Hantavirus: ÖFB-Coach kämpfte ums Überleben
Inhalt
- Plötzlich heftige Schmerzen
- Zwei Wochen auf Intensivstation
- „Dann hoffen, dass du überlebst“
- Hantavirus sorgt weltweit für Aufmerksamkeit
Ralph Hasenhüttl spricht über schwere Erkrankung: Das Hantavirus sorgt aktuell weltweit für Schlagzeilen, nun spricht auch Ralph Hasenhüttl über seine dramatische Erkrankung mit dem gefährlichen Virus. Der frühere Bundesliga-Trainer schilderte in einem Interview mit der englischen Zeitung „Mirror“ erstmals ausführlich, wie lebensbedrohlich seine Infektion im Jahr 2012 tatsächlich war.
Damals trainierte der Österreicher den VfR Aalen und hatte gerade den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft.
Plötzlich heftige Schmerzen
Die ersten Symptome traten während eines Trainingslagers auf. Hasenhüttl hatte mit seiner Mannschaft zuvor eine Mountainbike-Tour absolviert. Kurz danach fühlte er sich extrem erschöpft. „Ich bin ins Bett und es hat alles mit Kopfschmerzen gestartet“, erinnerte sich der heute 58-Jährige. Die Schmerzen seien immer schlimmer geworden. „Es fühlte sich so an, als wäre eine Nadel in meinem Kopf“, schilderte der Ex-Coach. Kurz darauf kamen massive Rückenschmerzen hinzu. „Es war, als steckte ein Messer in meinem Rücken.“
Zwei Wochen auf Intensivstation
Die Ärzte stellten später fest, dass sich seine Leber und Nieren stark vergrößert hatten. Dadurch drückten die Organe gegen andere Bereiche des Körpers und verursachten enorme Schmerzen. Hasenhüttl musste schließlich zwei Wochen auf der Intensivstation behandelt werden.
Besonders die Nächte seien schlimm gewesen. „Mein Herzschlag hat mich geweckt, weil er so intensiv war“, erklärte der frühere Bundesliga-Trainer. Dazu kamen massive körperliche Folgen. Er verlor stark an Gewicht und seine Nierenfunktion verschlechterte sich deutlich.
„Dann hoffen, dass du überlebst“
Besonders bedrückend blieb für Hasenhüttl die Aussage der Ärzte. „Du musst warten, bis dein Körper Antikörper bildet und dann hoffen, dass du überlebst“, wurde ihm damals gesagt. Die Krankheit wurde später auf indirekten Kontakt mit Nagetieren zurückgeführt. Laut Hasenhüttl dürfte er den Virus über Staubpartikel eingeatmet haben.
„Ich habe die Terrasse ohne Maske geputzt und dabei wohl den Staub eingeatmet“, erklärte der Österreicher. Die Krankheit brach erst zwei bis drei Wochen später aus.
Hantavirus sorgt weltweit für Aufmerksamkeit
Das Hantavirus steht derzeit erneut im Fokus der Öffentlichkeit. Hintergrund ist ein aktueller Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff, der international für Schlagzeilen sorgt. Hantaviren werden normalerweise über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Besonders gefährlich ist dabei kontaminierter Staub, der eingeatmet wird. Die Symptome reichen von grippeähnlichen Beschwerden bis hin zu schweren Organproblemen und lebensbedrohlichen Verläufen.
Trotz der schweren Erkrankung gelang Hasenhüttl später eine beeindruckende Trainerkarriere. Nach seiner Zeit in Aalen führte er den FC Ingolstadt 2015 zur Meisterschaft in der 2. Bundesliga. Danach trainierte er unter anderem RB Leipzig, Southampton und den VfL Wolfsburg. Aktuell ist der ehemalige Bundesliga-Coach ohne Verein.