500-Millionen-Projekt: Amazon-Entscheidung gefallen
Inhalt
- Bürgermeister akzeptiert Abstimmung
- Riesiges Projekt geplant
- Gemeinde tief gespalten
- Anrainer protestierten
- Wirtschaftspark unter Druck
Amazon-Projekt in Reichersberg überraschend gestoppt: Die geplante Ansiedlung von Amazon in Reichersberg ist vorerst gescheitert. Der Gemeinderat sprach sich am Mittwochabend gegen einen Verhandlungsstart mit dem US-Konzern aus. Mit 11 zu 8 Stimmen lehnten die Mandatare Gespräche über einen möglichen Grundstücksverkauf im Wirtschaftspark Reichersberg ab. Damit ist das umstrittene Großprojekt vorerst vom Tisch.
Bürgermeister akzeptiert Abstimmung
Vor der Abstimmung hatte Bürgermeister Bernhard Öttl noch betont, dass es zunächst lediglich um die Aufnahme von Gesprächen mit Amazon gehe, nicht um einen endgültigen Verkauf. Nach einer längeren und emotionalen Diskussion fiel die Entscheidung jedoch klar gegen das Projekt aus. Der ÖVP-Bürgermeister erklärte anschließend, das Ergebnis sei für ihn bindend.
Riesiges Projekt geplant
Amazon plante laut den bisherigen Informationen ein großes Logistikzentrum im Wirtschaftspark Reichersberg. Im Raum standen bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze sowie Investitionen von rund 500 Millionen Euro.
Die Dimension des geplanten Areals sorgte dabei ebenfalls für Diskussionen. Laut Gemeinde hätte die Fläche etwa dem Vierfachen des Schlossparks Schönbrunn entsprochen.
Gemeinde tief gespalten
Das Projekt hatte die Gemeinde bereits seit Monaten massiv polarisiert. Befürworter sahen in Amazon eine große Chance für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Neue Jobs, höhere Einnahmen und internationale Aufmerksamkeit wurden als Vorteile genannt.
Kritiker warnten dagegen vor zusätzlichen Verkehrsproblemen, hoher Belastung für Anrainer und negativen Auswirkungen auf kleinere Betriebe. Vor allem der enorme Flächenverbrauch sorgte immer wieder für heftige Diskussionen.
Anrainer protestierten
Vor der entscheidenden Sitzung machten auch zahlreiche Anrainer ihrem Unmut Luft. Rund 30 interessierte Besucher und Bewohner verfolgten die Gemeinderatssitzung direkt vor Ort. Besonders Menschen aus angrenzenden Wohngebieten äußerten Sorgen über mehr Verkehr, Lärm und die Größe des Projekts.
Wirtschaftspark unter Druck
Mit der Ablehnung des Amazon-Projekts könnte nun allerdings ein anderes Problem deutlich größer werden. Der Wirtschaftspark Reichersberg soll aktuell mit rund 16 Millionen Euro verschuldet sein. Ohne einen großen Investor wie Amazon könnte die wirtschaftliche Zukunft des Standorts nun deutlich schwieriger werden. Laut Berichten steht sogar eine mögliche Insolvenz des Wirtschaftsparks im Raum.