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Abstrakte 3D-Abbildung von Viruszellen.
Hantavirus: Die WHO bestätigt mittlerweile mehrere Infektionen und Verdachtsfälle.
Hantavirus: Die WHO bestätigt mittlerweile mehrere Infektionen und Verdachtsfälle.
Jake Pixo/Shutterstock.com

Hantavirus-Infektion: DAS ist bisher bekannt

08.05.2026 um 08:59, Yunus Emre Kurt
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Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“ steht jetzt auch eine Flugbegleiterin unter Beobachtung. Die WHO versucht zu beruhigen.

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Infektion: Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sorgt international weiter für große Aufmerksamkeit. Nun steht auch eine Flugbegleiterin in den Niederlanden unter Beobachtung. 

Die Frau wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht und isoliert. Sie hatte Kontakt mit einer mittlerweile verstorbenen Passagierin, die sich Ende April kurz an Bord eines KLM-Fluges von Johannesburg nach Amsterdam befand. 

Noch vor dem Abflug wurde die erkrankte Frau wieder aus dem Flugzeug gebracht. Einen Tag später starb sie in Johannesburg an den Folgen des Hantavirus.

Test läuft noch

Ob die Flugbegleiterin tatsächlich infiziert ist oder lediglich an einer Erkältung leidet, war zunächst unklar. Ein Test läuft derzeit. Der betroffene Flug fand am 25. April statt. Experten weisen darauf hin, dass die Inkubationszeit beim Hantavirus mehrere Wochen betragen kann. Die Symptome sind anfangs oft unspezifisch und ähneln häufig einer gewöhnlichen Grippe oder Erkältung.

WHO versucht zu beruhigen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigte inzwischen fünf Infektionen sowie mehrere Verdachtsfälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch auf der „Hondius“. Gleichzeitig betonte die WHO, dass das Risiko einer schnellen weltweiten Verbreitung weiterhin gering sei. „Es handelt sich nicht um Covid und nicht um die Grippe“, erklärte WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove bei einer Pressekonferenz. Die Verbreitung funktioniere völlig anders.

Suche nach Kontaktpersonen läuft

Behörden in mehreren Ländern versuchen derzeit mit Hochdruck, mögliche Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Besonders problematisch: Rund 40 Passagiere hatten das Schiff bereits auf der abgelegenen Atlantikinsel St. Helena verlassen, bevor der Ausbruch offiziell bekannt wurde. Der Aufenthaltsort vieler Reisender ist aktuell unklar. Auch in Frankreich wird inzwischen ein möglicher Kontaktfall überwacht. Die US-Gesundheitsbehörde CDC beobachtet die Entwicklung ebenfalls, stuft das Risiko für die Bevölkerung aber weiterhin als sehr gering ein.

Argentinien untersucht Nagetiere

Parallel dazu reagieren nun auch die argentinischen Behörden. Experten des Malbrán-Instituts wurden nach Ushuaia entsandt, um mögliche Infektionsquellen zu untersuchen. Dabei suchen die Spezialisten gezielt nach infizierten Nagetieren. Hantaviren werden normalerweise über Ausscheidungen von Mäusen und anderen Nagern übertragen. Das Gesundheitsministerium betonte jedoch, dass bisher nicht bestätigt sei, dass die Ansteckung tatsächlich in Argentinien erfolgt sei.

Hochansteckender Andes-Stamm bestätigt

Besonders brisant: Laut WHO wurde inzwischen der gefährliche Andes-Virusstamm bestätigt. Dieser gilt als außergewöhnlich, weil er im engen Kontakt auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Solche Übertragungen wurden bei früheren Ausbrüchen bereits dokumentiert. Trotzdem gehen Fachleute aktuell nicht von einer pandemieartigen Entwicklung aus.

Drei Tote und mehrere Erkrankte

Bislang starben drei Menschen im Zusammenhang mit dem Ausbruch: ein niederländisches Ehepaar sowie eine deutsche Passagierin. Mehrere weitere Personen wurden ausgeflogen oder befinden sich in medizinischer Behandlung. Unter anderem wurde eine möglicherweise infizierte Deutsche inzwischen nach Deutschland gebracht. 

Das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ lag zuletzt mit rund 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor Anker und ist mittlerweile Richtung Teneriffa unterwegs. 

Ob alle Passagiere dort tatsächlich an Land gehen dürfen, bleibt weiterhin offen. Zwischen der spanischen Zentralregierung und den Kanaren läuft derzeit ein politischer Streit über das weitere Vorgehen.

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