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Ermittler nach dem Doppelmord auf dem Parkplatz vom Gasthaus Lüftner in Linz-Urfahr
Ermittler sicherten nach dem Doppelmord Spuren auf dem Parkplatz in Linz-Urfahr.
Ermittler sicherten nach dem Doppelmord Spuren auf dem Parkplatz in Linz-Urfahr.
APA-Images / APA / FOTOKERSCHI

Bluttat in Linz: Darum mussten Frau und Tochter sterben

08.05.2026 um 11:58, Marcel Toifl
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Nach dem Mord in Linz-Urfahr liegt ein Abschiedsbrief vor. Ein Streit um eine Wohnung gilt als Motiv für die Tat vor dem Gasthaus.

Nach dem erschütternden Mord vor dem Gasthaus Lüftner in Linz-Urfahr am Donnerstagnachmittag kommen nun Details zum Motiv ans Licht. Ein 88-jähriger Mann hatte seine 89-jährige Ehefrau und die 61-jährige Tochter erschossen, bevor er Suizid beging. Die Auswertung eines Abschiedsbriefs liefert nun Antworten auf die Frage nach dem Warum.

Abschiedsbrief enthüllt Hintergründe

Die Staatsanwaltschaft Linz konnte den am Tatort sichergestellten Abschiedsbrief bereits auswerten. Aus den Zeilen geht hervor, dass tiefgreifende familiäre Differenzen und Zukunftsängste den Senior zu der Tat getrieben hätten. Laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ulrike Breiteneder, war dem Vater die neue Lebenssituation seiner Tochter, die in Deutschland lebte, ein Dorn im Auge, wie sei gegenüber dem ORF-Oberösterreich angibt.

Streitpunkt Immobilie: Angst vor Verkauf

Zentrales Element des Konflikts war offenbar eine Eigentumswohnung in Linz. Diese war bereits zu Lebzeiten auf die Tochter überschrieben worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Schütze befürchtet habe, das Erbe könnte nach seinem Tod veräußert werden: „Der Vater habe anscheinend befürchtet, dass nach seinem und dem Ableben der Ehefrau die bereits auf die Tochter überschriebene Eigentumswohnung in Linz verkauft würde“, so Breiteneder gegen gegenüber dem ORF.

Tathergang mit illegaler Weltkriegswaffe

Besonders schockierend ist das Detail zur Tatwaffe. Wie die Kronen Zeitung berichtet, handele es sich bei der Pistole um ein Modell aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs (P38), welche der Pensionist illegal besessen hatte. Mit dieser Waffe feuerte der 88-Jährige auf dem Parkplatz des Gasthauses zahlreiche Schüsse ab. Die polizeilichen Ermittlungen vor Ort machten den Einsatz von Zelten und Sichtschutzwänden notwendig.

Kein Streit vor der Bluttat

Erste Ermittlungen ergaben zudem, dass die Familie unmittelbar vor dem Mord noch gemeinsam im Wirtshaus gegessen hatte. Im Lokal selbst deutete nichts auf die bevorstehende Tragödie hin. Laut Zeugenaussagen und der Staatsanwaltschaft gab es während des Essens keinen hörbaren Streit. Erst nach dem Verlassen des Lokals gegen 13:30 Uhr eskalierte die Situation im Außenbereich. Die Ermittlungen laufen weiter, während die Obduktionen der drei Toten für den heutigen Freitag angesetzt wurden. Linz steht nach dem dritten schweren Gewaltverbrechen im öffentlichen Raum seit März unter Schock.

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