275 Euro Prämie: Für Hunderttausende gibt es ab sofort mehr Geld
- 3 Prozent mehr Gehalt und 275 Euro Prämie ab Oktober
- Lehrlinge profitieren besonders: Überdurchschnittlicher Anstieg
- Arbeitgeber verweisen auf Kaufkraftplus, Gewerkschaft übt Kritik
In der heimischen Gastronomie und Hotellerie dürfen sich rund 250.000 Beschäftigte über ein Gehaltsplus freuen: Seit 1. Oktober steigen die kollektivvertraglichen Löhne um durchschnittlich drei Prozent. Zusätzlich zur dauerhaften Erhöhung der monatlichen Bezüge winkt vielen Arbeitnehmern der Branche eine einmalige Prämie von bis zu 275 Euro. Darauf haben sich die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften nach mehreren intensiven Verhandlungsrunden geeinigt.
3 Prozent mehr Gehalt und 275 Euro Prämie ab Oktober
Der neue Kollektivvertrag für die Beschäftigten im Gastgewerbe bringt spürbare finanzielle Verbesserungen. Im Durchschnitt steigen die Löhne und Gehälter um 3,02 Prozent. Besondere Zuwächse gibt es in den unteren Einkommensgruppen: In der am niedrigsten entlohnten Beschäftigungsgruppe beträgt das Plus 3,48 Prozent.
Ergänzend zur nachhaltigen Tarifanhebung erhält ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zusätzliche finanzielle Entlastung in Form einer Einmalzahlung. Diese Prämie schlägt mit bis zu 275 Euro zu Buche und soll die Teuerung für die Angestellten weiter abfedern.
Lehrlinge profitieren besonders: Überdurchschnittlicher Anstieg
Auch für den Branchennachwuchs bringt der Kollektivvertragsabschluss deutliche Steigerungen. Die Einkommen der Lehrlinge steigen im Schnitt um 3,44 Prozent und damit stärker als die regulären Gehälter der ausgebildeten Fachkräfte.
Die Einigung zwischen den Fachverbänden der Wirtschaftskammer sowie den Gewerkschaften GPA und vida folgte nach langwierigen Verhandlungen. Ziel der Sozialpartner war es unter anderem, den Verbleib von Nachwuchskräften in der Branche attraktiver zu gestalten.
Arbeitgeber verweisen auf Kaufkraftplus, Gewerkschaft übt Kritik
Trotz des gemeinsamen Abschlusses gehen die Bewertungen des Ergebnisses auseinander. Die Arbeitgeberseite verweist darauf, dass die Einkommen in der Gastronomie und Hotellerie zwischen 2021 und 2025 um durchschnittlich 27,1 Prozent gewachsen sind. Damit liege der Lohnanstieg klar über der kumulierten Inflation desselben Zeitraums (23,8 Prozent). Bei den Lehrlingseinkommen betrug das Plus in den letzten vier Jahren sogar rund 35 Prozent.
Von Seiten der Gewerkschaft vida gab es hingegen kritische Töne. Angesichts einer zugrundeliegenden Inflationsrate von 3,6 Prozent bedeute der Abschluss trotz der Einmalzahlung für viele Beschäftigte rechnerisch einen Reallohnverlust. Die Arbeitnehmervertreter bemängelten, dass der Verhandlungserfolg gemessen am akuten Fachkräftemangel und den Leistungen der Beschäftigten im Tourismus zu verhalten ausgefallen sei.