man gehe verantwortungsvoll mit öffentlichen Geldern um und habe in den vergangenen Jahren „harten Einschnitten“ umgesetzt. Seit 2007 seien rund 1.000 Vollzeitstellen abgebaut worden.
Zudem verweist der Sender auf „äußerst maßvolle Gehaltsabschlüsse unter der Inflation“. Für Spitzenverdiener habe es zuletzt sogar eine Nulllohnrunde gegeben. Die Zahl der Nebenbeschäftigungen sei deutlich reduziert worden. Strengere Compliance-Regeln hätten dazu geführt, dass weniger Mitarbeiter zusätzliche Einnahmen erzielen als noch im Jahr davor.
ORF-Werbeeinnahmen zeigen klare Unterschiede zwischen Sendern
Neben den Gehältern wird im ORF-Transparenzbericht auch die Einnahmenstruktur der Sender offengelegt. ORF2 liegt mit rund 72 Millionen Euro klar an der Spitze der Werbeeinnahmen. Dahinter folgen Ö3 und ORF1 mit jeweils rund 45 Millionen Euro.
Deutlich geringer fallen die Einnahmen bei Spartensendern wie ORF III, FM4 oder ORF Sport+ aus. Gleichzeitig investiert der ORF selbst rund neun Millionen Euro in Eigenwerbung.