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Traktor fährt über ein ausgetrocknetes Feld während der Dürre in Österreich 2026.
Die historische Dürre setzt Österreichs Landwirtschaft massiv unter Druck. Die Schäden belaufen sich bereits auf mindestens eine Milliarde Euro.
Die historische Dürre setzt Österreichs Landwirtschaft massiv unter Druck. Die Schäden belaufen sich bereits auf mindestens eine Milliarde Euro.
APA-Images / fotokerschi / WERNER KERSCHBAUMMAYR

Historische Dürre: Milliardenschaden bringt Bauern ans Limit

18.08.2026 um 16:09, Stefanie Hermann
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Die Dürre in Österreich verursacht mindestens eine Milliarde Euro Schaden. Ernten fallen aus, Futter fehlt und Bauern fordern rasche Hilfen.

Österreichs Landwirtschaft kämpft mit einer außergewöhnlichen Dürre. Auf den Feldern fehlen die Erträge, Viehbetriebe kämpfen mit Futtermangel und im Obst- und Gemüsebau fallen erhebliche Teile der Ernte aus. Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits enorm: Laut Hagelversicherung belaufen sich die Dürreschäden in Österreich auf mindestens eine Milliarde Euro. Für zahlreiche Betriebe wird die Situation zunehmend existenzbedrohend.

Eine Milliarde Euro Schaden durch die Dürre

Die Dimension der Schäden zieht sich durch unterschiedliche Bereiche der Landwirtschaft. Die anhaltende Trockenheit setzt Ackerflächen und Grünland ebenso zu wie Obst- und Gemüsekulturen. Selbst die Gewitter der vergangenen Tage haben die Lage nicht entscheidend entspannt.

Besonders drastisch sind die aktuellen Prognosen für Obst und Gemüse. Im Obstbau wird mit einer um rund ein Drittel geringeren Ernte gerechnet. Im Gemüsebau werden durchschnittliche Einbußen von 45 Prozent erwartet. Beim Holunder zeichnet sich sogar ein Ernteausfall von mehr als 50 Prozent ab. Ein Totalausfall wird nicht ausgeschlossen.

Futtermangel bringt Viehbauern unter Druck

Die Folgen der Dürre reichen allerdings weit über die Ernte hinaus. Auf vielen Höfen fehlt ausreichend Futter für die Tiere. Eigenvorsorge durch Futterreserven und Versicherungen stößt bei einer Trockenheit dieses Ausmaßes zunehmend an ihre Grenzen. Viehbetriebe müssen deshalb teilweise früher als geplant Tiere verkaufen oder schlachten lassen.

Wie angespannt die Lage mittlerweile ist, macht Milchbauer Andreas Hetzlinger aus Pram deutlich. Politische Entscheidungen zu Hilfsleistungen lassen bislang auf sich warten. „Es ist leider die letzten 14 Tage nichts passiert, ich verstehe die Welt nicht mehr. Warum tun die Politiker nichts außer herumeiern?“, kritisiert der stellvertretende Obmann der IG-Milch gegenüber dem ORF.

ÖVP-Landesrätin spricht von „Herumgeeiere“

Ungewöhnlich deutlich fällt auch die Reaktion von Oberösterreichs Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) aus. Sie spricht von einer existenzbedrohenden Situation für viele landwirtschaftliche Betriebe und stimmt der Kritik Hetzlingers grundsätzlich zu. „Insgesamt hat er recht, weil es wirklich ein Herumgeeiere ist, das auch uns nervt in der Agrarpolitik, auch in Oberösterreich“, sagt Langer-Weninger.

Vorschläge für ein Hilfspaket liegen ihren Angaben zufolge bereits auf dem Tisch. Nun brauche es Entscheidungen, damit die betroffenen Bauern wissen, wie sie weiter wirtschaften können.

Warum der Katastrophenfonds nicht einspringt

Eine Unterstützung über den Katastrophenfonds ist nach Darstellung Langer-Weningers allerdings nicht möglich. Der Grund: Die Dürre „ist ein versicherbarer Schaden“.

In Oberösterreich sind rund 90 Prozent der Ackerflächen und 60 Prozent der Grünlandflächen versichert. Dafür werden jährlich 18 Millionen Euro aufgewendet, die vom Bund noch einmal verdoppelt werden.

Allerdings könnten Versicherungen und eigene Vorräte bei einem Ereignis dieser Größenordnung nicht sämtliche Folgen auffangen, so die Landesrätin. „Man kann nicht sagen, es kann alles abgedeckt werden mit einer Vorsorgehaltung“, sagt Langer-Weninger.

Grüne fordern eigenen Dürrehilfsfonds

Politisch ist damit ein Streit über zusätzliche Unterstützung entbrannt. Die Grünen verlangen einen eigenen Dürrehilfsfonds. Landesrat Stefan Kaineder nimmt dabei auch Langer-Weninger und Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) in die Pflicht.

Langer-Weninger verweist im Gegenzug auf Kaineders Zuständigkeit für die Trinkwasserversorgung. Unterstützung sei etwa bei der Finanzierung von Brunnen notwendig. Viele Brunnen seien mittlerweile trockengefallen.

Mit der aktuellen Trockenheit geht es nicht mehr ausschließlich um geringere Erträge auf einzelnen Feldern, sondern zunehmend um die Frage, wie landwirtschaftliche Betriebe mit länger anhaltenden Wetterextremen umgehen können.

Muss Österreichs Landwirtschaft völlig umdenken?

Neben den unmittelbaren Hilfen rückt deshalb die langfristige Anpassung in den Mittelpunkt. Geforscht wird unter anderem an klimaresilienten Pflanzen. In Waldlaboren wird untersucht, welche Baumarten mit veränderten Bedingungen künftig besser zurechtkommen könnten.

Michael Schmidthaler, Landwirt und Professor für Agrarmanagement an der FH Steyr, sieht dabei vor allem in Südeuropa wertvolle Erfahrungen. Regionen dort sind bereits länger mit vergleichbaren klimatischen Herausforderungen konfrontiert. „Da kann man schon sehr viel lernen“, so Schmidthaler gegenüber dem ORF Oberösterrecih.

Selbst bislang ungewöhnliche Kulturen könnten künftig eine Rolle spielen. Langer-Weninger schließt etwa nicht grundsätzlich aus, dass eines Tages auch Oliven in Oberösterreich angebaut werden. Gleichzeitig soll die Versorgung mit wichtigen heimischen Kulturen erhalten bleiben.

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