ORF-Affäre: Pius Strobl äußert sich zu Gerüchten
- Rücktritt des ORF-Chefs
- Vorwürfe führen zu politischem Beben
- Strobl bestätigt Kontakt zur Betroffenen
- Weitere politische Reaktionen
Der Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann sorgt für schwere Turbulenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Auslöser sind Vorwürfe des Fehlverhaltens gegenüber einer Mitarbeiterin. Weißmann weist die Anschuldigungen über seinen Anwalt zurück. Gleichzeitig entbrennt eine Debatte über mögliche Hintergründe der Causa innerhalb des ORF.
Rücktritt des ORF-Chefs
Roland Weißmann erklärte seinen Rücktritt als Generaldirektor des ORF nach Bekanntwerden der Vorwürfe einer Mitarbeiterin. Über seinen Rechtsanwalt ließ der langjährige Medienmanager ausrichten, dass er die Anschuldigungen bestreitet.
Laut einer Stellungnahme seines Anwalts sei der Schritt nicht freiwillig erfolgt. Weißmann habe seinen Rücktritt erklärt, nachdem Vertreter des Stiftungsrats ihm nahegelegt hätten, von einer öffentlichen Verteidigung Abstand zu nehmen. Ein Bekanntwerden der Vorwürfe hätte demnach schweren Schaden für den ORF verursachen können.
Vorwürfe führen zu politischem Beben
Neben den Vorwürfen selbst steht auch die Frage nach möglichen Hintergründen im Raum. Mehrere Stimmen im Umfeld des Senders sprechen von Spannungen innerhalb der Führungsebene. Durch die gemeinsame Rechtsvertretung steht ORF-Manager Pius Strobl im Zentrum der Spekulationen.
Interimistisch übernimmt den Posten die ehemalige Radiodirektorin Ingrid Turnher. Eine Neuausschreibung des Postens des Generaldirektors soll am 1. Mai erfolgen.
Strobl bestätigt Kontakt zur Betroffenen
Der Leiter der "Humanitarian-Broadcasting-Aktivitäten" nahm in einem schriftlichen Interview mit dem Standard Stellung zu Spekulationen über seine Rolle. Strobl bestätigt, die Frau zu kennen, die die Vorwürfe gegen Weißmann erhoben hat. Man habe denselben Anwalt.
Den Verdacht, er habe die Betroffene zu ihrem Schritt motiviert, weist Strobl zurück. „Die betroffene Frau braucht(e) meine Motivation nicht, sondern nur ihren persönlichen großen Mut für diesen Schritt“, erklärt er.
Strobl betont zudem, dass die gegen Weißmann erhobenen Vorwürfe keinen Zusammenhang mit seiner eigenen beruflichen Situation hätten.
Weitere politische Reaktionen
Auch politisch zieht die Causa Kreise. Der FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler brachte vor versammelter Journalistenrunde ebenfalls den Namen Strobl in die öffentliche Debatte ein. Er kündigte an, die Rolle eines hochbezahlten ORF-Managers in der Angelegenheit genauer prüfen zu wollen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Der Standard: Causa Weißmann: Das sagt ORF-Manager Pius Strobl zu Spekulationen über seine Rolle