Futter wird knapp: Bauern müssen Tiere notschlachten
- Dürre löst Futtermangel in Österreich aus
- Dreimal so viele Schlachtkühe auf dem Markt
- Politik plant Maßnahmenpaket
Die anhaltende Dürre bringt Österreichs Viehbauern zunehmend in Bedrängnis. Auf vielen Wiesen wächst kaum noch Futter, auch beim Körnermais gibt es massive Ausfälle. In Niederösterreich werden deshalb bereits Futterreserven verfüttert, die eigentlich für den Winter vorgesehen sind. Gleichzeitig landen deutlich mehr Kühe als üblich bei der Vermarktung.
Dürre löst Futtermangel in Österreich aus
Hitze, Wassermangel und schwache Erträge treffen die Viehbetriebe gleich mehrfach. Besonders die Ausfälle beim Grünschnitt und Körnermais verschärfen den Futtermangel in Österreich. Wo auf den Wiesen kaum noch etwas wächst, müssen Landwirte auf ihre Vorräte zurückgreifen.
Wie angespannt die Situation bereits ist, zeigt die Entwicklung bei den Schlachtkühen. „In den vergangenen Wochen kamen rund dreimal so viele Schlachtkühe zur Vermarktung wie üblich“, heißt es vonseiten der ARGE Rind, dem Dachverband von acht Rindererzeugergemeinschaften. Die Bauern müssen bereits jene Reserven angreifen, die für die kalte Jahreszeit vorgesehen sind.
Dreimal so viele Schlachtkühe auf dem Markt
Der Futtermangel durch die Dürre hat bereits Folgen für die Tierbestände. Können Betriebe ihre Tiere nicht ausreichend versorgen, müssen sie Rinder früher als vorgesehen verkaufen oder schlachten lassen.
Die rund dreimal so hohe Zahl an Schlachtkühen bei der Vermarktung zeigt, wie groß der Druck mittlerweile ist. Gleichzeitig treffen die zusätzlichen Tiere auf einen Markt, auf dem die hohe verfügbare Menge bereits die Erzeugerpreise belastet.
Für die Bauern entsteht damit eine schwierige Kombination: Die Dürre lässt das Futter knapp werden, während vorzeitige Tierverkäufe zusätzlichen wirtschaftlichen Druck erzeugen und der Rindfleischpreis fällt.
Politik plant Maßnahmenpaket
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) hat bereits ein Maßnahmenpaket gegen die Folgen der Trockenheit in Aussicht gestellt. Konkrete Details liegen bislang allerdings noch nicht vor. Völlig offen ist noch, wie die Hilfen finanziert werden, welche Betriebe davon profitieren sollen und wie viel Geld fließen soll.
FAQ: Dürre und Futtermangel in Österreich
Warum wird das Futter für Österreichs Bauern knapp?
Die anhaltende Dürre in Österreich führt zu massiven Ausfällen beim Grünschnitt und bei Körnermais. Dadurch verschärft sich der Futtermangel in den Viehbetrieben.
Müssen Bauern wegen der Dürre mehr Rinder schlachten?
Laut ARGE Rind sind in den vergangenen Wochen rund dreimal so viele Schlachtkühe zur Vermarktung gekommen wie üblich. Wegen des Futtermangels müssen Betriebe Tiere teilweise früher verkaufen oder schlachten lassen.
Greifen Bauern bereits auf ihre Winterreserven zurück?
Ja. In Niederösterreich werden bereits Futterreserven für den Winter verwendet, weil auf vielen Wiesen kaum noch ausreichend Futter wächst.
Welche Hilfe ist für die Bauern geplant?
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) hat ein Maßnahmenpaket gegen die Folgen der Dürre in Aussicht gestellt. Konkrete Details zur Finanzierung, zur Höhe der Hilfen und zu den begünstigten Betrieben liegen bislang noch nicht vor.