Feuerwolken über Europa: So ernst ist die Lage
Inhalt
- Was sind Feuerwolken?
- Warum Feuerwolken Waldbrände so gefährlich machen
- Feuerwolken jetzt erstmals über Frankreich?
- Klimawandel begünstigt Feuerwolken und Waldbrände
- Warum Feuerwolken so gefährlich sind
- Neue Hitzewelle könnte die Lage weiter verschärfen
Was sind Feuerwolken?
Bei besonders großen Waldbränden entstehen enorme Mengen an Hitze und Rauch. Die heiße Luft steigt rasch in die Atmosphäre auf und kühlt in großer Höhe wieder ab. Dabei kondensiert die Feuchtigkeit und es bilden sich gewaltige Gewitterwolken, die als Pyrocumulonimbus-Wolken oder Feuerwolken bezeichnet werden.
Diese Wolken können eine Höhe von 10 bis 15 Kilometern erreichen und sogar bis in die Stratosphäre aufsteigen. Die US-Raumfahrtbehörde NASA beschreibt sie eindrucksvoll als „Drachen, die zwischen den Wolken Feuer speien“.
Warum Feuerwolken Waldbrände so gefährlich machen
Die Feuerwolken sehen nicht nur spektakulär aus, sie können die Lage auch dramatisch verschärfen. Sie erzeugen starke Windböen, die die Flammen in kürzester Zeit weiter ausbreiten. Gleichzeitig entstehen Blitze, die kilometerweit entfernt neue Waldbrände auslösen können.
Für Feuerwehr und Rettungskräfte bedeutet das eine enorme Herausforderung. Die Brände werden deutlich unberechenbarer und die Löscharbeiten erheblich gefährlicher.
Experten bezeichnen das Auftreten einer Feuerwolke als eindeutiges Warnsignal für einen besonders gefährlichen Großbrand. In solchen Situationen seien umfangreiche Evakuierungen oft unumgänglich.
California, Amazon, Siberia, Australia & Jakarta is not just a news as many take it.#ClimateEmergency is here, right here!
When 50000000 animals are said to be charred, this fire is said to have created its own weather system now. #disaster pic.twitter.com/pIYSHT5F2B— Sudha Ramen 🇮🇳 (@SudhaRamenIFS) January 4, 2020
Feuerwolken jetzt erstmals über Frankreich?
Feuerwolken wurden bereits mehrfach bei schweren Waldbränden in Australien und Kalifornien beobachtet.
Sollte ihre Entstehung über den aktuellen Bränden bestätigt werden, wäre es der erste dokumentierte Fall einer Feuerwolke in Frankreich. Experten verfolgen die Entwicklung deshalb mit großer Aufmerksamkeit.
Klimawandel begünstigt Feuerwolken und Waldbrände
Fachleute gehen davon aus, dass Feuerwolken künftig häufiger auftreten könnten. Neben steigenden Temperaturen sorgen längere Trockenperioden und immer extremere Wetterlagen dafür, dass sich große Waldbrände leichter entwickeln und damit auch die Voraussetzungen für dieses seltene Wetterphänomen geschaffen werden.
Meteorologen erwarten bereits ab Dienstag eine neue Hitzewelle in Frankreich. In einigen Regionen könnten die Temperaturen auf bis zu 40 Grad steigen. Die ohnehin angespannte Lage bei den Waldbränden dürfte sich dadurch weiter verschärfen.
Auch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sieht einen Zusammenhang zwischen den verheerenden Waldbränden und der Klimakrise. Er fordert, sich nicht nur mit den Folgen zu beschäftigen, sondern Länder besser auf solche Extremereignisse vorzubereiten.
Warum Feuerwolken so gefährlich sind
Die Bildung einer Feuerwolke gilt unter Experten als Warnsignal für einen besonders intensiven Waldbrand. Die wichtigsten Gefahren im Überblick:
- Starke Windböen treiben die Flammen in kurzer Zeit weiter voran.
- Blitze können kilometerweit entfernt neue Waldbrände entfachen.
- Die Feuer breiten sich deutlich unberechenbarer aus.
- Für Feuerwehr und Einsatzkräfte steigt das Risiko bei den Löscharbeiten erheblich.
Neue Hitzewelle könnte die Lage weiter verschärfen
Während die Einsatzkräfte in Frankreich und Spanien weiter gegen die Flammen kämpfen, richten sich die Blicke bereits auf die Wetterentwicklung der kommenden Tage. Mit Temperaturen von bis zu 40 Grad drohen neue Belastungen für die ausgetrockneten Wälder. Sollte sich über den Bränden erneut eine Feuerwolke bilden, könnte sich die Lage innerhalb kürzester Zeit weiter zuspitzen.