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Landwirtschaft, Gras oder Kuh im Feld mit Herde, Erhaltung oder nachhaltige Landwirtschaft in der Milchwirtschaft.
Rindfleisch: Die Dürre hat überraschende Folgen für den Fleischmarkt: Immer mehr Bauern müssen ihre Rinder vorzeitig verkaufen, die Preise brechen ein.
Rindfleisch: Die Dürre hat überraschende Folgen für den Fleischmarkt: Immer mehr Bauern müssen ihre Rinder vorzeitig verkaufen, die Preise brechen ein.
PeopleImages/Shutterstock.com

Preissturz bei Rindfleisch: 2027 droht die Trendwende

18.08.2026 um 08:53, Yunus Emre Kurt
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Rindfleisch wird billiger: Die Dürre zwingt viele Bauern zum Verkauf ihrer Rinder. Das Überangebot in Österreich lässt die Preise einbrechen.

Österreichs Rinderbauern geraten zunehmend unter Druck. Die anhaltende Trockenheit und der damit verbundene Futtermangel zwingen viele Betriebe dazu, Tiere früher als geplant zu verkaufen oder schlachten zu lassen. Das sorgt für einen regelrechten Andrang bei den Schlachthöfen und drückt die Rinderpreise deutlich nach unten. Nun reagiert auch der Lebensmittelhandel: Billa will vorübergehend deutlich mehr österreichisches Rindfleisch abnehmen.

Rinderpreise brechen deutlich ein

Die Situation an Österreichs Schlachthöfen ist derzeit außergewöhnlich. In Oberösterreich werden laut Rinderbörse aktuell etwa doppelt bis dreimal so viele Schlachtkühe angeliefert wie üblich. Für die Bauern bedeutet das lange Wartezeiten: Teilweise müssen sie drei- bis viermal länger auf einen Schlachttermin warten.

Das große Angebot macht sich unmittelbar bei den Preisen bemerkbar. Im Durchschnitt ist der Erlös für eine Kuh zuletzt um rund 450 Euro zurückgegangen. Bei Schlachtkühen hängt der konkrete Preis unter anderem von Gewicht und Handelsklasse ab. In den vergangenen Wochen ist der Kilopreis laut aktuellen Branchenangaben um rund ein Drittel gefallen.

Anders sieht es bei hochwertigen Zucht- und Milchkühen aus. In Oberösterreich werden dafür je nach Rasse, Milchleistung und Qualität zwischen rund 2.600 und 3.500 Euro pro Tier bezahlt.

Dürre zwingt Bauern zu Tierverkäufen

Hauptgrund für das aktuelle Überangebot ist die Trockenheit. Auf vielen Höfen fehlt ausreichend Futter für die kommenden Monate. Statt die Tiere wie geplant weiter zu halten, sehen sich Landwirte deshalb gezwungen, Rinder früher zu verkaufen beziehungsweise schlachten zu lassen.

Für die Betriebe ist das eine schwierige Situation. Einerseits steigen durch die Dürre die wirtschaftlichen Belastungen, andererseits sinken ausgerechnet jetzt die Erlöse für die Tiere. Das zusätzliche Rindfleisch trifft auf einen Markt, der die kurzfristig stark gestiegenen Mengen nur schwer aufnehmen kann.

Von dem Preisverfall profitieren Konsumenten im Supermarkt allerdings nicht automatisch. Ein großer Teil des günstigeren Fleisches wird laut Branchenvertretern etwa für Burger, Fertiggerichte und andere verarbeitete Produkte verwendet.

Billa erhöht Abnahme um 20 Prozent

Nun will Billa den heimischen Landwirten zusätzliche Absatzmöglichkeiten bieten. Die Rewe-Tochter kündigte an, ihre Abnahmemengen bei österreichischem Rindfleisch aktuell um 20 Prozent zu erhöhen. Damit soll das Überangebot zumindest teilweise abgefedert und der Markt entlastet werden.

Die zusätzlichen Mengen sollen zu bereits vereinbarten Fixpreisen übernommen werden. Grundlage dafür seien langfristige Partnerschaften mit Landwirten und der Erzeugergemeinschaft ARGE Rind. Für die Bauern könnte das angesichts des derzeitigen Preisdrucks zusätzliche Planungssicherheit bringen.

Auch Kunden sollen die Maßnahme in den kommenden Wochen bemerken. Billa plant in seinen Filialen einen Schwerpunkt auf österreichisches Rindfleisch und kündigt verschiedene Aktionen an.

2027 könnte Rindfleisch wieder teurer werden

Der aktuelle Preissturz dürfte allerdings nur vorübergehend sein. ARGE-Rind-Geschäftsführer Werner Habermann rechnet damit, dass die Erzeugerpreise im September zunächst noch weiter unter Druck geraten könnten. Danach könnte sich die Situation jedoch grundlegend drehen.

Weil derzeit so viele Rinder vorzeitig geschlachtet werden, könnten in einigen Monaten deutlich weniger Tiere verfügbar sein. Ab 2027 erwartet die Branche deshalb wieder steigende Erzeugerpreise. Dieses Problem betrifft nicht nur Österreich: Auch in Bayern, Frankreich und der Schweiz wird mit einem knapperen Angebot gerechnet.

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